{"id":530,"date":"2012-11-09T01:28:22","date_gmt":"2012-11-08T23:28:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/?page_id=530"},"modified":"2016-08-10T18:03:43","modified_gmt":"2016-08-10T17:03:43","slug":"geschichten-nicht-nur-fur-kinder","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/kunst\/geschichten-nicht-nur-fur-kinder\/","title":{"rendered":"Geschichten (nicht nur) f\u00fcr Kinder"},"content":{"rendered":"<p><a name=\"Steinaeckerchen kurz\"><\/a><\/p>\n<p><strong>Ostern \/ April 2014<\/strong><\/p>\n<p><strong>Stein\u00e4ckerchen<\/strong><\/p>\n<p>Das Stein\u00e4ckerchen ist ein unfruchtbares St\u00fcck Land mit einer schwierigen Vergangenheit: Infolge von menschlicher Misswirtschaft mit Gifteinsatz und Ausbeutung konnte die Bl\u00fctenfee dort ihr segensreiches Wirken nicht mehr verrichten und hat sich davon zur\u00fcckgezogen. Aus Gram und Verbitterung dar\u00fcber ist H\u00f6rnchen, der H\u00fcter des St\u00fcckchens Land, verh\u00e4rtet und treibt dort nun zusammen mit d\u00e4monen\u00e4hnlichen Unholden und St\u00f6renfrieden wie Knackern, Knallern und dem verstauben \u201eKellermeister\u201c sein Unwesen, wobei die Sehnsucht nach wie vor in ihm lebendig ist.<\/p>\n<p>Als in dem verfallenen H\u00e4uschen eine Migrantenfamilie einquartiert wird, ist zun\u00e4chst H\u00f6rnchens Sinnen und Trachten darauf gerichtet, die Menschen m\u00f6glichst schnell wieder zu vertreiben.<\/p>\n<p>Doch diese Familie ist naturverbunden und gewinnt durch seine Art zu denken und zu leben H\u00f6rnchens Zuneigung. Besonders zu deren kleinem M\u00e4dchen (von H\u00f6rnchen insgeheim \u201eElfenkind\u201c genannt), das gleich Freundschaft mit dem alten unfruchtbaren Apfelbaum geschlossen hat, f\u00fchlt er sich fast eher wider Willen hingezogen. Und damit beginnt durch die Kraft der Liebe eine umfassende Verwandlung, in deren Verlauf H\u00f6rnchen seinen Gram \u00fcber die Menschen und damit seine Verh\u00e4rtung \u00fcberwindet, das Land aufbl\u00fcht, aber auch die Familie gesundet und das gewohnte unstete Wanderleben aufgeben kann, weil durch Liebe und Verbundenheit zum ehemaligen Stein\u00e4ckerchen dieses zu ihrem \u201eParadiesg\u00e4rtchen\u201c geworden ist:<\/p>\n<blockquote><p>(&#8230;) Das Wunder vom Stein\u00e4ckerchen wurde bekannt und zog die Schaulustigen von \u00fcberall her an. Den Bewohnern des kleinen Hauses brachte das Unruhe, dem Hotel aber Kunden. Der Besitzer wollte daf\u00fcr sorgen, dass die Leute vom Stein\u00e4ckerchen auch etwas sp\u00fcrten vom Gewinn. Sie sollten gewiss nicht zu kurz kommen. Aber von Gesch\u00e4ften wollte der Vater nichts wissen. Er k\u00f6nne arbeiten, meinte er, und Gem\u00fcse und Blumen verkaufen. Aber Wunder sollte man nicht vermarkten. Er sei dankbar, wenn er mit seiner Familie weiter hier wohnen d\u00fcrfe. \u201eWie erkl\u00e4ren Sie sich denn, was hier geschehen ist?\u201c fragte der Hotelbesitzer. Der Vater schwieg, aber die Mutter antwortete: \u201eGute Naturgeister helfen uns unsichtbar. Wir sprechen mit den Pflanzen und lassen Dinge, die f\u00fcr andere leblos sind, unsere Liebe sp\u00fcren.\u201c \u201eIch glaube\u201c, rief das Elfenkind, \u201eich habe hier Elfen gesehen oder doch wenigsten gesp\u00fcrt wie kleine Lichter in meinem Herzen.\u201c Kopfsch\u00fcttelnd verlie\u00df der Hotelbesitzer die drei merkw\u00fcrdigen K\u00e4uze. H\u00f6rnchen aber meinte wieder, vor lauter Freude m\u00fcsse es zerplatzen oder vergehen.<\/p>\n<p>An einem sch\u00f6nen Sonntag hatten viele Schaulustige das Stein\u00e4ckerchen besucht. Die kleine Familie war ersch\u00f6pft von vielen Fragen der Besucher. Erst am Abend wurde es wieder ruhig. \u201eKommt mit zum Apfelbaum, der Sonnenuntergang wird sch\u00f6n\u201c, bat Elfenkind. Gern begleiteten die Eltern ihr T\u00f6chterchen. Der Abendfriede tat allen wohl. Unsichtbar war nat\u00fcrlich auch H\u00f6rnchen da und der Kellermeister. Ein heiliges Geschehen war f\u00fcr Menschen und Gnomen das Erlebnis des Sonnenuntergangs. Als es dunkel geworden war, sagte die Mutter: \u201eEs ist sch\u00f6n, hier zu wohnen. Und doch meine ich, wir sollten weiterwandern. Hier kommen wir nicht mehr zur Ruhe.\u201c \u201eJa, wenn du kr\u00e4ftig genug bist, wandern wir\u201c, erwiderte der Vater. Aber Elfenkind war nicht einverstanden. \u201eWir m\u00fcssen warten\u201c, erkl\u00e4rte es, \u201eder Baum hat mir f\u00fcr n\u00e4chstes Jahr \u00c4pfel versprochen. Seine Bl\u00e4tter haben es gefl\u00fcstert. Der Baum und ich sind Freunde. Wir verstehen uns gut und k\u00f6nnen einander einfach nicht verlassen.\u201c \u201eJetzt muss es sein, Kampfhorn hin oder her\u201c, dachte H\u00f6rnchen. \u201eWenn ich es jetzt nicht tue, gehen sie.\u201c Es \u00fcberwand seine Scham, n\u00e4herte sich den Menschen, hob seine Grenze zwischen sich und ihnen auf und wurde sichtbar. Verlegen trippelte es von einem Bein auf das andere und murmelte vor sich hin: \u201eEs ist mir unangenehm, wirklich sehr unangenehm.\u201c \u201eWas ist dir unangenehm? St\u00f6ren wir deine Ruhe?\u201c fragte die Mutter freundlich. \u201eWir werden bald weiterwandern, und dann hast du dein Reich f\u00fcr dich. Aber danken wollen wir dir jetzt f\u00fcr alle Hilfe.\u201c H\u00f6rnchen trippelte immer aufgeregter von einem Bein auf\u2018s andere und murmelte: \u201eEs ist mir unangenehm, wirklich unangenehm. Ich meine mein Horn. Man zeigt so etwas nicht gern.\u201c \u201eDu bist doch ein netter Kerl, mit oder ohne Horn\u201c, tr\u00f6stete der Vater. \u201eLass dich nur sehen, so oft du magst, es freut uns.\u201c \u201eIch h\u00e4tte es nicht getan. Es ist mir unangenehm, wirklich sehr unangenehm\u201c, murmelte H\u00f6rnchen. &#8222;Aber ich muss verh\u00fcten, dass ihr wegzieht. Das Paradiesg\u00e4rtchen wird ohne euch wieder ein Stein\u00e4ckerchen.\u201c \u201eIhr habt doch alles wachsen lassen, wir Menschen k\u00f6nnen das nicht\u201c, meinte Elfenkind. \u201eJa, wachsen lassen als Antwort auf eure Liebe\u201c, meinte H\u00f6rnchen. \u201eDu bist noch klein, Elfenkind, aber du musst es doch schon jetzt erfahren. Es ist mir unangenehm, wirklich sehr unangenehm. Mein Horn ist ein Kampfhorn, spitzig und hart. Fr\u00fcher war es zart und hell wie ein Licht. Ich sah damit das Gute auf der Erde und die helfenden Kr\u00e4fte im Himmel. Es hat sich verwandelt, weil ich zu den Gnomen geh\u00f6rte, die nicht mehr mit den Menschen arbeiten und nicht mehr dem Leben dienen wollen. Ich habe das Stein\u00e4ckerchen verw\u00fcnscht. Es sollte unfruchtbar werden. Da seid ihr gekommen, Menschen, die ich lieben kann. Denn ihr habt selber Liebe gebracht und W\u00e4rme und Schmetterlinge. Weil ihr da seid, kann ich den Vernichtungskrieg gegen die Menschen und das Leben nicht mehr wollen. Viele wollen ihn, aber hier k\u00f6nnte Friede sein zwischen euch und uns. Mein Kampfhorn wird wieder ein kleines Licht, etwas wie ein Auge, das die guten Kr\u00e4fte sieht. Und die Bl\u00fctenfee kommt zur\u00fcck. Wenn ihr geht, wenn ihr nur euren Weg seht, &#8211; ach! Ich kann nicht weitersprechen.\u201c &#8211; \u201eIch wollte wandern\u201c, sagte die Mutter, \u201eweil ich wissen muss, wo der Regenbogen die Erde ber\u00fchrt.\u201c \u201eDen Ort musst du nicht suchen, ich kenne ihn, seitdem ihr hier wohnt\u201c, sagte H\u00f6rnchen. \u201eDu kannst ihn nur sp\u00fcren, nicht sehen. Wei\u00dft du denn nicht, dass der Regenbogen die Erde \u00fcberall da ber\u00fchrt, wo Liebe ist? Erlebst du seine Ber\u00fchrung nicht im Herzen deines Kindes?\u201c Weiter sprach H\u00f6rnchen nicht, denn es h\u00f6rte die Bl\u00fctenfee im Apfelbaum fl\u00fcstern: \u201eDu hast viel gelernt. Das Geheimnis meiner Blumen reift in dir. Wenn dieser Baum n\u00e4chstes Jahr sein Bl\u00fctenfest feiert, kann ich die Grenze zwischen dir und mir aufheben und muss nicht l\u00e4nger unsichtbar um dich sein.\u201c Die Menschen vernahmen nichts von den Worten der Bl\u00fctenfee. Aber sie empfanden, wie stark alle Blumen dufteten. \u201eJetzt muss ich nicht mehr wandern\u201c, sagte die Mutter, \u201emein Ziel und meine neue Aufgabe habe ich hier gefunden.\u201c \u201eDie sch\u00f6nsten Blumen kann ich nur an diesem Ort malen, sagte der Vater. \u201eDa wollen wir wohnen und die vielen Fragen der Besucher beantworten, so gut wir es verm\u00f6gen. Mit Geduld und Liebe gewinnen wir vielleicht hie und da einen Freund f\u00fcr die Naturgeister, die mit uns zusammen arbeiten und dem Leben dienen wollen. So arbeiten wir mit am Frieden zwischen Menschen und Gnomen.\u201c &#8211; \u201eGro\u00dfartig, gro\u00dfartig\u201c, schrie der Kellermeister und verneigte sich. Gern h\u00e4tte er sich auch gezeigt, aber er konnte die Grenze zwischen sich und den Menschen nicht aufheben. Noch war die Kraft dazu nicht gereift in ihm. Nur wie ein Schatten, der sich bewegte, kam er dem kleinen M\u00e4dchen und seinen Eltern vor. Im morschen Balken am Steinackerh\u00e4uschen knackte es laut, als wolle jemand sagen. \u201eIch bin auch da und freue mich mit.\u201c Und pl\u00f6tzlich jubelte das Elfenkind: \u201eMein Pate, der rote Stern. So deutlich habe ich ihn noch nie gesehen. Er zwinkert mir zu, sicher wird er immer \u00fcber uns stehen und uns helfen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>(Aus: Ursula Burkhard, Stein\u00e4ckerchen. Werkgemeinschaft Kunst und Heilp\u00e4dagogik Wei\u00dfenseifen, 2. Auflage, 1990, S. 36ff. Mit freundlicher Genehmigung des Verlages)<\/p>\n<p><a name=\"Schnips\"><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p><strong>Die Feder<\/strong><\/p>\n<p>Gern h\u00e4tte sich Schnips ein wenig ausgeruht (&#8230;). So ging er eben ein wenig spazieren. (&#8230;) Wie er so ging, fand er unter einem Baum eine Vogelfeder. &#8222;Schaut einmal dieses Erdm\u00e4nnlein&#8220;, kicherte eine Elfe aus einer blauen Blume, &#8222;schaut einmal dieses Erdm\u00e4nnlein, es will sich Fl\u00fcgel wachsen lassen auf seinem R\u00fccken.&#8220; Und gleich war Schnips umringt von vielen Elfen. Alle lachten: Fliegen will der Zwerg, fliegen!\u201c \u201eUnsinn\u201c, schimpfte Schnips, \u201eihr einf\u00e4ltigen Luftschw\u00e4rmer! Nicht das kleinst bisschen Verstand habt ihr.\u201c Und er schlug so heftig um sich mit seiner Feder, dass alle Elfen erschraken und wegflogen.<\/p>\n<p>Eigentlich w\u00e4re Schnips auch gern geflogen. Immer w\u00fcnschte er sich Fl\u00fcgel, wenn er V\u00f6gel sah oder K\u00e4fer. Aber das wollte er nicht zugeben.<\/p>\n<p>\u201eKommt, wir spielen\u201c, riefen die Elfen. Sie schwebten zu ihrem Tanzplatz. Dort haschten sie nach Sonnenstrahlen. Daraus woben sie feine Goldb\u00e4nder. Und nun tanzten sie ihren Reigen und warfen sich die leuchtenden B\u00e4nder zu. Das sah sehr h\u00fcbsch aus. Schnips gefiel dieser Sonnentanz. Und doch \u00e4rgerte er sich, weil die Elfen sich lustig gemacht hatten \u00fcber ihm. Ein wenig bestrafen musste er sie daf\u00fcr. (&#8230;) Er packte seine Feder und warf sie nach den Elfen. Schwups flog sie, flog und flog und fiel gerade auf das zarte Sonnenband. So zart war dieser Band, dass es zerriss. Der sch\u00f6ne Sonnentanz war zu Ende. Schnips hatte das nicht gewollt. Es tat ihm richtig leid. \u201eTollpatsch\u201c, schimpften die Elfen. Schnips wollte sagen, wie leid es ihm tue, aber es kam einfach nicht heraus. Er hatte ja wirklich die Elfen nur ein wenig necken wollen.<\/p><\/blockquote>\n<p>(Aus: Ursula Burkhard, Schnips. Ein Zwerglein macht Dummheiten. Werkgemeinschaft Kunst und Heilp\u00e4dagogik Wei\u00dfenseifen, 1987. Mit freundlicher Genehmigung des Verlages.)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a name=\"Epic\"><\/a><br \/>\n<strong>Epic &#8211; Verborgenes K\u00f6nigreich<\/strong><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal, auf die Goldwaage wird man Filme made in Hollywood wohl nicht legen d\u00fcrfen, denn ohne Action oder Kitsch (oder beides) kommen die einfachen Strickmuster solcher Massenware ja offenbar leider nicht aus. Und somit w\u00e4re es von vornherein unrealistisch gewesen, in so einem Hollywood-Epos die im Reich der Naturwesen waltende \u201eTiefe, das Sch\u00f6ne, das Hoheitsvolle, das Stille, das unfassbar zauberhafte ohne jeglichen Kitsch und die Liebe\u201c, wie das die \u201eElfenwirken\u201c-Leserin und Schreiberin des j\u00fcngsten Leser(innen)briefes so sch\u00f6n und v\u00f6llig zurecht formuliert hat, wiederfinden zu wollen. Auch muss ich vorausschicken, dass meiner \u00dcberzeugung nach Kinder, die noch nicht zumindest das 9. Lebensjahr vollendet haben, aus physiologischen Gr\u00fcnden mit derart grellen Bildern und aufw\u00fchlend geschnittenen, dabei v\u00f6llig \u00fcbertriebenen und der Realit\u00e4t nicht entsprechenden, auch Gewalt verharmlosenden Actionszenen \u00fcberfordert sind und damit eigentlich nicht konfrontiert werden d\u00fcrften! Meine eigenen Kinder haben das bis zu einem gewissen Alter auch von sich aus stets abgelehnt, aber manche Kinder sind ja heute schon richtiggehend s\u00fcchtig nach derartiger Reiz\u00fcberflutung, die meiner Erfahrung als Lehrer nach aber nie ohne nachteilige Folgen f\u00fcr das Kind bleibt.<\/p>\n<p>Doch weil dieser Film bereits in der Vorank\u00fcndigung mit \u201eElfen\u201c und \u201eNaturwesen\u201c in Verbindung gebracht wurde, habe ich ihn mir nat\u00fcrlich angesehen. Mein Eindruck war, dass die Macher dieses Films in erster Linie darauf bedacht gewesen sind, alles hineinzupacken, was in anderen Filmen gut angekommen ist: eine 3D-M\u00e4rchenlandschaft, die an \u201eAvatar\u201c erinnert, die \u201eB\u00f6sen\u201c haben deutliche Anleihen bei den \u201eOrks\u201c aus \u201eHerr der Ringe\u201c genommen, sogar unterirdische, haarstr\u00e4ubend riskante H\u00e4ngebr\u00fccken-Konstruktionen sowie St\u00fcrze \u00fcber mehrere Stockwerke derselben wie beim \u201eKleinen Hobbit\u201c kommen vor, wilde Verfolgungsjagden durch die Luft auf dem R\u00fccken von V\u00f6geln finde ich mittlerweile auch nicht mehr wirklich neu, wenn auch in 3D immer wieder atemberaubend, und die theoretische Untermauerung, wieso Elfen f\u00fcr uns Menschen unsichtbar sein und trotzdem existieren sollen (weil sie \u201eschneller vibrieren\u201c), schien mir dann doch allzu sehr von Artemis Fowl inspiriert (oder sollte man sagen: abgekupfert?) zu sein, als dass ich sie per se noch zumindest interessant gefunden h\u00e4tte. Gut, dass wenigstens die Komik in manchen Szenen immerhin so lustig war, dass man dar\u00fcber doch\u00a0 ab und zu schmunzeln konnte.<\/p>\n<p>Wenn nun aber der Eindruck entstanden sein sollte, dass ich Elfenfreund hier nur H\u00e4me und eine vernichtende Kritik \u00fcber diesen Kinderfilm ausgie\u00dfen will, so muss ich doch erw\u00e4hnen, dass man aus dem Plot an sich durchaus noch mehr h\u00e4tte herausholen k\u00f6nnen, was Kindern in ihrem Verst\u00e4ndnis der Welt weiterhilft: Den Kampf in einem \u00d6kosystem (Wald) zwischen Produzenten (Leafmen) und Destruenten (Boggans) bildhaft darzustellen und eine Geschichte daraus zu erz\u00e4hlen, finde ich eigentlich eine wirklich gute Idee, f\u00fcr die ich durchaus bereit gewesen w\u00e4re, einige Hollywood-Plattheiten in der Umsetzung zu tolerieren. Nur w\u00e4re es halt sch\u00f6n gewesen, wenn man bei dabei etwas tiefer gegangen w\u00e4re und die Boggans eben nicht nur wie \u201eb\u00f6se, b\u00f6se Orks\u201c, dargestellt ha\u00e4tte, deren einziger Lebenszweck die Bosheit an sich zu sein scheint, sondern herausgearbeitet h\u00e4tte, dass diese durchaus auch ihren Sinn und ihre berechtigte Aufgabe im \u00d6kosystem haben. (Etwa so: Sie sind sch\u00e4dlich, weil es zu viele geworden sind, d.h. weil aus irgendeinem Grund das nat\u00fcrliche Gleichgewicht zwischen Produzenten und Destruenten gest\u00f6rt worden ist.)<\/p>\n<p>Der Elfenfreund<\/p>\n<p><a name=\"Geschichten Mai 2013\"><\/a><br \/>\n<strong>Zoroaster &#8211; Zarathustra<\/strong><\/p>\n<p>Saadi, der sp\u00e4tere Zarathustra, der zu diesem Zeitpunkt noch nichts von seiner sp\u00e4teren Aufgabe wei\u00df, hat sich im Wald verletzt und muss allein in der Natur und mit den darin wirkenden Wesen die Heilung abwarten. Diese Zeit der erzwungenen Ruhe bewirkt in dem J\u00fcngling eine Vertiefung und \u00f6ffnet ihn f\u00fcr ein ungew\u00f6hnliches inneres Erleben:<\/p>\n<blockquote><p>Die Kleinen kamen t\u00e4glich und halfen ihm so \u00fcber die schwere Zeit.<\/p>\n<p>Manchmal erz\u00e4hlten sie ihm auch, was sich im Walde zutrug. Aber es blieb immer noch genug Zeit, in der Seele still werden und sich in Heiliges versenken konnte.<\/p>\n<p>Eines Nachts wurde ihm abermals ein Bild gezeigt.<\/p>\n<p>Er sah einen unendlich weiten, gro\u00dfen Raum. Licht und hell war er, obwohl er keine Fenster\u00f6ffnungen zu haben schien. Alles Licht schien von oben hereinzufallen.<\/p>\n<p>In strahlenden B\u00fcndeln senkte es sich in ein rotgoldenes Gef\u00e4\u00df, in dem es zu brodeln begann.<\/p>\n<p>Jeden Augenblick erwartete Saadi, das Gef\u00e4\u00df, das bis zum Rande gef\u00fcllt schien, werde \u00fcberlaufen. Aber das geschah nicht. Ringsum begann ein T\u00f6nen und Klingen. Dann verschwand das Bild.<\/p>\n<p>Aber es kam wieder, Nacht um Nacht. Immer deutlicher und strahlender zeigte es sich, bis es einmal am Tage erschien. Feierliche Stille herrschte ringsum, es war, als d\u00fcrfe die ganze Natur mitschauen.<\/p>\n<p>Oben, ganz oben tat sich der weite, lichterf\u00fcllte Raum auf, in den immer neue Lichtfluten hereinbrachen.<\/p>\n<p>Die Schale strahlte wie nie zuvor. Lichte Gestalten schienen sie zu umgeben. (&#8230;) Da str\u00f6mte es herab.<\/p>\n<p>Gewaltige Kraft erf\u00fcllte den Schauenden. Er konnte die Augen nicht abwenden, trotzdem der Glanz ihn blendete. (&#8230;)<\/p>\n<p>Langsam erlosch das Bild. Der Himmel schloss sich wieder zu ungetr\u00fcbter Bl\u00e4ue. Aber die Kraft, die ihm geschenkt worden, war bei ihm geblieben. Sie belebte ihn. Er richtete sich auf.<\/p>\n<p>Es ging! Er wollte aufstehen; aber es war nichts da, woran er sich halten konnte. Er musste warten, bis die Kleinen kamen. Warten hatte er nun gelernt. Es fiel ihm nicht mehr schwer.<\/p>\n<p>Da kamen sie schon herangetrippelt. Wie verj\u00fcngt sahen sie aus! &#8222;Was ist euch geschehen!&#8220; rief Saadi ihnen entgegen.<\/p>\n<p>&#8222;Das gleiche wie dir&#8220;, lautete die rasche Antwort. &#8222;Wir haben alle von der Kraft empfangen \u00a0d\u00fcrfen, die einmal im Jahr auf die ganze Sch\u00f6pfung herabstr\u00f6mt. Das ist ein hoher Feiertag auf Erden, den ihr Menschen aber schon vergessen habt.<\/p>\n<p>Wir alle, die Tiere und Pflanzen wissen davon und nehmen die Kraft bewusst in uns auf. Euch anderen wird sie auch geschenkt. Aber Ihr merkt es kaum, und wenn Ihr merkt, dass etwas Euch gest\u00e4rkt hat, so denkt Ihr nicht dar\u00fcber nach, woher Euch dies kommt.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>(Aus: Zoroaster. Leben und Wirken des Wegbereiters in Iran. Verlag Maria Bernhardt, Vomperberg, Tirol, 1957, S. 67ff.)<\/p>\n<div><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a name=\"Burkhardt April 2013\"><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Wolf im M\u00e4rchen<\/strong><\/p>\n<p>Mit Zoologie hat er nichts zu tun. Er ist eher verwandt mit dem Fenriswolf, von dem die germanischen G\u00f6ttersagen berichten. Wenn dieses Ungeheuer seinen Rachen aufsperrt, ber\u00fchrt der Unterkiefer die Erde und der Oberkiefer den Himmel. Der Fenriswolf w\u00fcrde seinen Rachen noch weiter aufrei\u00dfen, wenn genug Raum daf\u00fcr w\u00e4re. Wenn die Welt untergeht, wird ein Wolf aus seinem Rudel die Sonne verschlingen, ein anderer den Mond. Durch diese W\u00f6lfe kommt die Finsternis \u00fcber die Erde. Sie sind die lebensverneinende, alles verdunkelnde und verschlingende Macht.<\/p>\n<p>Kleine Kinder f\u00fchlen sich oft bedroht von dem, was in ihrer Umwelt geschieht und nicht verstandesm\u00e4\u00dfig erfasst werden kann. Ihr Wortschatz ist viel zu klein, um ihre reichen inneren Erlebnisse auszudr\u00fccken. Das kann zu Spannungen f\u00fchren. Unausgesprochene, nicht durchschaubare Erlebnisse k\u00f6nnen zu inneren Bildern werden, wie der Erwachsene sie kennt aus Tr\u00e4umen. Manchmal nehmen Kinder\u00e4ngste die Gestalt eines grimmigen Wolfes an. Wenn ein Kind nicht schlafen kann, weil ein gro\u00dfes, b\u00f6ses Tier in seinem Zimmer ist, sollten Erwachsene das ernst nehmen. Nat\u00fcrlich verschwindet der Wolf aus dem Kinderzimmer, sobald jemand ein Licht anz\u00fcndet. Denn der M\u00e4rchenwolf ist wie sein Vorfahre, der Fenriswolf, ein Gesch\u00f6pf der Finsternis. Oft ist er Bild f\u00fcr Verlassenheitsgef\u00fchle des Kindes, oder er verk\u00f6rpert die Dunkelheit der Nacht. Er ist also ein Gegensatz zum hellen, freundlichen Tag. Als lebensverneinendes, alles verschlingendes Gesch\u00f6pf ist er aber auch ein Gegensatz zu den Eltern oder Betreuern, die Leben und Geborgenheit erm\u00f6glichen. Wer dem rei\u00dfenden Wolf begegnet, wird gefressen, nicht liebevoll ern\u00e4hrt. (&#8230;)<\/p>\n<p>Bei einem Elternabend haben wir erfahren, dass auch ein Vater, der selber nicht J\u00e4ger ist, ein Untier \u00fcberw\u00e4ltigen kann. Jede Nacht trieb ein Wolf im Kinderzimmer sein Unwesen. Da kam einmal der Vater herein, der kroch ohne ein Licht anzuz\u00fcnden unter das Bett, wo der Wolf sich zu verstecken pflegte. Mit gro\u00dfer M\u00fche holte er ihn hervor, es gelang erst nach hartem Ringen, und dann warf er ihn zum Fenster hinaus. Fenster und L\u00e4den wurden fest verschlossen. Der Mut des Vaters beeindruckte den Wolf. Er kam nicht mehr, und die ganze Familie genoss die ungest\u00f6rte Nachtruhe.<\/p>\n<p>Wenn wir einem Kind Geschichten erz\u00e4hlen wie &#8222;Rotk\u00e4ppchen&#8220; oder &#8222;Der Wolf und die sieben Gei\u00dflein&#8220;, erlebt es zuh\u00f6rend, dass W\u00f6lfe \u00fcberwunden werden k\u00f6nnen, und mit den Untieren, seinen eigenen, Gestalt gewordenen \u00c4ngsten, \u00fcberwindet es auch allm\u00e4hlich diese \u00c4ngste. Ein Angstbild kann nur bildhaft \u00fcberwunden oder verwandelt werden, nicht durch vern\u00fcnftiges oder gar intellektuelles Zureden. Wichtig ist, dass wir bewusst und \u00fcberzeugt auf das gute Ende hin erz\u00e4hlen. Vielleicht ist uns das nicht einfach gegeben. Vielleicht m\u00fcssen wir uns erst durch Arbeit an uns selber dazu erziehen, das Positive in unserem Leben, in unserer Zeit und in der menschlichen Entwicklung zu sehen. Das ist eine schwere Aufgabe. In unserer Umgebung wird \u00fcberall viel Kritik ge\u00fcbt, und wir \u00fcbernehmen leicht die negative Einstellung vieler Mitmenschen. Aber nur wenn wir an den guten Ausgang glauben, k\u00f6nnen wir auch auf das gute Ende hin erz\u00e4hlen. So lernt das Kind im M\u00e4rchen die Macht des B\u00f6sen kennen, und zugleich erf\u00e4hrt es von der M\u00f6glichkeit der Erl\u00f6sung. Das M\u00e4rchen spricht nicht von einer heilen Welt, sondern von heilenden Kr\u00e4ften in einer noch unheilen Welt.<\/p>\n<p>(Aus: Ursula Burkhard, Das M\u00e4rchen und die Bilderwelt des Kindes. Werkgemeinschaft Kunst und Heilp\u00e4dagogik Wei\u00dfenseifen, 1988)<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Elfentagebuch:\u00a0<a title=\"M\u00e4rchen, Mythen, G\u00f6ttersagen\" href=\"http:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/marchen-mythen-gottersagen\/\">M\u00e4rchen, Mythen, G\u00f6ttersagen (April 2013)<\/a><\/p>\n<p><a name=\"Geschichte April 2013\"><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><a title=\"Frau Holle\" href=\"http:\/\/www.sagen.at\/texte\/maerchen\/maerchen_deutschland\/brueder_grimm\/frauholle.html\" target=\"_blank\">Frau Holle<\/a> &#8211; Interpretation vom Elfenfreund<\/strong><\/p>\n<p>Frau Holle ist eine hohe Wesenheit, die eine f\u00fcr die Menschen besonders wichtige Aufgabe erf\u00fcllt: Sie teilt den ungeborenen Menschenkindern gesetzm\u00e4\u00dfig ihr Schicksal auf Erden zu. Das eine l\u00e4sst sie in eine reiche Familie geboren werden, dem anderen legt sie Armut in die Wiege. Sie gibt jedem Kind die Eltern und die Verh\u00e4ltnisse mit auf den Lebensweg, die f\u00fcr seinen jeweiligen Lern- und Entwicklungsprozess auf Erden notwendig sind. Durch ihre Schicksals-Zuteilung wird das eine M\u00e4dchen zur Goldmarie, das andere zur Pechmarie.<\/p>\n<p>Der Name &#8222;Frau Holle&#8220; bedeutet &#8222;die Huldvolle&#8220;. Welche Gottheit einst hinter diesem Attribut stand, dar\u00fcber sind sich die Forscher nicht ganz einig. Es d\u00fcrfte sich jedenfalls um eine sehr alte und sehr hochangesehene Wesenheit gehandelt haben, sei es nun eine gro\u00dfe Mutterg\u00f6ttin der Jungsteinzeit, eine uralte weibliche Erdgottheit oder die germanische G\u00f6ttin Frigg selbst, die so angesprochen wurde. Auch die germanische Toteng\u00f6ttin Hel wird mit dem Namen in Verbindung gebracht. (Quelle: Wikipedia, Stichwort: Frau Holle)<\/p>\n<p>Der Hollerbusch erhielt seinen Namen, weil seine Bl\u00fcten und Fr\u00fcchte gleichnishaft zeigen, was Frau Holle f\u00fcr die Menschen reifen l\u00e4sst: duftende, goldene Taler-Sterne (oder sind es Sternen-Taler?) f\u00fcr die einen und klebrigen, schwarzen, ungekocht sogar leicht giftigen pechartigen Saft f\u00fcr die anderen.<\/p>\n<p>Das M\u00e4rchen \u201eFrau Holle\u201c ist ein durchaus moralisches Lehrst\u00fcck, das Menschen der vorchristlichen Zeit bemerkenswerte Einblicke hinter die Kulissen des allt\u00e4glichen Lebens gestattet. Einander gegen\u00fcbergestellt werden darin zwei Menschen gegens\u00e4tzlichen Charakters, der eine \u201csch\u00f6n und flei\u00dfig\u201d, also ein guter Mensch, der andere \u201ch\u00e4sslich und faul\u201d, ein Mensch mit vielen Fehlern und Schw\u00e4chen. Die Worte \u201csch\u00f6n\u201d und \u201ch\u00e4sslich\u201d stehen hier nicht f\u00fcr das \u00c4u\u00dfere des K\u00f6rpers, sondern symbolisieren die Beschaffenheit der Seele. &#8211; Wer mag dieses sprachliche Juwel empfangen und zum &#8222;M\u00e4rchen&#8220; geformt haben und wann mag das gewesen sein? Es muss eine wahrhaft weise Person gewesen sein &#8211; vielleicht eine Priesterin, eine Schamanin? &#8211; die \u00fcber beachtliches Wissen vom Wirken des Schicksals in der Sch\u00f6pfung besessen hat. Aufgeschrieben wurde das M\u00e4rchen bekanntlich von den Gebr\u00fcdern Grimm vor ca. 200 Jahren, aber seine m\u00fcndliche Tradition geht viel weiter zur\u00fcck und die Figur der &#8222;Frau Holle&#8220; l\u00e4sst sich unter verschiedenen Bezeichnungen bis in die Jungsteinzeit zur\u00fcckverfolgen. &#8211;<\/p>\n<p>Nun aber die eigentliche Interpretation:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Eine Witwe hatte zwei T\u00f6chter, davon war die eine sch\u00f6n und fleissig, und die andere h\u00e4sslich und faul. Sie hatte aber die h\u00e4ssliche und faule, weil sie ihre rechte Tochter war, viel lieber, und die andere musste alle Arbeit tun und der Aschenputtel im Hause sein.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Goldmarie und Pechmarie sind Halbschwestern, sie haben den selben Vater, der aber verstorben ist. Das erinnert mich an den Ausruf \u201eGott ist tot!\u201c; die Welt, besser gesagt die menschliche Gesellschaft, hat sich \u00fcberwiegend von Gott abgewendet und geht ihre eigenen Wege. Goldmaries Mutter, die ihr als \u201eseelenverwandt\u201c die Sch\u00f6nheit vererbt hat, war seine erste Frau. Wie gesagt, Sch\u00f6nheit meint im M\u00e4rchen nicht nur die Beschaffenehit des K\u00f6rpers, sondern steht f\u00fcr Anmut als seelische Eigenschaft und Tugend. Goldmarie und ihre Mutter erinnern an eine Zeit, als die Menschheit noch nicht so tief in Irrtum und Fehler verstrickt war.<\/p>\n<p>Nach dem Tod seiner ersten Frau nahm der Vater als zweite Frau Goldmaries Stiefmutter, die aber ihr ihr leibliches Kind, obwohl es faul und h\u00e4sslich ist, der Goldmarie vorzieht. Diese \u201eWitwe\u201c, Goldmaries b\u00f6se Stiefmutter, steht f\u00fcr die Welt, durchaus im Sinne der mitterlalterlichen \u201eFrau Welt\u201c, der Personifikation weltlicher Sinnenfreude und weltlichen Gl\u00fcckes. Am Wormser Dom ist sie dargestellt: Sie erscheint von vorn als sch\u00f6ne bet\u00f6rende Frau, ihr R\u00fccken aber ist voller Eiter und gr\u00e4sslichem Ungeziefer. Man k\u00f6nnte auch sagen: Sie ist die Eitelkeit in Person, denn sie baut auf den \u00e4u\u00dferen Schein und nicht auf das wahre Sein. Sie ist es, die der &#8222;Pechmarie&#8220; den Rat gibt, sich absichtlich zu stechen und die Spindel in den Brunnen zu werfen. Es ist klar, dass ein idealstrebender Mensch wie Goldmarie es in so einer \u201eWelt\u201c nicht leicht hat, dort vor allem Unverst\u00e4ndnis findet und angefeindet wird.<\/p>\n<p>Die Spindel, die Goldmarie so oft mit Blut und Tr\u00e4nen netzte, symbolisiert den Lebensfaden. Als Goldmaries schweres Erdenleben endet, in dem sie durch schlechte Menschen ungerecht vieles erleiden musste (&#8222;Blut und Tr\u00e4nen&#8220;), gelangt sie durch den \u201ctiefen Brunnen\u201d (heutige Sterbeforscher sprechen vom \u201cTunnelerlebnis\u201d) in die Anderswelt, das Jenseits. Es ist das Reich der Frau Holle, ein Reich unter der Erde und doch im Himmel, \u00fcber den Wolken.<\/p>\n<p>Auch dort ist &#8222;der gute Mensch&#8220;, Goldmarie, flei\u00dfig und tugendvoll und hat im Reich der Frau Holle &#8222;ein gut Leben, kein b\u00f6ses Wort und alle Tage Gesottenes und Gebratenes&#8220; &#8211; was wohl im \u00fcbertragenen Sinne als &#8222;Leben ohne existentielle Sorgen&#8220; zu verstehen ist. Trotzdem bekommt er mit der Zeit &#8222;Heimweh&#8220;: Die Sehnsucht nach einem erneuten Erdenleben stellt sich ein. Frau Holle billigt diese Sehnsucht (&#8222;es gef\u00e4llt mir, dass du wieder nach Haus verlangst&#8220;), bedeutet sie doch nichts anderes, als dass dieser Mensch \u00a0seelisch weiter reifen und sich vervollkommnen will, wozu eben das Leben und Erleben auf Erden und in Fleisch und Blut notwendig sind, auch wenn das f\u00fcr die Seele gro\u00dfe M\u00fchen und Entbehrung mit sich bringt.<\/p>\n<p>Doch im neuen Erdenleben tr\u00e4gt das stete gute Wollen dieses Menschen deutlich sichtbar Fr\u00fcchte und bewirkt diesmal einen besseren Start ins Erdenleben als das letzte Mal: Frau Holle f\u00fchrt das M\u00e4dchen (=Seele) vor ein gro\u00dfes Tor.<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Das Tor ward aufgetan, und wie das M\u00e4dchen gerade darunter stand, fiel ein gewaltiger Goldregen, und alles Gold blieb an ihm h\u00e4ngen, so dass es \u00fcber und \u00fcber davon bedeckt war. &#8222;Das sollst du haben, weil du so flei\u00dfig gewesen bist&#8220;, sprach die Frau Holle und gab ihm auch die Spule\u00a0<em>(=Lebensfaden, ein neues Erdenleben)<\/em>\u00a0wieder, die ihm in den Brunnen gefallen war. Darauf ward das Tor verschlossen, und das M\u00e4dchen befand sich oben auf der Welt, nicht weit von seiner Mutter Haus; und als es in den Hof kam, sa\u00df der Hahn auf dem Brunnen und rief:<\/p>\n<p align=\"center\">&#8222;Kikeriki,<br \/>\nUnsere goldene Jungfrau ist wieder hie.&#8220;<\/p>\n<p>Da ging es hinein zu seiner Mutter, und weil es so mit Gold bedeckt ankam, ward es von ihr und der Schwester gut aufgenommen.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<div>\n<p>Also obwohl die Stiefmutter (man k\u00f6nnte &#8211; ganz deutsch gesagt &#8211; auch die vom \u00fcblen Menschenwollen verbogenen irdischen Verh\u00e4ltnisse in dieser Personifizierung erblicken) den tugendhaften Menschen weniger liebt als ihre &#8222;rechte&#8220; (leibliche) Tochter, die fehlerhafte und faule, akzeptiert sie den tugendhaften Menschen nun aufgrund der irdischen Position, in die er zu seinem Schutz diesmal geboren werden konnte.<\/p>\n<p>Nun m\u00f6chte aber der fehlerhafte Mensch auch das haben, was der tugendhafte durch sein gutes Streben sich erworben hat, er muss es allein schon aus Prestigegr\u00fcnden bekommen, die Mutter (=menschliche Gesellschaft) erwartet es. Doch die Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten im Jenseits lassen sich sich nicht t\u00e4uschen; dem lasterhaften Menschen wird der Lohn, den er sich verdient hat, auch wenn es erst ein Erdenleben sp\u00e4ter sichtbar wird.<\/p>\n<div>\n<p>Der Elfenfreund<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Elfentagebuch: <a style=\"font-style: normal; text-decoration: underline;\" title=\"M\u00e4rchen, Mythen, G\u00f6ttersagen\" href=\"http:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/marchen-mythen-gottersagen\/\">M\u00e4rchen, Mythen, G\u00f6ttersagen (April 2013)<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><a name=\"Kunst Februar 2013\"><\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ein &#8222;M\u00e4rchen&#8220;<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p>Das folgende &#8222;M\u00e4rchen vom Menschen, der die Erde bewohnte&#8220; &#8211; eine Geschichte nicht f\u00fcr Kinder! &#8211; habe ich Elfenfreund vor ann\u00e4hernd 20 Jahren als junger Lehramtskandidat geschrieben. Ich habe es k\u00fcrzlich &#8222;ausgegraben&#8220; und fand, es k\u00f6nnte vielleicht zum diesmaligen Artikel passen &#8230; wenngleich der geneigte Leser merken wird, dass ich damals sehr kulturpessimistisch eingestellt war&#8230;:<\/p>\n<blockquote><p><strong>Es &#8211; <em>war<\/em> &#8211; einmal &#8230;?<\/strong><\/p>\n<p>Viele Hunderttausende von Jahren sind vergangen, seit der Mensch die Erde betreten hat. Was nicht alles hat er seither hier erlebt!<\/p>\n<p>Ganz eingebettet war er zun\u00e4chst in das geheimnisvolle Weben und Wirken der Natur, war ganz Kind der Sch\u00f6pfung, und sie gab ihm in F\u00fclle, was er zum Leben brauchte.<\/p>\n<p>Der Mensch entwickelte sich und wurde klug. Er lernte die Kraft der Elemente kennen und f\u00fcrchten, aber auch verstehen und ben\u00fctzen &#8211; das Feuer wurde ihm dienstbar.<\/p>\n<p>Die Natur selbst unterwies den Menschen bei der Herstellung verschiedener Ger\u00e4te zur Erleichterung seines Lebens; auch Tiere lehrte sie ihn z\u00e4hmen und den Boden bebauen. Kindlich freute er sich an allem Sch\u00f6nen, und es dr\u00e4ngte ihn, auch selbst Sch\u00f6nes zu gestalten, die Umgebung zu veredeln; ein unbestimmtes Sehnen nach einem <em>menschen<\/em>w\u00fcrdigeren Dasein brachte so fr\u00fche Formen von Kunst und Kultur hervor.<\/p>\n<p>Der Mensch wurde immer kl\u00fcger und geschickter. Immer besser lernte er die Eigenschaften der Natur kennen und n\u00fctzen: Steine behauen, Stoffe weben und f\u00e4rben, Metalle schmelzen, gl\u00fchen und schmieden. Er errichtete St\u00e4dte, Tempel und Pal\u00e4ste, fuhr auf Schiffen \u00fcber Fl\u00fcsse und Meere und machte sich allm\u00e4hlich die ganze Erde untertan.<\/p>\n<p>Hochkulturen bl\u00fchten auf &#8230; und versanken wieder in Schutt und Asche: Der Mensch verwendete seine Klugheit nicht nur, um aufzubauen und zu pflegen, sondern auch um Kriege zu f\u00fchren und zu zerst\u00f6ren. Er wollte herrschen, nicht h\u00fcten; nicht empfangen, sondern an sich rei\u00dfen; die Macht, die ihm zuteil geworden war, hatte ihm das Herz verblendet. Er schwang nicht mehr im Reigen der Gesch\u00f6pfe Gottes: Getrieben von Eitelkeit, Habsucht, L\u00fcsternheit, Neid und Hass gew\u00f6hnte er sich bald daran, sein egoistisches &#8222;ICH&#8220; \u00fcber alles zu stellen, alles Schw\u00e4chere aber auszubeuten und zu unterdr\u00fccken.<\/p>\n<p>Damit entfremdete er sich immer mehr der Natur &#8211; denn er war in seinem Herzen unnat\u00fcrlich geworden. Zwar ern\u00e4hrte sie ihn nach wie vor, seine leibliche Mutter, doch er empfand sie insgeheim jetzt als Feindin, der er auch feindlich gegen\u00fcbertrat; weil er sich aber nicht mehr kindlich einf\u00fcgen wollte, konnte sie seine Werke nicht l\u00e4nger f\u00f6rdern, sodass er sich mit der Zeit gen\u00f6tigt sah, ihr sogar sein t\u00e4glich Brot im Schwei\u00dfe seines Angesichtes m\u00fchsam abzuringen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich konnte er so auch nicht mehr wirklich gl\u00fccklich sein, wie er es war in den Kindestagen seines Seins auf Erden: Unruhe und Unzufriedenheit hatten sich ihm beigeselt und wurden seine st\u00e4ndigen Begleiter. Sie raubten ihm den Frieden und hetzten ihn von Krieg zu Krieg, von Unrecht zu Unrecht und von Leid zu Leid.-<\/p>\n<p>Er aber beharrte auf <em>seinem<\/em> Recht, bekehrte sich nicht, sondern strengte sich nur noch mehr an, die ganze Welt <em>seinem<\/em> Willen zu unterwerfen.<\/p>\n<p>Wissen ist Macht, das hatte der Mensch erkannt. Darum strebte er nach Klugheit; und je kl\u00fcger er wurde, desto st\u00e4rker machte sich sein Einfluss auf die Erde f\u00fchlbar. Der Mensch triumphierte, schien es doch tats\u00e4chlich so, als k\u00f6nne er die Welt nach <em>seinen<\/em> eigens\u00fcchtigen Vorstellungen und W\u00fcnschen beherrschen. Was aber waren das f\u00fcr W\u00fcnsche! Alle seine Mitgesch\u00f6pfe schrien auf unter der Last ihrer Ma\u00dflosigkeit. Alles riss der Mensch an sich, \u00fcberall mischt er sich ein, alles wollte er &#8222;verbessern&#8220; und umgestalten, nur nicht sich selbst in seiner d\u00fcnkelhaften Selbstgef\u00e4ligkeit. Er raffte, rodete und pl\u00fcnderte und zog eine Spur der Verw\u00fcstung \u00fcber die ganze Erde. Der Himmel h\u00fcllte sich bereits in schwarze Wolken und weint saure Tr\u00e4nen; die Ausd\u00fcnstungen der Fabriken verpesteten die Luft, vergifteten den Boden und verseuchten das Wasser. Doch die Menschen lie\u00dfen noch immer nicht ab von ihrem Tun.<\/p>\n<p>Da traf den Menschen pl\u00f6tzlich unerwartet die Vegeltung: die Natur selbst setzte seinem Treiben Grenzen und zwang ihn so, den Folgen seines Tuns ins Angesicht zu blcken. Seine h\u00e4sslichen Werke, denen er dadurch nicht mehr entfliehen konnte, bl\u00e4hten sich auf, pressten ihn schmerzhaft gegen diese unersch\u00fctterliche Wand und hielten ihm den Spiegel vor, sodass er sich nun gezwungen sah, sich endlich selbst zu erkennen&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p><\/blockquote>\n<p>Zur\u00fcck zum Elfentagebuch:\u00a0<a title=\"M\u00e4rchen, Mythen, G\u00f6ttersagen\" href=\"http:\/\/www.wege-zum-aufstieg.info\/blog\/marchen-mythen-gottersagen\/\">M\u00e4rchen, Mythen, G\u00f6ttersagen (April 2013)<\/a><\/p>\n<p><strong><a name=\"Kunst Dezember 2012\"><\/a>Schnips<\/strong><\/p>\n<p>(&#8230;) &#8222;Du musst aber immer an mich denken, Vergiss-mein-nicht, auch wenn du gro\u00df und gescheit bist&#8220;, bat Schnips. Christinchen wurde ganz rot. &#8222;Das ist schwer, wenn man gr\u00f6\u00dfer wird und du nicht da bist&#8220;, gab es besch\u00e4mt zu. &#8222;Aber bald bl\u00fchen Vergiss-mein-nicht am Bach, dann geht es vielleicht leichter&#8220;, meinte Schnips. &#8222;Und wei\u00dft du&#8220;, erz\u00e4hlte Christinchen, &#8222;bald kann auch Johannes mit uns im Garten spielen. Freust du dich darauf?&#8220; Schnips nickte. Aber dann musste er gehen. Der Zwergenk\u00f6nig erlaubte nur einen kurzen Besuch. Ganz schnell erz\u00e4hlte er noch: &#8222;Wir feiern auch Weihnachten, tief in der Erde drinnen. Alle Wesen feiern, auch Elfen und Nixen. In dieser Nacht kann ich sie alle lieb haben. Leb wohl!&#8220; Und weg war er.<\/p>\n<p>Christinchen l\u00f6schte das Licht und schl\u00fcpfte in sein Bett. Gleich schlief es ein, und es hatte einen sch\u00f6nen Traum. Die Erde wurde ganz durchsichtig und hell. Durch sie und in ihr schien die Sonne. In diesem Licht funkelten Kristalle, von denen Schnips so oft erz\u00e4hlt hatte. Viel gr\u00f6\u00dfer und sch\u00f6ner waren sie als Papas Kristalle. An diesem Licht in der Erde freuten sich Zwerge und Elfen. Da waren Johannim\u00e4nnlein mit goldenen K\u00e4ppchen, rote H\u00fcte sah Christinchen von Feuerzwergen und Moosm\u00e4nnlein, blaue Elfenh\u00fcte und die gr\u00fcnen von Pflanzenzwergen. Beim Volk der Braunkappen sa\u00df Schnips, ganz nahe beim Bachkobold. Freundlich nickte er ihm zu. Dar\u00fcber verwunderte sich ein Waldteufelchen. Das freute sich so an der hellen Erde, dass es verga\u00df, sein Z\u00fcngein zu zeigen.<\/p>\n<p>Als Christinchen am Morgen erwachte, wusste es nicht mehr, was es getr\u00e4umt hatte. Aber noch f\u00fchlte es, dass es etwas Sch\u00f6nes gewesen war. Vielleicht war es etwas von Schnips. Den wollte es fragen, wenn er im Fr\u00fchling wieder kam.&#8220;<\/p>\n<p>(Aus: Ursula Burkhard, Schnips.\u00a0Werkgemeinschaft Kunst und Heilp\u00e4dagogik Wei\u00dfenseifen, 1987)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><a name=\"Kunst November\"><\/a>Der Laubfrosch <\/strong><\/p>\n<p>Er plantschte nicht in einem Bach und h\u00fcpfte nicht auf einer Wiese herum. Er fing keine Fliegen und war auch selber nicht in einem Glas gefangen, aber gr\u00fcn war er, und er quakte ein wenig, wenn jemand ihm im Wege stand. Ein kleines gr\u00fcnes Auto war er. Seine Besitzerin fand, er sehe so aus, dass er unbedingt Laubfrosch hei\u00dfen m\u00fcsse. Laubfrosch, jawohl, warum eigentlich nicht! Sie selber bekam eigentlich auch nie ihren wirklichen Namen zu h\u00f6ren. Die ganze Familie nannte sie Mieze. Wenn jemand Ruth und Peter fragte, wie es Tante Maria gehe, musste die Kinder sich \u00fcberlegen, wer gemeint war; ihre Mieze war doch keine Tante Maria.<\/p>\n<p>Den Laubfrosch hatte Mieze ganz unerwartet gekauft. \u201eWir werden gut zusammenpassen, er und ich\u201c, sagte sie zu ihrem Bruder. \u201eEr bringt mich hinaus ins Freie. Ich brauche das nach der langen Woche im B\u00fcro, hie und da begleiten mich die Kinder sicher gern.\u201c Aber ihr Bruder r\u00fcmpfte die Nase: \u201eFrauen sollten nie allein ein Auto kaufen. Die gr\u00fcne B\u00fcchse hat schon einiges hinter sich. Ein paar Monate f\u00e4hrt sie vielleicht, dann bleibt der Karren einmal pl\u00f6tzlich stehen, und aus ist\u2018s mit dem Vergn\u00fcgen.\u201c Ruth und Peter waren emp\u00f6rt, wie konnte ihr Vater den Laubfrosch so beleidigen. \u201eVor der ersten gro\u00dfen Ausfahrt gibt es ein richtiges Tauffest f\u00fcr ihn\u201c, beschlossen sie. Was die Kinder sich vorgenommen hatten, konnten sie schon am Sontag ausf\u00fchren. Das Wetter war strahlend sch\u00f6n. Sie standen fr\u00fch auf und gingen zu Miezes Wohnung. Einen gro\u00dfen Korb schleppten sie herbei. Mutter hatte Essen bereitgemacht f\u00fcr den ganzen Tag, auch Blumen und Zweige brachten sie mit, denn der Laubfrosch sollte geschm\u00fcckt werden f\u00fcr sein Fest. Als der Kranz nach einigen Versuchen ziemlich gut befestigt war, streichelte Peter das gr\u00fcne Auto und sagte feierlich: \u201eDu sollst Laubfrosch hei\u00dfen, vergiss das nicht! Das ist deine Taufe, mach deine Sache immer gut, gib dir M\u00fche. Hast du vielleicht auch ein Herz?\u201c Ruth und Mieze lachten. \u201eEinen Motor hat er, ein Herz hat er sicher nicht.\u201c \u201eVielleicht doch\u201c, behauptete Peter. Weil er noch so klein war, glaubten sie ihm nicht. Nach der Taufe musste alles in den Laubfrosch gepackt werden: Der Korb mit Vorr\u00e4ten f\u00fcr den ganzen Tag, zwei zappelige Kinder und nat\u00fcrlich Mieze. Das war ein Kunstst\u00fcck, der Laubfrosch war wirklich nicht gro\u00df. \u201eEr hat sich fast zum Platzen vollgegessen\u201c, sagte Peter.<\/p>\n<p>\u201eWohin geht die Reise?\u201c fragte Mieze. \u201eZu unserem Waldplatz\u201c, bettelten die Kinder. Mieze war einverstanden, obwohl die Fahrt dorthin lange dauerte. Die Kinder besuchten diesen Ort oft mit ihren Eltern. Sie spielten gerne dort. Im \u00fcberf\u00fcllten Laubfrosch wurde es aber wirklich eng. Alle freuten sich auf das Ende der Fahrt. Sie kam ihnen l\u00e4nger vor als sonst, obwohl sie den Weg gut kannten. Als sie ihr Ziel erreichten, stiegen sie schnell aus, reckten und streckten sich und atmeten die herrliche Waldluft ein. Dann wurde der Laubfrosch noch einmal bekr\u00e4nzt, denn er hatte unterwegs seinen Schmuck verloren. \u201eEr ist schlie\u00dflich Hauptperson\u201c, sagte Ruth, \u201ewir feiern ihn heute.\u201c Und doch verga\u00dfen sie ihn gleich darauf. Es gab hier doch so viel zu tun: B\u00e4chlein stauen, Rindenschiffchen schnitzen, Moosh\u00e4user bauen. Nur einmal rannten sie zum Laubfrosch und holten den Esskorb. Man wird hungrig drau\u00dfen im Wald. Der Laubfrosch freute sich, dass er ruhen durfte nach der langen Fahrt. Bei seinem fr\u00fcheren Herrn war das selten vorgekommen. Der hatte kein Ziel. Ihn interessierte, wie viele Kilometer er an einem Sonntag zur\u00fccklegen konnte. Wenn man noch jung ist und kr\u00e4ftig, macht das Spa\u00df. Aber der Laubfrosch war nun doch schon \u00e4lter; er hatte Ruhepausen n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Wie er so in der sch\u00f6nen Umgebung stand, schien er sich wohl zu f\u00fchlen. Es gab noch etwas Besseres als herumzurasen. Auf einem Baum nahe bei ihm sa\u00dfen Spatzen, die stritten sich. Jeder wollte den anderen \u00fcberschreien, keiner h\u00f6rte zu, und vor lauter Eifer hatten sie den Grund ihres Streites vergessen. Als der gr\u00f6\u00dfte Schreihals\u00a0 sich ein Weilchen erholen musste von seiner Anstrengung, sah er unter sich den geschm\u00fcckten Laubfrosch stehen. Ein bekr\u00e4nztes Auto war doch etwas Ungew\u00f6hnliches. Neugierig flog er zu ihm hin. \u201eWo willst du hin, was ist los?\u201c tschilpten die anderen Spatzen. \u201eEin Luftverschmutzer\u201c, schrie er, \u201ein unserem Wald, und geschm\u00fcckt hat man ihn auch noch.\u201c Im Nu flogen alle um den Laubfrosch herum und beschimpften ihn. \u201eEin Luftverschmutzer in unserem Wald, du verdirbst uns die Freude am Fliegen, und geschm\u00fcckt hat man so einen. Wir wollen dich noch sch\u00f6ner verzieren.\u201c Dabei lie\u00dfen die Kecksten etwas auf den Laubfrosch fallen, das sah nicht so h\u00fcbsch aus wie sein Kranz. Da seufzte etwas im Innern des Autos, aber so leise, dass es kaum zu h\u00f6ren war. Nur Hutzli vernahm es, seinen wachen Zwergenohren entging nichts. Er schl\u00fcpfte aus seinem Wurzelhaus und verjagte die schreienden Spatzen. \u201eFort, ihr Federvieh, die Umgebung verschmutzt ihr auch, und es gibt bessere S\u00e4nger als solche Schreih\u00e4lse.\u201c Hutzli war eine Respektsperson im Wald. Die Spatzen flogen weg und schrieen auf einem anderen Baum weiter, keiner wusste was und warum. Hutzli kletterte auf den Laubfrosch und r\u00e4umte weg, was die Spatzen fallen gelassen hatten, dabei streichelte er das gr\u00fcne Ding. Wieder seufzte etwas im Innern, ganz leise nur. \u201eWer ist da?\u201c, fragte Hutzli, \u201ewer seufzt so traurig?\u201c Eine Stimme antwortete ihm, aber so undeutlich waren die Laute, er konnte nichts verstehen. \u201eIch h\u00f6re dich\u201c, sagte Hutzli, \u201eaber ich wei\u00df nicht, was du mir antwortest, du sprichst zu undeutlich.\u201c M\u00fchsam presste die Stimme im Innern des Autos ein paar Laute hervor, aber Hutzli konnte sie nicht verstehen. \u201eStreng dich nicht weiter an\u201c, sagte er, \u201edu bist einer, mit dem lange niemand gesprochen hat, darum hast du die Sprache verloren.\u201c Eine Weile dachte er nach und meinte dann: \u201eJetzt wei\u00df ich deine Antwort auf meine Frage, du bist einer von den Maschinengnomen. Im Motor bist du eingesperrt und musst darin den Menschen dienen.\u201c Wieder seufzte etwas im Innern des Autos, diesmal klang es noch trauriger. \u201eWas fehlt ihm?\u201c fragte eine Elfe uns schl\u00fcpfte aus einer Waldblume. Das Seufzen war auch zu ihr gedrungen. Hutzli kletterte vom Autodach und setzte sich zu ihr ins Moos. \u201eWas mit ihm ist, kannst du kaum fassen, denn du bist so zart\u201c, sagte er. \u201eVersuche trotzdem, mir davon zu erz\u00e4hlen,\u201c bat die Elfe, \u201eauch wenn ich es nicht fassen kann; ich schl\u00fcpfe ein wenig in seine Traurigkeit hinein, vielleicht kann ich ihm von meinem Licht geben.\u201c \u201eIch will dir erz\u00e4hlen, was ich wei\u00df\u201c, sagte Hutzli, \u201eaber schl\u00fcpfe nicht zu tief in seine Traurigkeit hinein, du bist zu fein, er aber lebt in einer harten Welt. Vergiss nicht, dass auch wir dich und dein Licht brauchen.\u201c \u201eIch vergesse es nicht\u201c, versprach die Elfe. Da erz\u00e4hlte ihr Hutzli vom Riesen der K\u00e4lte und der Finsternis, der die ganze Welt zu Stein und Eis erstarrren lasssen will. Alles Leben soll von ihr weichen. Nur im Leblosen glaubt er sich wohlzuf\u00fchlen. Die Elfe hatte schon geh\u00f6rt von ihm, doch bei jedem Wort, das Hutzli sprach, bebte sie. Im Innern des gr\u00fcnen Autos st\u00f6hnte etwas, ganz leise nur. Hutzli schwieg. \u201eWeiter\u201c, hauchte die Elfe, \u201ees tut weh, aber erz\u00e4hle weiter.\u201c \u201eDer Riese der K\u00e4lte und Finsternis braucht Helfer\u201c, sagte Hutzli, \u201eallein kann er seinen Plan nicht ausf\u00fchren. Wesen wie du kann er nicht erreichen, aber an Menschen und Gnomen macht er sich heran. Er hofft auf uns Erdgeister. Wir lieben das Knorrige, Feste und die \u00fcberklugen Gedanken. Festigkeit und Klugheit schenkt er uns gern, daf\u00fcr sollen wir ihm dienen. Du wei\u00dft, wir waren schon immer Lehrmeister der Menschen. Ihre Gedanken lenkten wir stets so, dass sie von uns Neues lernten \u00fcber viele Geheimnisse der Natur. Nicht nur Heilkr\u00e4uter lie\u00dfen wir sie entdecken, wir zeigten ihnen auch, wie man Butter und K\u00e4se macht und sonst noch manches. Das h\u00e4tten sie ohne uns niemals erfinden k\u00f6nnen. Auch jetzt lenken wir noch oft die Gedanken der Menschen, aber sie wissen nichts davon. Sie sind stolz auf ihre Klugheit und glauben alles selber auszudenken und zu erfinden. Dass sie von uns nichts mehr wissen, ist das Werk des Riesen der K\u00e4lte und der Finsternis. Alle Gnomen, die sich ihm ganz ergeben haben, m\u00fcssen die Gedanken der Menschen lenken, wie er es haben will. Alle Klugheit, alles Feste und Knorrige, das sie selber bekommen haben, sollen in das Menschendenken einflie\u00dfen. Die Gedanken werden starr, so wie der Riese der K\u00e4lte und der Finsternis die ganze Welt haben m\u00f6chte. Aus solchen Gedanken werden Maschinen und Autos, vieles, was f\u00fcr die Menschen bequem und auch n\u00fctzlich ist. Nur m\u00fcssten sie es selber beherrschen, aber es beherrscht sie, weil sie sich allein f\u00fcr gescheit halten und nur gelten lassen, was sichtbar und greifbar ist. Sie entfremden sich dem Leben und allem, was unsichtbar hinter den Erscheinungen der Natur steht. So kann sich der Riese der K\u00e4lte und der Finsternis Menschen und Gnomen zu Sklaven machen.&#8220; &#8222;Die Armen&#8220;, hauchte die Elfe, und aus dem Innern des gr\u00fcnen Autos seufzte etwas unendlich traurig. Die Maschinengnomen werden gefangen in ihrer eigenen Klugheit, die Menschen leitet und Maschinen m\u00f6glich macht&#8220;, sagte Hutzli, &#8222;und so ist es dem ergangen, der im Innern des Autos seufzt, weil er seine Sprache verloren hat.\u201c \u201eIch muss zur\u00fcck in meine Blume, ich habe genug aufgenommen von seiner Traurigkeit\u201c, hauchte die Elfe, \u201ehilf du ihm weiter, du bist kr\u00e4ftiger als ich\u201c, und sie schl\u00fcpfte wieder in den Kelch der kleinen Waldblume zur\u00fcck. Hutzli ging zum Laubfrosch und sprach:\u201c Du da drinnen geh\u00f6rst zum Volk der Gnomen und Zwerge, du bist mir verwandt, h\u00f6re meinen Rat. Wenn du kannst, gehorche einmal der Maschine, die du geschaffen hast und die dich gefangen h\u00e4lt, nicht. So wist du freier von ihr, hast du mich verstanden?\u201c \u201eJa-ah\u201c, presste der Gnom im Innern des gr\u00fcnen Autos m\u00fchsam hervor. Das war seit langer Zeit sein erstes Wort. Er erschrak dar\u00fcber und schwieg wieder.<\/p>\n<p>Die Kinder hatte lange am B\u00e4chlein gespielt. Mieze war nicht so streng wie die Eltern, das wussten sie. \u201eNur noch eine Stunde\u201c, bettelten sie, als die Tante zum Aufbruch mahnte, dann \u201enur noch eine halbe Stunde!, und \u201enur noch f\u00fcnf Minuten\u201c, oder \u201eein bisschen noch, Mieze, ich muss noch etwas fertig machen.\u201c Endlich drohte Tante Maria: \u201eIch fahre allein nach Hause, wenn ihr nicht sofort kommt. Ich m\u00f6chte nicht hier \u00fcbernachten.\u201c Die Kinder sahen ein, dass es besser sei, zu gehorchen. Es wurde schon dunkel. Wieder packten sie den Laubfrosch voll: Steine mussten mit nach Hause genommen werden, ein Blumenstrau\u00df f\u00fcr Mama und ein langes Holzst\u00fcck, das fast nicht hineinpasste, aber das war Peters Schwert und darum sehr wichtig. Zuletzt quetschten sich die drei Menschen auch noch hinein. \u201eIch h\u00e4tte ein Auto aus Gummi kaufen sollen&#8220;, lachte Mieze, \u201edas k\u00f6nnte sich dehnen, wenn ihr noch mehr mitnehmen wollte; jetzt aber los! Ade du sch\u00f6ner Wald.\u201c Sie wollte wegfahren, aber der Laubfrosch brummte nur ein wenig und blieb stehen. Sie versuchte es wieder, doch ohne Erfolg. \u201eLaubfrosch\u201c, sagte sie, \u201edu bist doch kein st\u00f6rrischer Esel, komm jetzt, es ist schon recht sp\u00e4t.\u201c Es gab einen kleinen Ruck, als versuche der Laubfrosch zu h\u00fcpfen, dazu brummte er noch einmal kurz und blieb wieder stehen. \u201eNichts zu machen\u201c, stellt Peter fest, und Ruth fragte \u00e4ngstlich: \u201eM\u00fcssen wir hier im \u00a0Wald schlafen, Papa hat doch gesagt, ein paar Monate lang k\u00f6nnten wir mit dem Laubfrosch fahren?\u201c \u201eKinder\u201c, sagte Mieze, \u201ewir sind weit weg vom n\u00e4chsten Haus, und es ist sp\u00e4t, jetzt m\u00fcssen wir einen Nachtbummel machen, auch wenn wir alle drei m\u00fcde sind, steigt aus.\u201c Jetzt gehorchten ihr die Kinder gleich. Ruth schmiegte sich an Mieze, \u201eist es sehr weit und kommen keine R\u00e4uber?\u201c fragte sie \u00e4ngstlich. \u201eIch habe ja ein Schwert\u201c, tr\u00f6stete Peter, \u201eich verteidige euch.\u201c Dann wandte er sich dem Laubfrosch zu und streichelte ihn, \u201edu hast doch ein Herz, gelt, und du bist traurig gewesen, weil wir dich den ganzen Tag vergessen haben. Nicht einmal bedankt hatten wir uns f\u00fcr die gute Fahrt.\u201c \u201eStimmt\u201c, sagte jetzt auch Ruth, \u201evielleicht w\u00fcrde er fahren, wenn wir lieber w\u00e4ren zu ihm.\u201c Mieze wollte nicht recht daran glauben, aber die Kinder waren ihrer Sache sicher. Wieder und wieder streichelten sie den Laubfrosch, und dann stiegen sie ein. Mieze wollte den Kindern beweisen, dass sie sich get\u00e4uscht hatten, darum setzte sich sich noch einmal ans Steuer. \u201eJetzt los\u201c, fl\u00fcsterte Hutzli aus seinem Wurzelhaus, \u201edann merken sie, dass es dich gibt.\u201c Der Autognom h\u00f6rte diese Worte. Er machte seine Sache gut. Als Mieze wieder ihr Gl\u00fcck versuchte, fuhr der Laubfrosch gleich los. \u201eEr hat ein Herz&#8220;, sagte Ruth, \u201ePeter hatte doch recht.\u201c \u201eJa, recht habe ich\u201c, rief Peter, \u201eaber sein Herz ist nicht wie bei den Menschen und Tieren. Es ist ein M\u00e4nnlein, das wohnt im Motor und will, dass wir lieb sind zu ihm.\u201c \u201eUnd nicht immer herumrasen\u201c, fuhr Ruth fort, \u201ees will auf ein Ziel zufahren und sich dort mit uns freuen.\u201c<\/p>\n<p>Der Autognom musste t\u00fcchtig arbeiten, es war Nacht geworden und der Heimweg war noch weit, aber er arbeitete gern, weil Hutzli die Gedanken der Menschenkinder zu ihm hingelenkt hatte. Daheim machten sich die Eltern Sorgen. Erleichtert atmeten sie auf, als das gr\u00fcne Auto endlich vor ihrem Haus stand.<\/p>\n<p>\u201eWie gut, dass ihr da seid\u201c, rief ihnen die Mutter entgegen und der Vater fragte, ob der Laubfrosch schon stehen geblieben sei. Er lachte, als die Kinder ihr Abenteuer erz\u00e4hlten. An den Autognom konnte er nicht glauben, \u201edas m\u00fcsst ihr mir erst beweisen\u201c, meinte er; \u201ewenn die gr\u00fcne B\u00fcchse l\u00e4nger f\u00e4hrt als drei Jahre, muss es so etwas wunderbares wie euren Autognom geben.\u201c<\/p>\n<p>Drei Jahre waren vergangen. Immer noch fuhr Mieze aus mit ihrem Laubfrosch. Sie sprach ihm oft gut zu, und er benahm sich nie mehr wie ein st\u00f6rrischer Esel. Wenn sie zum Waldplatz fuhr, wollten die Kinder sie begleiten. Es wurde zwar enger im Laubfrosch, denn beide waren gr\u00f6\u00dfer geworden. Aber daf\u00fcr konnten sie besser stillsitzen und brachten auch weniger aus dem Wald mit nach Hause. Wenn Hutzli das kleine gr\u00fcne Auto kommen sah, freute er sich. Sobald die Menschen sich entfernten, schlich er zu seinem gefangenen Freund hin und erz\u00e4hlte ihm von der Sch\u00f6nheit der Natur. Der Autognom seufzte nicht mehr. Er versuchte immer wieder ein Wort herauszupressen, und hie und da meinte Hutzli, etwas zu verstehen. Langsam wurden die undeutlichen Laute wie Worte. Das erz\u00e4hlte Hutzli der kleinen Elfe. \u201eIch glaube, er findet wieder etwas von der verlorenen Sprachen, und ein wenig freier scheint er sich auch zu f\u00fchlen. Wie gut, dass du einmal in seine Traurigkeit geschl\u00fcpft bist und dass die Menschen jetzt lieb sind zu ihm und etwas ahnen von ihm\u201c. \u201eKann er ihm entfliehen, dem Riesen der K\u00e4lte und der Finsternis?\u201c, fragte die kleine Elfe. \u201eDas ist noch ein langer Weg\u201c, sagte Hutzli, \u201eaber die Ahnungen der Menschen, vor allem der Kinder, sind wie erste Schritte darauf. Die Ahnungen m\u00fcssen Erkenntniswerden, und alle Erkenntnis ist werdende Liebe. Nur die Liebe der Menschen, die weise geworden sind, kann die Dunkelheit des Riesen der K\u00e4lte und der Finsternis erhellen und erw\u00e4rmen und die Erde vor der Erstarrung bewahren. Von den Menschen muss Licht ausgehen wie von unseren kleinen Lampen, die in den tiefen Sch\u00e4chten leuchten. Je mehr die Menschen wissen von sichtbaren und unsichtbaren Wesen, von freien und gefangenen, die mit ihnen zusammen arbeiten,desto weniger kann der Riese der K\u00e4lte und der Finsternis uns allen schaden. Das Erkenntnislicht der Menschen und das Licht unserer Lampen werden ihn besiegen.\u201c<\/p>\n<p>(Ursula Burkhard, Der Laubfrosch. Entnommen dem B\u00fcchlein &#8222;Fizzlifax&#8220;, Werkgemeinschaft Kunst und Heilp\u00e4dagogik Wei\u00dfenseifen, 2. Auflage, 1990)<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ostern \/ April 2014 Stein\u00e4ckerchen Das Stein\u00e4ckerchen ist ein unfruchtbares St\u00fcck Land mit einer schwierigen Vergangenheit: Infolge von menschlicher Misswirtschaft mit Gifteinsatz und Ausbeutung konnte die Bl\u00fctenfee dort ihr segensreiches Wirken nicht mehr verrichten und hat sich davon zur\u00fcckgezogen. 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