Gute und böse Vorzeichen

Liebe Leserin, lieber Leser!

Auf Vorzeichen gibt man heutzutage nicht mehr viel. Bei unseren Vorfahren war das anders. Da gab es Wahrsager, die zumindest vor wichtigen Unternehmungen erforschen mussten, was die Götter oder Wesen davon hielten. Dies geschah häufig durch die Beobachtung und Deutung von Vorzeichen:

Die Römer legten Wert darauf, die „religiösesten aller Menschen“ zu sein und leiteten daraus ihren Erfolg und ihre Überlegenheit anderen Völkern
gegenüber ab. … Aus verschiedenen Zeichen konnten speziell geschulte römische Beamte darum den Willen der Götter ablesen. Vor jedem Feldzug, zu Bauprojekten, Gerichtstagen, Volksversammlungen und anderen wichtigen Beschlüssen musste deren Zustimmung eingeholt werden: Aus dem Flug und dem Geschrei der Vögel, aus Blitzen am Himmel, aus den Eingeweiden geopferter Tiere sowie aus verschiedenen anderen ungewöhnlichen Naturerscheinungen leitete man durch ein kompliziertes Regelwerk, das ganz genau eingehalten werden musste, Einverständnis oder Missfallen der Götter ab. Man vertraute also darauf, dass die Wesenheiten in der Natur auf solche Weise den Menschen Winke zukommen ließen, nach denen diese sich richten konnten. Den Göttern in ihrer Allgegenwart intensive und sorgfältige Aufmerksamkeit entgegen zu bringen, war ein entscheidender Pfeiler der römischen Selbstsicht und des kollektiven Lebensgefühls.

Simon A. Epptaler, Das Überirdische in der Natur. Warum die Menschen immer schon an Elfen glaubten und wieso wir ohne Naturwesen nicht überleben können. Verlag tredition, S. 140.

Mit Vorzeichen beschäftigt sich auch die Astrologie: Hier ist der Himmel das Feld, auf dem nicht Vögel, sondern die Planeten vor dem Hintergrund der Sternbilder in besondere Konstellationen treten, denen gute oder schlechte Bedeutungen beigemessen werden. Kometen galten dabei seit jeher als Unglücksboten. Das wird manche überraschen, die wie ich bei Kometen bisher vor allem an den Bethlehemsstern dachten. Der Stern von Bethlehem verkündete die Geburt Jesu Christi und muss von den Magiern der damaligen Zeit als ein gutes Vorzeichen aufgefasst worden sein, weswegen die meisten Historiker heute nicht davon ausgehen, dass es sich dabei um einen Kometen im üblichen Sinn gehandelt haben kann. Dieser Frage bin ich bereits im Beitrag „Stern über Bethlehem“ vom 6. 1. 2021 nachgegangen.

Dass Sonnenfinsternisse den alten Völkern wie z.B. den Römern als schlechte Vorzeichen galten, wodurch die Götter ihren Zorn zum Ausdruck brachten, ist nachvollziehbar. Am 8. April wird sich über Nordamerika eine totale Sonnenfinsternis ereignen. Wir modernen Menschen machen gern ein Spektakel aus solchen Naturphänomenen. Ich selbst bin da keine Ausnahme, ich habe die totale Sonnenfinsternis von 1999 erleben dürfen und fand das Ereignis sehr bewegend. Besonders beeindruckend finde ich die Vorstellung, dass während der Verdunklung am 8. April gleichzeitig der in der Nähe der Sonne am Himmel stehende Komet mit dem Namen 12P/Pons-Brooks mit freiem Auge sichtbar werden wird. Dieser Komet trägt ja den unschönen Beinamen „Teufelskomet“, weil seine hufeisenförmige Koma manche Beobachter an „Hörner“ denken ließ.

Der „Teufelskomet“ am 27. Juli 2023. Quelle: Wikipedia

Ich gebe zu, rein äußerlich macht Pons-Brooks 2024 nicht viel her. Ende März konnte ich ihn beobachten: Ein kleiner milchiger Fleck am Nachthimmel, ungeschweift, mit freiem Auge kaum zu sehen. Gar nicht ähnlich dem, was ich seit meiner Kindheit aus Holz geschnitzt auf Weihnachtskrippen bewundert habe. Ist es denkbar, dass das Erscheinen eines solch verhältnismäßig kleinen Brockens von verdampfendem Weltraumeis, das nur Spezialisten überhaupt bemerken, Katastrophen auslöst? Eine solche Behauptung fände ich doch einigermaßen spekulativ. Und doch, wenn man auf Google die Jahreszahlen seiner regelmäßigen Wiederkehr alle knapp 71 Jahre eingibt, erhält man für 1812 den Russlandfeldzug Napoleons, für 1883 die Explosion des Vulkans Krakatau und für 1954 eine Serie von vergleichsweise zwar kleineren Naturkatastrophen, darunter die weltweit größte Lawinenkatastrophe mit 120 Toten, die „Ostertragödie“ am Dachstein mit 13 sowie ein Jahrhunderthochwasser mit 12 Todesopfern, alles in den Alpen. Aber ob an der Auslösung aller dieser Unglücksfälle tatsächlich jener Komet beteiligt gewesen sein kann, der auch heuer wieder zu beobachten ist, muss wohl dahingestellt bleiben.

Wie kommen Astrologen überhaupt darauf, eine Auswirkung himmlischer Konstellationen auf das menschliche Schicksal anzunehmen? Naturwissenschaftlich ist das mit heutigem Kenntnisstand nicht zu begründen, hier muss man ganzheitlich denken und geistige Wirkungen mit einbeziehen. Mein Ansatz für eine Erklärung würde in etwa so aussehen: Das Schicksal entsteht aus den Gedanken und aus dem Wollen der Menschen. Was der Mensch sät, das muss er ernten, steht bereits in der Bibel. Aus seinem eigenen guten Wollen entsteht für die Zukunft gutes Schicksal für einen Menschen, aus bösem Wollen böses. Doch es kommt nicht alles gleichzeitig über den Menschen, was jenseitig für ihn reift, sondern es gibt genaue Regeln, wann welches Schicksal sich auswirken kann: Das sind die Schöpfungsgesetze, an die der Schöpfer sein Werk von Anfang an gebunden hat und denen alles Werden und Vergehen unterworfen ist. Einen kleinen Teil dieses Regelwerkes bilden die Strahlungen der Sterne, die ja auch mit zur Schöpfung gehören, mit ihren verschiedenen Konstellationen. Bei günstigen Konstellationen kann gutes Karma fließen, bei ungünstigen Konstellationen schlechtes. Und laufen die schlechten Karmafäden für einen Menschen leer, weil der Mensch nichts Böses aus der Vergangenheit mehr wiedergutzumachen hat, so kann trotz noch so schlechter Vorzeichen gar kein schädliches Karma zurückfließen, weil keines vohanden ist. Doch warnt beispielsweise der spirituelle Lehrer Abd-ru-shin (Oskar Ernst Bernhardt, 1875 – 1941) vor voreiligen Schlüssen: Da gegenwärtig nur ein kleiner Teil des erwähnten „Regelwerkes“ überhaupt bekannt ist, sind astrologische Berechnungen heute zumindest sehr ungenau.

Neben der Deutung von Vorzeichen beschäftigten sich seit jeher auch Propheten und Seher mit der Vorhersage zukünftiger Geschehen. Orakel wie z.B. das berühmte von Delphi waren im Altertum sehr angesehen und erlangten auch politischen Einfluss. Damit ist es in unserer materialistischen Welt von heute zwar vorbei, aber Propheten und Wahrsager gibt es nach wie vor. Berühmt gewordene Schauungen ereigneten sich etwa in La Salette, in Fatima und in Garabandal, und als Wahrsager oder Propheten erlangten Persönlichkeiten wie Alois Irlmaier, Pater Pio, Veronica Lueken und Edgar Cayce einige Bekanntheit. Über den Inhalt ihrer Schauungen ist in der Öffentlichkeit indes leider nicht allzuviel bekannt. In der sensationslüsternen Regenbogenpresse liest man manchmal von vorausgesagten schrecklichen Katastrophen, dass ein dritter Weltkrieg kommen soll und umfangreiche Umwälzungen bevorstehen.

Es ist ziemlich genau 30 Jahre her, dass ich zum ersten Mal mit derartigen Prophezeiungen in Kontakt kam und das zum Anlass nahm, mich eingehender damit zu befassen. Solche Texte sind oft von zweiter Hand und aus der Erinnerung niedergeschrieben, daher bruchstückhaft und bieten einigen Raum für Interpretationen. Oder die Seher sind selbst ganz überwältigt von ihren Schauungen, die sie zum Teil selbst weder verstehen noch zeitlich korrekt einordnen können. Echte Schauungen vollziehen sich abseits des rationalen Denkens und speisen sich aus intuitiven Quellen, die der richtigen Einordnung durch den Intellekt bedürfen, um für den Verstand fassbar zu werden. Dass unter solchen Umständen viele Menschen sich kopfschüttelnd abwenden, während andere es schlicht mit der Angst zu tun bekommen, ist nachvollziehbar. Auch ich war über die dramatischen Schilderungen zunächst hauptsächlich erschrocken und konnte sie in kein realistisch anmutendes Szenario einordnen, das in unsere Zeit gepasst hätte. Heute, also 30 Jahre und etliche dazu gelesene Bücher später, habe ich einen wesentlich genaueren Überblick. Indessen fühlte ich mich schon damals durch die Aussicht, dass schwerwiegende Umwälzungen bevorstehen sollen, nicht abgestoßen, sondern eher bestätigt. Denn von der Notwendigkeit solcher Umwälzungen spricht auch Abd-ru-shin in seinem Werk „Im Lichte der Wahrheit“. Laut Abd-ru-shin handelt es sich dabei um ein weltenumspannendes geistiges Geschehen, welches auch den irdischen Bereich miterfasst und sich hier in Form von Katastrophen und Umwälzungen auswirkt: das bereits in der Bibel angekündigte „Jüngste Gericht“.

Demnach ist das „Jüngste Gericht“ eine Folge des Umstandes, dass die Menschen Jahrtausende lang gegen den Willen des Schöpfers gehandelt und somit in der Schöpfung große Verwirrung angerichtet haben. Deutlich zu sehen ist das im heutigen Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt und insbesondere zur Natur, das man angesichts von Artensterben, Umweltverschmutzung und Klimakrise wohl nicht anders als zerrüttet bezeichnen kann. Aber auch gegen ihresgleichen haben Menschen im Diesseits wie im Jenseits sich schwer vergangen, was nach Sühne und Ausgleich verlangt.

So erwähnt Abd-ru-shin in seinen Schriften einen ganz besonderen „großen Kometen“, der bis heute noch gar nicht entdeckt worden ist, der auch nicht periodisch wiederkehrt, sondern der einst aus dem Geistigen ausgesandt wurde, um zu bestimmter Stunde auf der Erde den langersehnten Ausgleich zu bringen. Zu diesem Zweck wird er auch grobstofflich in Erscheinung treten. Mit seinen besonders starken Strahlungen presst dieser „strahlende Stern“ nun alles Karma, das sich die Menschen im Laufe von Jahrtausenden schufen, auf seine Urheber zurück, sodass sich innerhalb relativ kurzer Zeit alles lösen muss, was noch mit ungelösten Schicksalsfäden an den Menschen hängt. Dieser Vorgang wird nach erforderlichen Umwälzungen Heilung und Frieden bringen. Für alle, die aufgrund ihres guten Wollens diesen Prozess irdisch überleben dürfen, bedeutet er (Selbst-)Erkenntnis und eine neue, gute Zeit.

Immerhin, Seher wie die oben genannten scheinen diese besondere „Kugel der Erlösung“, diesen „Stern“ oder „Kometen“, der sich der Erde nähert, bereits erschaut zu haben. Nach ihren Aussagen zu schließen, soll in einer Zeit der größten Not ein die Erdbahn streichender Himmelskörper nie dagewesene Katastrophen auslösen, den bereits tobenden Weltkrieg gewaltsam beenden und somit Frieden erzwingen. In die Geschichtsbücher wird dieser Himmelskörper demnach als „Stern des Menschensohnes“ eingehen.

Im Wienerwald, aufgenommen am 21. März 2024

Und welche Vorzeichen sind aus den Angaben dieser modernen „Propheten“ für das Eintreffen des Vorhergesagten abzuleiten? Weitgehende Einigkeit herrscht darüber, dass der 3. Weltkrieg in einem Sommer ausbrechen wird, nach einem sehr milden Winter und ungewöhnlich frühem Frühlingsbeginn. Das würde sogar schon auf das Jahr 2024 zutreffen, wie auf einschlägigen Internetforen bereits aufgeregt spekuliert wird. Aber das Szenario kann noch genauer skizziert werden: Ein begrenzter Nahostkrieg müsste auf den milden Winter folgen, ferner ein weltweit sichtbares Himmelszeichen, eine sehr schwere Eurokrise und bürgerkriegsähnliche Unruhen in England, Italien, Frankreich und Deutschland. Dann würde unmittelbar darauf im Sommer desselben Jahres Russland plötzlich Europa überfallen, zumindest bis an den Rhein vorstoßen und damit den 3. Weltkrieg auslösen. Das Kommen des „Sternes des Menschensohnes“ wäre sodann angeblich für den Spätherbst dieses schicksalsschweren Jahres zu erhoffen.

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, sagt ein altes Sprichwort. Ebenso reicht nur ein früher Frühlingsbeginn noch nicht aus als Vorzeichen für einen Sommer, in dem – gemäß den Prophezeiungen – viele Menschen sich leider wieder einmal von ihrer unschönsten und brutalsten Seite zeigen werden. Zumal die Winter ja allgemein nicht mehr das sind, was sie noch vor 20 Jahren einmal waren. Das ausnehmend schöne, sonnige und warme Frühjahr 2024 soll uns eine Freude sein, dass wir es genießen dürfen. Erfüllt von dieser Freude könnten wir uns allerdings dann auch noch die Frage stellen, ob man auf einen solchen Sommer wie oben skizziert schon ausreichend vorbereitet wäre, was Zivilschutzorganisationen uns seit jeher nahelegen.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein schönes Frühjahr und einen friedlichen Sommer 2024!

Der Elfenfreund Simon A. Epptaler im April 2024

Wonnemonat Mai

Liebe Leserin, lieber Leser!

Wenn sich die Natur in ihr festlichstes Feiertagskleid herausgeputzt hat, die Blumenwiesen  – kurz vor der 1. Mahd – in ihrer herrlichsten und buntesten Pracht dastehen, dann neigt sich meistens der Monat Mai dem Ende zu. Wonnemonat Mai! Die Sonne leuchtet warm, aber mild, alles ist frisch und neu, anmutig, unversehrt und schön … paradiesisch schön! Jeder Grashalm, jede Wiesenblume ist für sich so formvollendet und fügt sich gleichzeitig so harmonisch ein ins Ganze der Wiese, dass man die Liebe förmlich mit Händen greifen zu können glaubt, mit der jedes einzelne Detail von den Kräften der Natur hervorgebracht und geformt worden ist.

Wie die Metapher für ein anmutiges Mädchen in der Blüte ihrer Jugend – darum gilt seit Urzeiten der Mai als der Monat, der in besonderer Weise der „jungfräulichen Himmelskönigin“ geweiht ist. Im Christentum wird der Begriff der Himmelskönigin ganz selbstverständlich mit Maria, der Mutter Jesu, in Verbindung gebracht („Marienmonat Mai“), aber das war nicht immer so:

Wer ist die Madonna?

Viele Christinnen und Christen verehren die Madonna. Sie beten zu ihr, wenden sich in Gedanken an sie und unternehmen eventuell sogar Wallfahren an besondere Orte, die der Madonna geweiht sind oder wo in jüngerer Zeit die Madonna sich den Menschen gezeigt haben soll, wie beispielsweise Lourdes, Medjugorje oder Fatima.

Nach kirchlicher Lesart ist die Madonna Maria von Nazareth, die Mutter von Jesus Christus, doch Historikern ist klar, dass dieser die Rolle der „Himmelkönigin“ erst nachträglich im Laufe von Jahrhunderten zugeschrieben wurde. Dass der Maria von Nazareth bereits von den Urchristen eine besondere Verehrung zuteil geworden wäre, ist nicht belegt und weder aus den Berichten der Bibel noch aus den überlieferten Worten Jesu Christi ableitbar.

Vielmehr ist die Verehrung der Jungfräulichen Mutter, Himmelskönigin oder Großen Göttin vorchristlichen Ursprungs. Sie wurde historisch belegt bereits zur Zeit des Alten Testaments von den Babyloniern praktiziert (Ischtar), wie in sehr ähnlicher Form auch von den alten Ägyptern (Isis), den Syrern (Astarte), den alten Griechen (Artemis/Demeter/Athene) sowie den Phrygiern (Kybele), deren Kult der Magna Mater in Rom noch Jahrhunderte nach Christus Anhänger fand. Mag sein, dass die Kirchenväter das tief menschliche Bedürfnis nach einer weiblichen Identifikationsfigur erkannten und diesem durch die dogmatische Erhöhung der Person der Maria von Nazareth Rechnung tragen wollten, sobald das Christentum zur Staatsreligion erklärt worden war. Sicher begünstigte die erhabene Stellung Marias auch die Missionierung, da den Bekehrten die gewohnte Verehrung von Muttergottheiten nicht verboten, sondern lediglich auf die christliche Gottesmutter „umgelenkt“  werden musste; dies soll übrigens auch der Grund dafür sein, warum in Europa eine Tradition der „Schwarzen Madonnen“ entstand, die von großen Teilen der Gläubigen bis heute als besonders wundertätig verehrt werden: Demnach war schwarz neben den Farben rot und weiß die Farbe der vorchristlichen Muttergottheiten – darum wird auch Schneewittchen im Märchen beschrieben als „weiß wie Schnee, rot wie Blut und schwarz wie Ebenholz“.

Hätte man jedoch nicht im Zuge der Heidenmission die Elfen verteufelt oder ihre Existenz bestritten, so hätte man auch nicht Maria von Nazareth bemühen müssen, um die „wunderschönen Frauen“ als real gelten zu lassen, die den Kindern in der Grotte von Lourdes, in Fatima, Medjugorje und noch an vielen anderen Orten erschienen sind…

(Auszug aus dem Manuskript des Buches: Elfenwirken – Naturwesen einst und heute)

Der Begriff der „Himmelskönigin“ geht vermutlich zurück auf den Kult der „Urmutter“, in der man nicht nur das „allgebärende Prinzip“ (der rote Aspekt) und das „allverschlingende Prinzip“ (der schwarze Aspekt) erkannte und verehrte, sondern eben auch das „Prinzip der reinen Jungfrau“ (der weiße Aspekt), der bis heute in der volkstümlichen Marienverehrung lebendig geblieben ist. Die christliche Theologie weist ferner darauf hin, dass der (lateinische) Gruß des Engels an Maria („Ave“), als er ihr die Geburt Jesu ankündigte, rückwärts gelesen „Eva“ ergibt, was unschwer als Anspielung an den roten und schwarzen Aspekt der heidnischen Kulte erkennbar ist. Durch Urmutter Evas Sündenfall kam nach dieser Lesart bekanntlich das Böse in die Welt.

Ich selbst hatte vor einigen Jahren ein Erlebnis, durch das mir das Prinzip der Himmelskönigin oder Urmutter sehr eindringlich vor Augen geführt wurde:

„… Ich sah eine strahlende, formvollendet schöne weibliche Gestalt, äußerlich ähnlich einer jungen Frau in der Blüte ihrer Jahre, voll Hoheit und zugleich voll liebevoller Mütterlichkeit, in weich fallende Tücher gehüllt mit leicht ausgebreiteten Armen wie eine Mantelmadonna. Aus ihren Händen und unter ihrem geöffneten Umhang hervor strömten Strahlen abwärts, und gleichfalls abwärts sah ich zu beiden Seiten weitere lichte weibliche Gestalten ähnlich der ersten, die diese Strahlen weitergaben, einander dabei die Hände reichten und somit in der Verlängerung des geöffneten Mantels Glied um Glied mit sanften weißen Händen spendend abwärts wie in einer Kette die Segnungen der Ersten weiterreichten…“

Ich habe mein Erlebnis damals in Worte zu kleiden versucht und daraus ist ein kleiner Text mit dem Titel „Ein Blick“ entstanden, den Sie hier nachlesen können: “Persönliche Erfahrungen – September 2014″ 

Im christlichen Kontext wird – insbesondere vor dem Hintergrund des katholischen Zölibats – es von Kritikern manchmal mit Häme betrachtet, wenn in kirchlich verordneter Ehelosigkeit lebende Männer Lobpreisungen der Himmelskönigin anstimmen oder in Gedanken das vorgestellte Bildnis derselben verehren. Sicherlich ist jede konfessionelle Einengung zu hinterfragen und der Zölibat aus meiner Sicht klar abzulehnen, aber sie sind nicht Kern und Ursprung männlicher Verehrung von Schönheit und Anmut einer erahnten himmlischen Wesenheit. Tief bewegen mich z.B. die Worte, die J. W. von Goethe in seinem Drama „Faust“ gefunden hat, um das Rätsel und Geheimnis der Liebe anzusprechen – ein seelisches Empfinden, das uns das ganze Leben hindurch begleitet und für das Sexualtrieb als Erklärung letztlich zu kurz greift:

Doctor Marianus (vormals Faust) zur Himmelskönigin:

Höchste Herrscherin der Welt!
Lasse mich im blauen,
Ausgespannten Himmelszelt
Dein Geheimnis schauen.

Billige, was des Mannes Brust
Ernst und zart beweget
Und mit heiliger Liebeslust
Dir entgegen träget…

(Goethe, Faust II, 5. Akt, Bergschluchten)

Diese letzte Szene des monumentalen Werkes spielt bekanntlich nicht mehr auf der Erde, sondern nach der Läuterung in einer jenseitigen Region und endet in einer Art Apotheose mit den visionären, geradezu triumphalen Versen:

Das Ewig-Weibliche
Zieht uns hinan.

Ich habe mit meiner Theatergruppe selbst oft den „Faust“ gespielt und war jedesmal tief bewegt von den Bildern, die die Sprache Goethes auferstehen lässt. Ich finde, schöner und wahrer kann man das Phänomen der Liebe in allen ihren Spielarten nicht in Worte fassen, als es Goethe in seinem „Faust“ gelungen ist.

– Mit dem Dichterfürsten kann ich mich nicht annähernd vergleichen, aber trotzdem hat auch mich heuer der Monat Mai zum Schreiben inspiriert; diesmal sind kleine lyrische Texte dabei herausgekommen, die ich vielleicht einmal in einem Gedichtband zusammenfassen werde, sollte noch mehr dergleichen zusammenkommen. Es folgt eine kleine Kostprobe; die Bilder dazu gehören dem Fotokünstler Elmar Hauck, der sie dankenswerter Weise ElfenWirken zur Verfügung stellt:

 

Maiandacht

Ehrfurcht gebietende
Sehnsucht erweckende
vielgestaltige ewig kindliche Königin

Urmutter

dein geahntes Bild
in höchsten Höhen
erweckt Nachbilder deinem Vorbild
in allen Welten
von Ebene zu Ebene abwärts
Nachahmerinnen und Nachahmer

und dein lebendiger Abglanz
lässt Blumen erblühen
die Sonne heller strahlen
die Sterne milder glänzen
und färbt den Himmel mit leuchtendem Blau

denn deine Gestalt
zeigt uns Gottes Liebe

 

 

 

 

xichtok_2943

Zum Nachdenken

Wenn es keinen Gott gibt
keinen liebenden vollkommenen Schöpfergott
und keine ewigen Götter über uns
als Brücken und Schleusen für die strömende Kraft
und keine Urmutter jugendlich unnahbar
als Herrscherin in allen Himmeln
kein Jenseits, keine Anderswelt
keine Elfen, Feen, Gnomen, Engel
Formkräfte über den vergänglichen Formen –

Warum dann ist diese Welt
so schön?

 

 

 

 

+ vr ok hp_6038

Olymp, Walhall…

Kennst du das Land hoch über der Erde
unermesslich hoch
ein Königreich über den Wolken
wo die erhabenen Götter thronen?

Sie sind wirklich
drüben
jenseits von Zeit und Raum

Ströme aus flutendem Licht
wie goldene Fäden
Lichtfäden
wirkt ihr kraftvolles Wollen
in die Tiefe herab
zu uns

alles Gute kommt von oben

schwinge dich empor

 

 

 

 

 

+ vr hp ok _3897

Feiertag

Licht von droben
aus höheren Welten
über die Erde ausgegossen
goldenes Licht
Lichtkraft
wie Feuer, das nicht versengt
Feuerzungen
Lichtfäden
Geist

 

 

Abschließend möchte ich Sie auf eine Neuheit hier auf diesem Weblog hinweisen: Unter „Wichtelkalender ABU“ finden Sie ab sofort und bis auf weiteres immer das aktuelle Blatt aus dem hinreißenden Wichtelkalender der Wollkünstlerin und Naturwesen-Expertin Angelika Barbara Ufer. Wir wünschen Ihnen viel Freude damit!

Mit herzlichen Grüßen

Der Elfenfreund – Alvin                                                                im Mai 2018