{"id":3777,"date":"2016-12-23T20:26:50","date_gmt":"2016-12-23T19:26:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/?p=3777"},"modified":"2016-12-26T14:18:01","modified_gmt":"2016-12-26T13:18:01","slug":"sol-invictus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/sol-invictus\/","title":{"rendered":"Sol Invictus"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zu Weihnachten auf den Wein achten?<\/strong><\/p>\n<p>Haben Sie sich auch schon einmal dar\u00fcber gewundert &#8211; oder vielleicht sogar ge\u00e4rgert -, warum uns in der Vorweihnachtszeit immer wieder in qu\u00e4lender Ausf\u00fchrlichkeit<span style=\"color: #333333; font-style: normal;\">\u00a0<\/span><span style=\"color: #333333; font-style: normal;\">in den Nachrichten<\/span><span style=\"color: #333333; font-style: normal;\">\u00a0und Journalen alle Einzelheiten des &#8222;Weihnachtsgesch\u00e4ftes&#8220; so beharrlich nahegebracht und dargelegt werden?<\/span><\/p>\n<p><em>&#8222;Zu Weihnachten auf den Wein achten!&#8220;<\/em> bringt ein Sprichwort ironisch den Umstand auf den Punkt, dass das Fest zur &#8222;stillsten Zeit des Jahres&#8220; von mancher Seite gern als glanzvoller Weihnachtsrummel, als Anlass zu ausschweifenden Gaumenfreuden, kurz: als Konsumorgie zur Ankurbelung des Gesch\u00e4ftsumsatzes inszeniert wird.<\/p>\n<p>Mit christlicher Ethik &#8211; so bem\u00e4ngeln Kritiker -, mit Abkehr vom Prunk, einer Hinwendung zu den Armen, mit Bergpredigt und Seligpreisungen, also der Lehre und dem Leben Jesu Christi hat das zwar eigentlich so gut wie nichts zu tun, ebenso wenig mit innerem Aufbruch, Nachfolge und &#8222;Werden-wie-die-Kinder&#8220;. Es sind nicht Person und Lehre Jesu, die im Laufe von Jahrhunderten die Form herausgebildet haben, wie wir heute Weihnachten begehen, sondern es scheint fast so, als habe sich zwischenzeitlich das Brauchtum verselbstst\u00e4ndigt und gebe nun vor, wie wir zu feiern haben: Geschenke-Kult, Lichterbaum und Santa Claus sind die Regenten des Festes, das auf der ganzen Welt am 25. Dezember nicht zuletzt mit &#8222;Stille Nacht, Heilige Nacht&#8220; &#8211; Beschallung (auf Englisch oder auch in der jeweiligen Landessprache) begangen wird.<\/p>\n<p>Das geht so weit, dass von Seiten ernsthafter Christen, die sich durch die bekannten Gesch\u00e4ftsumtriebe alle Jahre wieder vom eigentlichen Sinn des Weihnachtsfestes eher abgelenkt f\u00fchlen, gelegentlich ge\u00e4u\u00dfert wird, das, was so laut- und umsatzstark gefeiert wird, sei gar nicht das Weihnachtsfest und man solle es bitte auch nicht so nennen: <em>&#8222;Feiert, was Ihr wollt &#8211; aber nennt es bitte nicht Weihnachten!&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Nun, vielleicht k\u00f6nnen wir im Rahmen dieses Weblogs dazu ein paar Vorschl\u00e4ge unterbreiten.<\/p>\n<p>Die m\u00f6glichen Ableitungen des bekannten Weihnachts-Brauchtums vom nordischen <strong>Julfest<\/strong> (urspr\u00fcnglich zur Wintersonnenwende) \u00a0haben wir \u00a0bereits in unserem Artikel <a title=\"Weihnachten\" href=\"http:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/el-nino\/\">&#8222;Weihnachten&#8220; vom Dezember 2015 <\/a>diskutiert. Nach einer Quelle soll der erste christliche K\u00f6nig Norwegens als Herrscher \u00fcber Christen und Heiden im 10. Jahrhundert das Julfest auf den 25. Dezember verlegt haben, damit in seinem Reich beide Feste zusammenfielen.<\/p>\n<p>Sehr interessant finde ich aber auch Parallelen zu den <strong>Saturnalien<\/strong> im R\u00f6mischen Reich.<\/p>\n<p><strong>Die Saturnalien: das gr\u00f6\u00dfte und popul\u00e4rste Volksfest im R\u00f6mischen Weltreich<\/strong><\/p>\n<p>Die Saturnalien waren ein sehr wichtiges und popul\u00e4res Fest zu Ehren des Gottes Saturn, das im R\u00f6mischen Weltreich bis in alle Provinzen begangen wurde. Urspr\u00fcnglich auf den 17. Dezember begrenzt, wurde das gr\u00f6\u00dfte und beliebteste Volksfest der Antike sp\u00e4ter bis zum 30. Dezember ausgedehnt.<\/p>\n<p>Auf einer Internetseite mit dem Titel &#8222;Mos Majorum &#8211; der R\u00f6mische Weg&#8220;, die sich der Erforschung und Wiederbelebung R\u00f6mischer Kultur verschrieben hat, kann man ganz genau nachlesen, wie im Alten Rom dieses ausgelassene Fest zu Ehren des Gottes des Ackerbaus, der der Sage nach einst \u00fcber ein &#8222;Goldenes Zeitalter&#8220; geherrscht haben soll, begangen wurde. Kurz gesagt: <strong>Wie eine Mischung aus Karneval und Weihnachten.<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Im Gegensatz zu vielen anderen Feiertagen standen bei den Saturnalien im privaten Rahmen keine kultischen oder religi\u00f6sen Handlungen im Vordergrund. Stattdessen ging es in dieser Zeit darum, eine bestimmte Geisteshaltung und Einstellung zur Schau zu stellen. Die Saturnalien lassen sich deshalb nicht ohne Grund als eine Mischung aus\u00a0Weihnachten und rheinischem Karneval<strong>\u00a0<\/strong>beschreiben\u2026<\/p>\n<p>In erster Linie ging es um das <strong>Feiern mit Freunden und Familie, Essen und Trinken (gerne auch mal zu viel)<\/strong>, sich gegenseitig <strong>Geschenke machen<\/strong>, Rollenumkehr zwischen Herren und Sklaven sowie zwischen Erwachsenen und Kindern, Spiele, Streiche, \u00fcber-die-Str\u00e4nge-schlagen, die strikten r\u00f6mischen Standesgrenzen f\u00fcr einen begrenzten Zeitraum symbolisch aufzuheben, sich albern zu benehmen und Dinge zu tun, die sonst verp\u00f6nt waren.<\/p>\n<p><strong>Ausgelassenheit<\/strong> war das Gebot der Stunde, die Menschen feierten und tranken zusammen, besuchten sich gegenseitig, es wurden\u00a0<strong>Geschenke<\/strong>\u00a0ausgetauscht und die Wohnungen mit\u00a0Gr\u00fcnzeug und <strong>Lichtern<\/strong> geschm\u00fcckt. Hierbei wurden vor allem T\u00fcren und Fenster mit Girlanden, Kr\u00e4nzen, Pflanzen und kleinen Gegenst\u00e4nden dekoriert, drau\u00dfen stehende B\u00e4ume wurden\u00a0ebenfalls geschm\u00fcckt (den Brauch, einen Baum zu schlagen und in die Wohnung zu holen, gab es jedoch noch nicht).<\/p>\n<p>Man lief in Gruppen durch die Stra\u00dfen und rief einander als Festtagsgru\u00df \u201eIo Saturnalia!\u201c zu, so wie man zu Karneval Helau oder Alaaf ruft.<\/p>\n<p>Als Zeichen f\u00fcr diese Auszeit der\u00a0bestehenden Klassen- und Standesstrukturen trug man eine\u00a0<strong>Pilleum<\/strong>\u00a0genannte Filzkappe. Diese wurde traditionellerweise von freigelassenen Sklaven getragen und galt nun in der Zeit der Saturnalien als symbolischer Ausdruck daf\u00fcr, das jeder gleicherma\u00dfen frei war und mit jedem anderen auf einer Stufe stand. Niemand trug zu dieser Zeit Toga, sondern die sonst strenge Kleiderordnung wurde aufgehoben und man trug legere und deutlich freiz\u00fcgigere Kleidung, so dass auch dadurch keine Standesunterschiede mehr zu erkennen waren.<\/p>\n<p>Es gab das Recht der\u00a0<strong>freien Rede<\/strong>\u00a0auch f\u00fcr die Sklaven, denen es erlaubt war, Kritik an ihren Herren zu \u00fcben (wir finden diesen Brauch zuweilen heute noch an Universit\u00e4ten, wo die Studenten in dieser Zeit ihren Dozenten die Meinung sagen k\u00f6nnen), Sklaven a\u00dfen mit dem Hausherrn und seiner Familie zusammen oder wurden zuweilen sogar bei Tisch von diesen bedient und man wartete auf sie mit dem Essen, in einer Umkehrung der nat\u00fcrlichen Standesordnung.<\/p>\n<p>Auch<strong>\u00a0Kinder<\/strong>\u00a0durften frei ihre Meinung sagen und Eltern tauschten bisweilen ihre Rollen mit ihnen. Sie wurden aber im Gegenzug, wie die Sklaven, auch von Erwachsenen bzw. den Herrschaften, die ihre Rollen einnahmen, in ihrem allt\u00e4glichen Verhalten imitiert, was durchaus auch derbe werden konnte\u00a0 \u2013 durchaus erw\u00fcnscht! So lie\u00df man auch Kinder im Rahmen der Rollenumkehr die allt\u00e4glichen religi\u00f6sen Handlungen am\u00a0Lararium (=Hausaltar)\u00a0leiten und am\u00fcsierte sich dar\u00fcber.<\/p>\n<p>Familien, Milit\u00e4reinheiten oder andere Gruppen w\u00e4hlten einen der Ihren per Los zum<em>\u00a0Saturnalicus princeps<\/em>\u00a0(Saturnalienf\u00fcrst), der manchmal auch\u00a0<em>Rex bibendi<\/em>\u00a0(\u201eK\u00f6nig des Trinkens\u201c) genannt wurde, was die Bedeutung des in dieser Zeit gesteigerten <strong>Weinkonsums<\/strong> widerspiegelt. Dieser quasi karnevaleske \u201aK\u00f6nig\u2018 konnte nun seinen \u201aUntertanen\u2018 verschiedene Sp\u00e4\u00dfe befehlen, denen sich diese zur Belustigung aller zu f\u00fcgen hatten.<\/p>\n<p><strong>W\u00fcrfelspiel<\/strong>, sonst eher als Besch\u00e4ftigung der unteren Kasten verp\u00f6nt und nicht gern gesehen (zum Teil sogar verboten), wurde nun, wie auch andere Arten von Spielen, begeistert von fast allen ausge\u00fcbt und offiziell von den\u00a0<em>aediles<\/em>\u00a0erlaubt. Es ist diese Ausgelassenheit, welche das mythische Goldene Zeitalter, \u00fcber das Saturn ehemals geherrscht hat, zur\u00fcckbringen soll in die dunkle Zeit des Winters.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Die Saturnalien als Ursprung von Weihnachten?<\/strong><\/p>\n<p>Ist das Weihnachtsbrauchtum heute vielleicht nichts anderes als eine Art verbr\u00e4mte Weiterf\u00fchrung der (dekadenten) R\u00f6mischen Br\u00e4uche und Gepflogenheiten zu den im R\u00f6mischen Weltreich \u00fcberaus beliebten Saturnalien zur gleichen Jahreszeit, nachdem diese im Laufe des 4. Jahrhunderts mit dem Siegeszug des neu aufgekommenen Christentumes als heidnisch verboten worden waren? F\u00fcr Europa und generell den westlich-abendl\u00e4ndischen Kulturraum, welche sich angeblich an christlichen Werten orientieren (so h\u00f6rt man gerade heute immer wieder) \u00a0mag das ein schmerzlicher Gedanke sein &#8211; aber vielleicht enth\u00e4lt er Wahrheit?<\/p>\n<p>Auf der erw\u00e4hnten Internetseite kann man jedenfalls nachlesen, dass bereits zu den R\u00f6mischen Saturnalien Lichter, also Kerzen, als Schmuck der H\u00e4user und Stra\u00dfen sowie auch als Geschenke eine herausragende Rolle spielten, dass die H\u00e4user w\u00e4hrend dieser Zeit mit Pflanzen, Girlanden, Kr\u00e4nzen und Gr\u00fcnzeug dekoriert wurden, insbesondere Fenster und T\u00fcren, und dass diese Dekoration nicht sonderlich von der heute \u00fcblichen weihnachtlichen Dekoration abwich. Sogar Geb\u00e4ck in dekorativen Formen war \u00fcblich, also Kekse, in Form von Mond, Sonne und landwirtschaftlichen Nutztieren, die auf den landwirtschaftlichen Ursprung des Festes hindeuteten! Auch wurden schon im Alten Rom B\u00e4ume geschm\u00fcckt, allerdings belie\u00df man sie zur R\u00f6merzeit an Ort und Stelle; der geschm\u00fcckte abgehackte Weihnachtsbaum in der Stube d\u00fcrfte eine Erfindung der fr\u00fchen Neuzeit sein.<\/p>\n<p>Sind also die Saturnalien der Ursprung von Weihnachten?<\/p>\n<p>Mag dieser Gedanke auf den ersten Blick auch noch so abwegig erscheinen, so hat er bei n\u00e4herer Betrachtung doch einiges f\u00fcr sich. Er h\u00e4ngt zusammen mit &#8222;Sol Invictus&#8220;, dem R\u00f6mischen Fest zu Ehren des &#8222;Unbesiegten Sonnengottes&#8220; am Tag der Wintersonnenwende.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/1076px-Disc_Sol_BM_GR1899.12-1.2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3792\" alt=\"1076px-Disc_Sol_BM_GR1899.12-1.2\" src=\"http:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/1076px-Disc_Sol_BM_GR1899.12-1.2.jpg\" width=\"1076\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/1076px-Disc_Sol_BM_GR1899.12-1.2.jpg 1076w, https:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/1076px-Disc_Sol_BM_GR1899.12-1.2-300x285.jpg 300w, https:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/1076px-Disc_Sol_BM_GR1899.12-1.2-1024x974.jpg 1024w, https:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/1076px-Disc_Sol_BM_GR1899.12-1.2-600x571.jpg 600w, https:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/1076px-Disc_Sol_BM_GR1899.12-1.2-315x300.jpg 315w\" sizes=\"auto, (max-width: 1076px) 100vw, 1076px\" \/><\/a><\/p>\n<blockquote><p>Sol Invictus (3. Jhdt.) &#8211; Quelle: Wikicommons<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Verschiedene Arten von Sonnenkult im R\u00f6mischen Imperium<\/strong><\/p>\n<p>In\u00a0Rom\u00a0bestand schon in\u00a0republikanischer Zeit\u00a0ein anscheinend sehr alter Sonnenkult, der angeblich auf die Zeit der Stadtgr\u00fcndung durch\u00a0Romulus\u00a0zur\u00fcckging. Der altr\u00f6mische Sonnengott wurde <em>Sol Indiges<\/em> (\u201eeinheimischer Sol\u201c) genannt und zusammen mit der Mondgottheit\u00a0<em>Luna<\/em>\u00a0verehrt; die beiden waren eng verbunden und hatten im\u00a0Circus Maximus\u00a0einen gemeinsamen Tempel, wo ihr gemeinsamer Festtag am 28. August begangen wurde. Daneben hatte Sol Indiges einen eigenen Tempel auf dem\u00a0Quirinal, wo ihm am 8. und 9. August gehuldigt wurde.<\/p>\n<p>Die Sonne bringt mit ihrem Licht alles an den Tag, und so bleibt dem Sonnengott nichts verborgen. Helios (der Sonnengott der Alten Griechen) ist \u201eallerschauend\u201c, daher allwissend und Zeuge von Freveltaten. Diese Eigenschaft zeichnete auch Sol aus, und so erhielt er im 1. Jahrhundert n. Chr. eine neue und sehr wichtige Aufgabe, n\u00e4mlich den\u00a0Kaiser\u00a0vor Gefahren zu sch\u00fctzen.\u00a0So entwickelte sich Sol zum Schutzgott der Herrscher. Unter\u00a0Trajan\u00a0und\u00a0Hadrian\u00a0erschien er auf Kaiserm\u00fcnzen. Die Bezeichnung Sol Invictus ist f\u00fcr ihn inschriftlich erstmals 158 auf einem Altar bezeugt (<i>Soli Invicto Deo<\/i>);\u00a0unabh\u00e4ngig davon kam sie aber als Beiname des\u00a0Mithras\u00a0\u2013\u00a0<i>Sol Invictus Mithras<\/i>\u00a0\u2013 schon im 1. Jahrhundert n. Chr. vor. (Quelle: Wikipedia, Stichwort &#8222;Sol&#8220;)<\/p>\n<p>Der Name &#8222;Sol Invictus&#8220; (&#8222;Unbesiegter Sonnengott&#8220;) bezieht sich auf den Tag der Wintersonnenwende, da mit diesem Tag der Bogen der Sonnenbahn wieder zunimmt, das Licht \u00fcber die Finsternis triumphiert. Dieser Tag fiel nach der Julianischen Kalenderreform auf den 25. Dezember. Dass der Tag der Wintersonnenwende sich mit der Zeit etwas nach hinten, n\u00e4mlich bis auf den 21. Dezember, verschob, blieb dann aus Gr\u00fcnden der Einfachheit unber\u00fccksichtigt. Der neue reichsweit eingef\u00fchrte Staatskult mit seinem Feiertag am 25. Dezember erwies sich als au\u00dferordentlich popul\u00e4r. Diese Popularit\u00e4t, so scheint es, machten sich die Vertreter des aufkommenden Christentums zunutze.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Christus Sol Invictus&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Sp\u00e4testens ab dem Jahr 354 n. Chr. ist nachweisbar, dass das Fest der Geburt Jesu Christi auf den 25. Dezember gelegt bzw. verlegt wurde. Als Termin f\u00fcr die Geburt Christi waren in der Urkirche urspr\u00fcnglich verschiedene Termine im Gespr\u00e4ch, aber eines gilt heute als gesichert: Jesus Christus wurde mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit nicht im Winter geboren.<\/p>\n<p>Ein unbekannter christlicher sp\u00e4tantiker Autor schrieb dazu ausdr\u00fccklich:<\/p>\n<div>\n<blockquote><p>\u201eDie Heiden pflegen n\u00e4mlich am 25. Dezember das Fest des Geburtstages der Sonne zu feiern und zu ihren Ehren Lichter zu entz\u00fcnden. Zu diesen Riten luden sie oft auch Christen ein. Da nun die Lehrer der Kirche sahen, dass sich viele Christen zur Teilnahme an diesen Festen verleiten lie\u00dfen, beschlossen sie, fortan am selben Tag das Fest der wahren Geburt zu begehen.\u201c<sup id=\"cite_ref-21\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weihnachten#cite_note-21\"><br \/>\n<\/a><\/sup><\/p><\/blockquote>\n<\/div>\n<p>Daher wird oft angenommen, dass der Feiertag des Sol Invictus bewusst \u00fcbernommen und \u201echristianisiert\u201c worden sei. (Quelle: Wikipedia, Stichwort &#8222;Weihnachten&#8220;)<\/p>\n<p>Auf der Internetseite &#8222;Mos Majorum&#8220; liest man dazu:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Im Zuge der Idee der damals noch jungen Kirche, die alte Religion nicht immer nur aggressiv zu bek\u00e4mpfen, sondern sich\u00a0<strong>bestehende Strukturen<\/strong>\u00a0zunutze zu machen, wurde also der ohnehin unbekannte Geburtstag Jesu auf diesen\u00a0<strong>wichtigen heidnischen Feiertag<\/strong>\u00a0gelegt. Das erlaubte einerseits den Christen eine eigene Begr\u00fcndung daf\u00fcr zu liefern, dass sie im Grunde immer noch das alte Fest begingen, was Entfremdungstendenzen innerhalb der Gesellschaft, in der sie lebten, vorbeugte, wie auch anderseits die bekannte Symbolik der alten Religion im Sinne der neuen Botschaft zu nutzen \u2013 Jesus Christus verstanden als das \u201aLicht der Welt\u2018.<\/p>\n<p>Papst Julius I. bestimmte dann offiziell den 25. Dezember als Geburtsfest des Herrn und, schriftlich belegt durch eine\u00a0Weihnachtspredigt von Johannes Chrysostomos vom \u00a025. Dezember 386, hat sich dann das christliche Alternativfest zum alten Fest der Wintersonnenwende etabliert, gest\u00fctzt durch die offizielle Annahme des Christentums als Staatsreligion im Jahre 380 n. Chr., die mit dem Verbot der alten Religion einherging.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Mit anderen Worten: Als Ende des 4. Jahrhunderts Vertreter des Christentums immer mehr \u00a0Macht entfalten konnten, heidnische Riten und Br\u00e4uche im Gegenzug aber immer mehr eingeschr\u00e4nkt und sanktioniert wurden, bot man dem Volk die M\u00f6glichkeit, mit einem \u00e4u\u00dferlichen Bekenntnis zur neuen Religion die popul\u00e4ren alten Gepflogenheiten weiterzuf\u00fchren. Die Saturnalien wurden umfunktioniert zu Weihnachtsfeierlichkeiten.<\/p>\n<p>\u2013 Nicht, dass ich Elfenfreund grunds\u00e4tzlich Einw\u00e4nde h\u00e4tte gegen die Verehrung hoher Wesenheiten wie des Schutzherrn des Ackerbaus oder der Sonne; was ich problematisch finde, ist die <em>Vermischung<\/em> verschiedener Religionen, die dadurch &#8211; so bef\u00fcrchte ich &#8211; aus der Natur der Sache heraus auf ihre \u00c4u\u00dferlichkeiten reduziert wurden. Am Beispiel des Weihnachtsfestes ist das vielerorts ja recht deutlich zu beobachten.<\/p>\n<p>Die Zusammenf\u00fchrung von Christentum und paganen Religionen ist zwar ein zentrales Anliegen dieses Weblogs; in den Artikeln <a title=\"Saat und Ernte\" href=\"http:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/saat-und-ernte\/\">&#8222;Saat und Ernte&#8220; vom Oktober 2014<\/a> sowie <a title=\"Alles Gute kommt von oben!\" href=\"http:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/alles-gute-kommt-von-oben\/\">&#8222;Alles Gute kommt von oben&#8220; vom J\u00e4nner 2015<\/a> haben wir uns u.a. dieser Thematik gewidmet. Ein Weltbild, in dem christliche und heidnische Religionen wertsch\u00e4tzend und einander erg\u00e4nzend nebeneinander existieren, kann nicht durch Vermischung der Ausdrucksformen dieser Religionen entstehen, sondern nur, wenn diese in reiner und vor allem lebendiger Form erkannt werden. Die Vorgangsweise der Kirchen, bis zum heutigen Tag pagane Religionen abzuwerten bzw. die Existenz der verehrten Wesenheiten und Kr\u00e4fte zu leugnen oder gar zu verteufeln, um den Kulten dann die Formen und Inhalte der eigenen Religion \u00fcberzust\u00fclpen, sehe ich daher kritisch. \u2013<\/p>\n<p>Um dem Ganzen buchst\u00e4blich noch die Krone aufzusetzen, wurde auch Jesus Christus fortan ikonographisch oft mit der Gloriole des Sol Invictus dargestellt, bisweilen auch wie dieser mit Viergespann (Quadriga) und Weltkugel:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/1280px-Apollo1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3793\" alt=\"1280px-Apollo1\" src=\"http:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/1280px-Apollo1.jpg\" width=\"1280\" height=\"960\" srcset=\"https:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/1280px-Apollo1.jpg 1280w, https:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/1280px-Apollo1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/1280px-Apollo1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/1280px-Apollo1-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/1280px-Apollo1-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><\/a><\/p>\n<blockquote><p>Apollon-Sol mit 7-strahliger\u00a0Gloriole\u00a0des\u00a0Helios,\u00a0r\u00f6misches Bodenmosaik (2. Jhdt.),\u00a0Tunesien &#8211; Quelle: Wikicommons<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Christus_Sol_Invictus.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3795\" alt=\"Christus_Sol_Invictus\" src=\"http:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Christus_Sol_Invictus.jpg\" width=\"485\" height=\"718\" srcset=\"https:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Christus_Sol_Invictus.jpg 485w, https:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Christus_Sol_Invictus-202x300.jpg 202w\" sizes=\"auto, (max-width: 485px) 100vw, 485px\" \/><\/a><\/p>\n<blockquote><p>\u00a0Mosaik des Christus als\u00a0<i>Sol Invictus <\/i>mit Viergespann und flatterndem Mantel<i>\u00a0<\/i>in der Vatikanischen Nekropole, 3. Jahrhundert &#8211; Quelle: Wikicommons<\/p><\/blockquote>\n<p>Dass die Zahl der &#8222;Gl\u00e4ubigen&#8220; damit vermehrt werden konnte, wird nicht bezweifelt &#8211; aber ob der <em>Lehre Christi<\/em> &#8211; und letztlich nat\u00fcrlich auch den Gl\u00e4ubigen selbst &#8211; mit solchem &#8222;Etikettenschwindel&#8220; wirklich ein guter Dienst erwiesen wurde?<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche Ihnen jedenfalls inmitten des weihnachtlichen Trubels &#8211; trotz allem Kommerz und Kassengeklingel &#8211; zu Weihnachten Stunden der Ruhe, der Besinnung und der inneren Einkehr!<\/p>\n<p>Der Elfenfreund \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0im Dezember 2016<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu Weihnachten auf den Wein achten? Haben Sie sich auch schon einmal dar\u00fcber gewundert &#8211; oder vielleicht sogar ge\u00e4rgert -, warum uns in der Vorweihnachtszeit immer wieder in qu\u00e4lender Ausf\u00fchrlichkeit\u00a0in den Nachrichten\u00a0und Journalen alle Einzelheiten des &#8222;Weihnachtsgesch\u00e4ftes&#8220; so beharrlich nahegebracht &hellip; <a href=\"https:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/sol-invictus\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[753,75,137,386,765,762,16,763,448,754,760,751,757,755,750,759,761,764,752,758,756,665,749,660],"class_list":["post-3777","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-altes-rom","tag-brauchtum","tag-christentum","tag-christianisierung","tag-dekoration","tag-fest-der-geburt-christi","tag-geschenke","tag-gloriole","tag-goldenes-zeitalter","tag-heiden","tag-helios","tag-julfest","tag-julianischer-kalender","tag-kekse","tag-kommerz","tag-luna","tag-mithras","tag-saturn","tag-saturnalien","tag-sol-indiges","tag-sol-invictus","tag-weihnachten","tag-weihnachtsgeschaft","tag-wintersonnenwende"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3777","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3777"}],"version-history":[{"count":35,"href":"https:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3777\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3819,"href":"https:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3777\/revisions\/3819"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3777"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3777"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3777"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}