Sol Invictus

Zu Weihnachten auf den Wein achten?

Haben Sie sich auch schon einmal darüber gewundert – oder vielleicht sogar geärgert -, warum uns in der Vorweihnachtszeit immer wieder in quälender Ausführlichkeit in den Nachrichten und Journalen alle Einzelheiten des “Weihnachtsgeschäftes” so beharrlich nahegebracht und dargelegt werden?

“Zu Weihnachten auf den Wein achten!” bringt ein Sprichwort ironisch den Umstand auf den Punkt, dass das Fest zur “stillsten Zeit des Jahres” von mancher Seite gern als glanzvoller Weihnachtsrummel, als Anlass zu ausschweifenden Gaumenfreuden, kurz: als Konsumorgie zur Ankurbelung des Geschäftsumsatzes inszeniert wird.

Mit christlicher Ethik – so bemängeln Kritiker -, mit Abkehr vom Prunk, einer Hinwendung zu den Armen, mit Bergpredigt und Seligpreisungen, also der Lehre und dem Leben Jesu Christi hat das zwar eigentlich so gut wie nichts zu tun, ebenso wenig mit innerem Aufbruch, Nachfolge und “Werden-wie-die-Kinder”. Es sind nicht Person und Lehre Jesu, die im Laufe von Jahrhunderten die Form herausgebildet haben, wie wir heute Weihnachten begehen, sondern es scheint fast so, als habe sich zwischenzeitlich das Brauchtum verselbstständigt und gebe nun vor, wie wir zu feiern haben: Geschenke-Kult, Lichterbaum und Santa Claus sind die Regenten des Festes, das auf der ganzen Welt am 25. Dezember nicht zuletzt mit “Stille Nacht, Heilige Nacht” – Beschallung (auf Englisch oder auch in der jeweiligen Landessprache) begangen wird.

Das geht so weit, dass von Seiten ernsthafter Christen, die sich durch die bekannten Geschäftsumtriebe alle Jahre wieder vom eigentlichen Sinn des Weihnachtsfestes eher abgelenkt fühlen, gelegentlich geäußert wird, das, was so laut- und umsatzstark gefeiert wird, sei gar nicht das Weihnachtsfest und man solle es bitte auch nicht so nennen: “Feiert, was Ihr wollt – aber nennt es bitte nicht Weihnachten!”

Nun, vielleicht können wir im Rahmen dieses Weblogs dazu ein paar Vorschläge unterbreiten.

Die möglichen Ableitungen des bekannten Weihnachts-Brauchtums vom nordischen Julfest (ursprünglich zur Wintersonnenwende)  haben wir  bereits in unserem Artikel “Weihnachten” vom Dezember 2015 diskutiert. Nach einer Quelle soll der erste christliche König Norwegens als Herrscher über Christen und Heiden im 10. Jahrhundert das Julfest auf den 25. Dezember verlegt haben, damit in seinem Reich beide Feste zusammenfielen.

Sehr interessant finde ich aber auch Parallelen zu den Saturnalien im Römischen Reich.

Die Saturnalien: das größte und populärste Volksfest im Römischen Weltreich

Die Saturnalien waren ein sehr wichtiges und populäres Fest zu Ehren des Gottes Saturn, das im Römischen Weltreich bis in alle Provinzen begangen wurde. Ursprünglich auf den 17. Dezember begrenzt, wurde das größte und beliebteste Volksfest der Antike später bis zum 30. Dezember ausgedehnt.

Auf einer Internetseite mit dem Titel “Mos Majorum – der Römische Weg”, die sich der Erforschung und Wiederbelebung Römischer Kultur verschrieben hat, kann man ganz genau nachlesen, wie im Alten Rom dieses ausgelassene Fest zu Ehren des Gottes des Ackerbaus, der der Sage nach einst über ein “Goldenes Zeitalter” geherrscht haben soll, begangen wurde. Kurz gesagt: Wie eine Mischung aus Karneval und Weihnachten.

“Im Gegensatz zu vielen anderen Feiertagen standen bei den Saturnalien im privaten Rahmen keine kultischen oder religiösen Handlungen im Vordergrund. Stattdessen ging es in dieser Zeit darum, eine bestimmte Geisteshaltung und Einstellung zur Schau zu stellen. Die Saturnalien lassen sich deshalb nicht ohne Grund als eine Mischung aus Weihnachten und rheinischem Karneval beschreiben…

In erster Linie ging es um das Feiern mit Freunden und Familie, Essen und Trinken (gerne auch mal zu viel), sich gegenseitig Geschenke machen, Rollenumkehr zwischen Herren und Sklaven sowie zwischen Erwachsenen und Kindern, Spiele, Streiche, über-die-Stränge-schlagen, die strikten römischen Standesgrenzen für einen begrenzten Zeitraum symbolisch aufzuheben, sich albern zu benehmen und Dinge zu tun, die sonst verpönt waren.

Ausgelassenheit war das Gebot der Stunde, die Menschen feierten und tranken zusammen, besuchten sich gegenseitig, es wurden Geschenke ausgetauscht und die Wohnungen mit Grünzeug und Lichtern geschmückt. Hierbei wurden vor allem Türen und Fenster mit Girlanden, Kränzen, Pflanzen und kleinen Gegenständen dekoriert, draußen stehende Bäume wurden ebenfalls geschmückt (den Brauch, einen Baum zu schlagen und in die Wohnung zu holen, gab es jedoch noch nicht).

Man lief in Gruppen durch die Straßen und rief einander als Festtagsgruß „Io Saturnalia!“ zu, so wie man zu Karneval Helau oder Alaaf ruft.

Als Zeichen für diese Auszeit der bestehenden Klassen- und Standesstrukturen trug man eine Pilleum genannte Filzkappe. Diese wurde traditionellerweise von freigelassenen Sklaven getragen und galt nun in der Zeit der Saturnalien als symbolischer Ausdruck dafür, das jeder gleichermaßen frei war und mit jedem anderen auf einer Stufe stand. Niemand trug zu dieser Zeit Toga, sondern die sonst strenge Kleiderordnung wurde aufgehoben und man trug legere und deutlich freizügigere Kleidung, so dass auch dadurch keine Standesunterschiede mehr zu erkennen waren.

Es gab das Recht der freien Rede auch für die Sklaven, denen es erlaubt war, Kritik an ihren Herren zu üben (wir finden diesen Brauch zuweilen heute noch an Universitäten, wo die Studenten in dieser Zeit ihren Dozenten die Meinung sagen können), Sklaven aßen mit dem Hausherrn und seiner Familie zusammen oder wurden zuweilen sogar bei Tisch von diesen bedient und man wartete auf sie mit dem Essen, in einer Umkehrung der natürlichen Standesordnung.

Auch Kinder durften frei ihre Meinung sagen und Eltern tauschten bisweilen ihre Rollen mit ihnen. Sie wurden aber im Gegenzug, wie die Sklaven, auch von Erwachsenen bzw. den Herrschaften, die ihre Rollen einnahmen, in ihrem alltäglichen Verhalten imitiert, was durchaus auch derbe werden konnte  – durchaus erwünscht! So ließ man auch Kinder im Rahmen der Rollenumkehr die alltäglichen religiösen Handlungen am Lararium (=Hausaltar) leiten und amüsierte sich darüber.

Familien, Militäreinheiten oder andere Gruppen wählten einen der Ihren per Los zum Saturnalicus princeps (Saturnalienfürst), der manchmal auch Rex bibendi („König des Trinkens“) genannt wurde, was die Bedeutung des in dieser Zeit gesteigerten Weinkonsums widerspiegelt. Dieser quasi karnevaleske ‚König‘ konnte nun seinen ‚Untertanen‘ verschiedene Späße befehlen, denen sich diese zur Belustigung aller zu fügen hatten.

Würfelspiel, sonst eher als Beschäftigung der unteren Kasten verpönt und nicht gern gesehen (zum Teil sogar verboten), wurde nun, wie auch andere Arten von Spielen, begeistert von fast allen ausgeübt und offiziell von den aediles erlaubt. Es ist diese Ausgelassenheit, welche das mythische Goldene Zeitalter, über das Saturn ehemals geherrscht hat, zurückbringen soll in die dunkle Zeit des Winters.”

Die Saturnalien als Ursprung von Weihnachten?

Ist das Weihnachtsbrauchtum heute vielleicht nichts anderes als eine Art verbrämte Weiterführung der (dekadenten) Römischen Bräuche und Gepflogenheiten zu den im Römischen Weltreich überaus beliebten Saturnalien zur gleichen Jahreszeit, nachdem diese im Laufe des 4. Jahrhunderts mit dem Siegeszug des neu aufgekommenen Christentumes als heidnisch verboten worden waren? Für Europa und generell den westlich-abendländischen Kulturraum, welche sich angeblich an christlichen Werten orientieren (so hört man gerade heute immer wieder)  mag das ein schmerzlicher Gedanke sein – aber vielleicht enthält er Wahrheit?

Auf der erwähnten Internetseite kann man jedenfalls nachlesen, dass bereits zu den Römischen Saturnalien Lichter, also Kerzen, als Schmuck der Häuser und Straßen sowie auch als Geschenke eine herausragende Rolle spielten, dass die Häuser während dieser Zeit mit Pflanzen, Girlanden, Kränzen und Grünzeug dekoriert wurden, insbesondere Fenster und Türen, und dass diese Dekoration nicht sonderlich von der heute üblichen weihnachtlichen Dekoration abwich. Sogar Gebäck in dekorativen Formen war üblich, also Kekse, in Form von Mond, Sonne und landwirtschaftlichen Nutztieren, die auf den landwirtschaftlichen Ursprung des Festes hindeuteten! Auch wurden schon im Alten Rom Bäume geschmückt, allerdings beließ man sie zur Römerzeit an Ort und Stelle; der geschmückte abgehackte Weihnachtsbaum in der Stube dürfte eine Erfindung der frühen Neuzeit sein.

Sind also die Saturnalien der Ursprung von Weihnachten?

Mag dieser Gedanke auf den ersten Blick auch noch so abwegig erscheinen, so hat er bei näherer Betrachtung doch einiges für sich. Er hängt zusammen mit “Sol Invictus”, dem Römischen Fest zu Ehren des “Unbesiegten Sonnengottes” am Tag der Wintersonnenwende.

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Sol Invictus (3. Jhdt.) – Quelle: Wikicommons

Verschiedene Arten von Sonnenkult im Römischen Imperium

In Rom bestand schon in republikanischer Zeit ein anscheinend sehr alter Sonnenkult, der angeblich auf die Zeit der Stadtgründung durch Romulus zurückging. Der altrömische Sonnengott wurde Sol Indiges („einheimischer Sol“) genannt und zusammen mit der Mondgottheit Luna verehrt; die beiden waren eng verbunden und hatten im Circus Maximus einen gemeinsamen Tempel, wo ihr gemeinsamer Festtag am 28. August begangen wurde. Daneben hatte Sol Indiges einen eigenen Tempel auf dem Quirinal, wo ihm am 8. und 9. August gehuldigt wurde.

Die Sonne bringt mit ihrem Licht alles an den Tag, und so bleibt dem Sonnengott nichts verborgen. Helios (der Sonnengott der Alten Griechen) ist „allerschauend“, daher allwissend und Zeuge von Freveltaten. Diese Eigenschaft zeichnete auch Sol aus, und so erhielt er im 1. Jahrhundert n. Chr. eine neue und sehr wichtige Aufgabe, nämlich den Kaiser vor Gefahren zu schützen. So entwickelte sich Sol zum Schutzgott der Herrscher. Unter Trajan und Hadrian erschien er auf Kaisermünzen. Die Bezeichnung Sol Invictus ist für ihn inschriftlich erstmals 158 auf einem Altar bezeugt (Soli Invicto Deo); unabhängig davon kam sie aber als Beiname des Mithras – Sol Invictus Mithras – schon im 1. Jahrhundert n. Chr. vor. (Quelle: Wikipedia, Stichwort “Sol”)

Der Name “Sol Invictus” (“Unbesiegter Sonnengott”) bezieht sich auf den Tag der Wintersonnenwende, da mit diesem Tag der Bogen der Sonnenbahn wieder zunimmt, das Licht über die Finsternis triumphiert. Dieser Tag fiel nach der Julianischen Kalenderreform auf den 25. Dezember. Dass der Tag der Wintersonnenwende sich mit der Zeit etwas nach hinten, nämlich bis auf den 21. Dezember, verschob, blieb dann aus Gründen der Einfachheit unberücksichtigt. Der neue reichsweit eingeführte Staatskult mit seinem Feiertag am 25. Dezember erwies sich als außerordentlich populär. Diese Popularität, so scheint es, machten sich die Vertreter des aufkommenden Christentums zunutze.

“Christus Sol Invictus”

Spätestens ab dem Jahr 354 n. Chr. ist nachweisbar, dass das Fest der Geburt Jesu Christi auf den 25. Dezember gelegt bzw. verlegt wurde. Als Termin für die Geburt Christi waren in der Urkirche ursprünglich verschiedene Termine im Gespräch, aber eines gilt heute als gesichert: Jesus Christus wurde mit großer Wahrscheinlichkeit nicht im Winter geboren.

Ein unbekannter christlicher spätantiker Autor schrieb dazu ausdrücklich:

„Die Heiden pflegen nämlich am 25. Dezember das Fest des Geburtstages der Sonne zu feiern und zu ihren Ehren Lichter zu entzünden. Zu diesen Riten luden sie oft auch Christen ein. Da nun die Lehrer der Kirche sahen, dass sich viele Christen zur Teilnahme an diesen Festen verleiten ließen, beschlossen sie, fortan am selben Tag das Fest der wahren Geburt zu begehen.“

Daher wird oft angenommen, dass der Feiertag des Sol Invictus bewusst übernommen und „christianisiert“ worden sei. (Quelle: Wikipedia, Stichwort “Weihnachten”)

Auf der Internetseite “Mos Majorum” liest man dazu:

“Im Zuge der Idee der damals noch jungen Kirche, die alte Religion nicht immer nur aggressiv zu bekämpfen, sondern sich bestehende Strukturen zunutze zu machen, wurde also der ohnehin unbekannte Geburtstag Jesu auf diesen wichtigen heidnischen Feiertag gelegt. Das erlaubte einerseits den Christen eine eigene Begründung dafür zu liefern, dass sie im Grunde immer noch das alte Fest begingen, was Entfremdungstendenzen innerhalb der Gesellschaft, in der sie lebten, vorbeugte, wie auch anderseits die bekannte Symbolik der alten Religion im Sinne der neuen Botschaft zu nutzen – Jesus Christus verstanden als das ‚Licht der Welt‘.

Papst Julius I. bestimmte dann offiziell den 25. Dezember als Geburtsfest des Herrn und, schriftlich belegt durch eine Weihnachtspredigt von Johannes Chrysostomos vom  25. Dezember 386, hat sich dann das christliche Alternativfest zum alten Fest der Wintersonnenwende etabliert, gestützt durch die offizielle Annahme des Christentums als Staatsreligion im Jahre 380 n. Chr., die mit dem Verbot der alten Religion einherging.”

Mit anderen Worten: Als Ende des 4. Jahrhunderts Vertreter des Christentums immer mehr  Macht entfalten konnten, heidnische Riten und Bräuche im Gegenzug aber immer mehr eingeschränkt und sanktioniert wurden, bot man dem Volk die Möglichkeit, mit einem äußerlichen Bekenntnis zur neuen Religion die populären alten Gepflogenheiten weiterzuführen. Die Saturnalien wurden umfunktioniert zu Weihnachtsfeierlichkeiten.

– Nicht, dass ich Elfenfreund grundsätzlich Einwände hätte gegen die Verehrung hoher Wesenheiten wie des Schutzherrn des Ackerbaus oder der Sonne; was ich problematisch finde, ist die Vermischung verschiedener Religionen, die dadurch – so befürchte ich – aus der Natur der Sache heraus auf ihre Äußerlichkeiten reduziert wurden. Am Beispiel des Weihnachtsfestes ist das vielerorts ja recht deutlich zu beobachten.

Die Zusammenführung von Christentum und paganen Religionen ist zwar ein zentrales Anliegen dieses Weblogs; in den Artikeln “Saat und Ernte” vom Oktober 2014 sowie “Alles Gute kommt von oben” vom Jänner 2015 haben wir uns u.a. dieser Thematik gewidmet. Ein Weltbild, in dem christliche und heidnische Religionen wertschätzend und einander ergänzend nebeneinander existieren, kann nicht durch Vermischung der Ausdrucksformen dieser Religionen entstehen, sondern nur, wenn diese in reiner und vor allem lebendiger Form erkannt werden. Die Vorgangsweise der Kirchen, bis zum heutigen Tag pagane Religionen abzuwerten bzw. die Existenz der verehrten Wesenheiten und Kräfte zu leugnen oder gar zu verteufeln, um den Kulten dann die Formen und Inhalte der eigenen Religion überzustülpen, sehe ich daher kritisch. –

Um dem Ganzen buchstäblich noch die Krone aufzusetzen, wurde auch Jesus Christus fortan ikonographisch oft mit der Gloriole des Sol Invictus dargestellt, bisweilen auch wie dieser mit Viergespann (Quadriga) und Weltkugel:

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Apollon-Sol mit 7-strahliger Gloriole des Helios, römisches Bodenmosaik (2. Jhdt.), Tunesien – Quelle: Wikicommons

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 Mosaik des Christus als Sol Invictus mit Viergespann und flatterndem Mantel in der Vatikanischen Nekropole, 3. Jahrhundert – Quelle: Wikicommons

Dass die Zahl der “Gläubigen” damit vermehrt werden konnte, wird nicht bezweifelt – aber ob der Lehre Christi – und letztlich natürlich auch den Gläubigen selbst – mit solchem “Etikettenschwindel” wirklich ein guter Dienst erwiesen wurde?

Ich wünsche Ihnen jedenfalls inmitten des weihnachtlichen Trubels – trotz allem Kommerz und Kassengeklingel – zu Weihnachten Stunden der Ruhe, der Besinnung und der inneren Einkehr!

Der Elfenfreund                                                                              im Dezember 2016

 

Weihnachten

Kennen Sie das auch: Sonntag Vormitag in der Natur. Alles ist friedlich, die Wiesen (seien sie nun verschneit oder – wie dieser Tage – auch nicht) glänzen hell und frisch in der Morgensonne, und über allem liegt ein Zauber, eine Weihe, wie nicht ganz von dieser Welt.

Woher kommt an manchen Tagen dieser weihevolle Glanz, dieses Leuchten in die Natur?

Kommt es einfach daher, dass am Sonntag die Menschen nicht arbeiten müssen, die Ruhe pflegen und daher die zu anderen Zeiten unvermeidlichen Störgeräusche wie Motoren- und Arbeitslärm von Verkehr und Maschinen weniger vorhanden sind? Anders gesagt, kann ich an Sonntagen den Glanz, der immer in der Natur liegt, einfach nur tiefer aufnehmen, weil ablenkende menschliche Störeinflüsse fehlen?

Oder ist es so, dass ich jeweils meine eigene Gemütsverfassung in der Natur wiederfinde und daher am Sonntag, wenn ich in “feiertäglicher” Stimmung die Natur betrete, sich in ihr gleichsam das spiegelt, was ich selber mit meinen Gedanken und Gefühlen hineinlege?

Oder ist vielleicht an Sonntagen in der Natur tatsächlich etwas objektiv anders als unter der Woche … weil es auch in der Natur “Feiertage” gibt, oder anders gesagt, weil auch die Wesenheiten, die in der Natur formen und wirken, einen “Tag des Herrn” begehen? Ich Elfenfreund halte das für sehr gut möglich.

War vielleicht der 7-Tage-Rhythmus bereits Gepflogenheit unter den bewussten formenden Kräften in der Natur, also den Naturwesen, lange bevor Menschen auf der Erde lebten, und haben letztere die Einteilung der Tage in Wochen mit jeweils einem “Tag des Herrn” … aus der Natur entlehnt?

Viele religiöse Feste, die wir heute noch begehen, existierten jedenfalls bereits in vorchristlicher Zeit. Sie wurden im Zuge der Christianisierung christlich überlagert und teilweise umgedeutet, jedoch im Jahreskreis meist an ihrem ursprünglichen Zeitpunkt belassen; man denke etwa an den “Großen Frauentag” am 15. August, der vermutlich auf wesentlich ältere Vorläufer zurückgeht (vgl. das zoroastrische Anahita), oder an Allerheiligen,  das oft mit dem keltischen Samhain-Fest in Verbindung gebracht wird: Der Kerninhalt  bzw. die Thematik blieb jeweils dieselbe (Verehrung einer weiblichen “Gottheit” bzw. Totengedenken), auch wenn der ideologische Hintergrund ausgetauscht wurde. Es ist auch bekannt, dass vorchristliche Tempel und Kultstätten oft später durch christliche Kirchen überbaut wurden, sodass heutige Kirchen oft über ehemaligen heidnischen Kultplätzen errichtet sind.

Um eventuellen Missverständnissen vorzubeugen: Es sollen hier nicht die archaischen, vorchristlichen Gepflogenheiten und Riten, die ja teilweise recht blutig gewesen sein dürften, romantisiert oder ihnen nachgetrauert werden. Es geht hier nur um ein Verständnis dafür, auf welche Weise und in welchem Ausmaß bestehende Bräuche und die Volksfrömmigkeit im Zuge der Missionierung christlich überformt und umgedeutet wurden. Es ist wirklich aufschlussreich, sich zu vergegenwärtigen, auf welchen Grundmauern die Gebäude der modernen Religionen eigentlich errichtet wurden und wie im kollektiven Unterbewusstsein der heutigen, modernen Menschen noch immer naturhafte Vorstellungen und Formen der alten, unterdrückten Naturreligionen ihr Wesen treiben.

Der Weihnachtsmann z.B. ist bekanntlich so ein Januskopf: Zur (christlichen) Hälfte lässt sich die Figur auf den populären Bischof Nikolaus von Myra zurückführen, der um das Jahr 300 gelebt hat und dessen Namenstag am 6. Dezember begangen wird (“Santa Claus”); von der anderen Seite betrachtet, trägt er unübersehbar die Züge uralter nordeuropäischer Tomtes und Weihnachtswichtel. Und was am “Christkind” (einem blonden kleinen Mädchen, das Geschenke bringt?!) eigentlich christlich sein soll, ist ja überhaupt höchst zweifelhaft…

Die als “Elfenbeauftragte” bekannte isländische Hellsichtige Erla Stefansdottir (1935 – 2015) schreibt in ihrem Buch “Lifssyn min”:

“Bis in meine Jugendjahre hinein glaubte ich an Weihnachtsmänner, das fanden meine Freunde sehr komisch. Doch die Weihnachtsmänner, an die ich glaubte, sind diejenigen, die ich auch heute noch sehe. Sie kommen etwa eine Woche vor Weihnachten. Es sind kleine, rot gekleidete Wesen, etwa 30 bis 40 cm groß. Dann waren und sind auch noch kleine fliegende Engel zu sehen. In ihrer Nähe herrscht Frieden und Freude, und wenn sie sich bewegen, erscheint eine glitzernde und funkelnde Spur hinter ihnen.”

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(Erla Stefansdottir, Lifssyn min. Lebenseinsichten der isländischen Elfenbeauftragten. Neue Erde Verlag, 2007. S. 20f. Die Abbildung dazu stammt von der Autorin selbst. Mit freundlicher Genehmigung des Verlages.)

Oder nehmen wir das in weiten Teilen Skandinaviens so beliebte Luciafest: Am 13. Dezember, auf den nach dem julianischen Kalender bis zur Kalenderreform noch der Tag der Wintersonnenwende fiel, schreiten weißgekleidete Mädchen mit Kerzen auf dem Kopf einher, gefolgt von weiteren Mädchen mit Kerzen in den Händen, Sternenknaben, Tomtes und Pfefferkuchenmännchen. -

Auch wenn Lucia von Syrakus (283 – 304) eine frühchristliche Märtyrerin in Fleisch und Blut gewesen ist, so ist doch offensichtlich, dass die Figur hier lediglich als Platzhalter dient für eine überirdische Wesenheit, die im Zusammenhang mit dem wiederkehrenden Licht zur Wintersonnenwende steht. Auch, dass die christlichen Missionare den Namenstag der Lucia (“die Leuchtende”, von lat. lux = Licht) ausgerechnet auf den kürzesten Tag im Jahr legten, war gewiss kein Zufall, sondern eine wohldurchdachte Maßnahme, um (nicht auszumerzende, weil allzutief verankerte?) heidnische Volksgläubigkeit christlich zu verbrämen, umzudeuten und dadurch zu vereinnahmen.

Das “Licht, das in der Erde leuchtet”, scheint eine zur Wintersonnenwende erlebbare Tatsache zu sein für alle, die begabt sind, in die astralen Ebenen der Erde schauen zu können. Ursula Burkhard (1930 – 2011) schreibt in ihrem Büchlein “Karlik”:

“Der Jahreslauf kann wie das Atmen der Erde empfunden werden. Novemberfest und Erdgramselfest (im frühen Frühjahr, d. E.) sind Polaritäten wie Ein- und Ausatmen. Wenn ganz ausgeatmet ist, bildet das Johannifest (Sommersonnenwende, d. E.) den Höhepunkt. Und der Höhepunkt des Einatmens ist nach dem Novemberfest die große Feier der inneren Sonne. Vorbereitet wird dieses Fest durch stilles Sich-Freuen, unterbrochen von freudigen Jubelrufen: “Bald scheint die Sonne in der Erde, ganz bald, es wird hell!” Und dann wird alles wie durchsichtig leuchtend. Wie fließendes Gold strömt Licht in die Erde. Alle Elementarwesen, die noch für das Wohl der Erde arbeiten wollen, lassen sich davon durchdringen und erleuchten. Sie haben es gern, wenn in dieser Zeit Menschen in ihren Weihnachtsliedern von der wahren Sonne singen, vom inneren Licht.”

(Ursula Burkhard, Karlik. Begegnungen mit einem Elementarwesen. Werksgemeinschaft Kunst und Heilpädagogik Weißenseifen, 1991, S. 39f.)

Es ist eine besondere Tragik, dass die christlichen  Missionare seinerzeit dem naturhaft geprägten Erleben der Kelten und Germanen so intolerant gegenüberstanden und es dadurch bis heute nicht gelungen ist, Naturreligion und Christentum in ein umfassendes, gemeinsames geistiges Weltbild zu integrieren. Denn – wie aus dem obigen Zitat hervorgeht – wäre das sehr wohl möglich: Die Natur jedenfalls ist nicht dogmatisch. Durch ihre restriktive Haltung blieb der kirchlichen Obrigkeit aber nichts anderes übrig, als einerseits die den alten Völkern bekannten, real existierenden Wesenheiten und Naturkräfte zu dämonisieren, was letztlich zu dem schrecklichen Hexenwahn in der frühen Neuzeit führte, andererseits aber blinden Glauben zu verlangen, was die eigenen religiösen Lehrinhalte betraf.

Diese starre Geisteshaltung, die bis heute bei vielen Menschen zu beobachten ist, kritisierte auch Abd-ru-shin (Oskar Ernst Bernhardt, 1875 – 1941), wenn er etwa schrieb:

“Ein sogenannter guter Christ würde den Menschen ohne weiteres mit Gotteslästerer bezeichnen und einen großen Sünder in ihm sehen, der es wagen wollte, zu behaupten, die Verkündung der Geburt des Gottessohnes Jesus an die Hirten sei ein Märchen.

Doch der gleiche gute Christ weist die Verkündungen jetziger Zeit zurück mit eifernder Entrüstung, trotzdem diese auf gleiche Weise durch dazu Begnadete gegeben sind, und nennt die Überbringer ohne weiteres auch Gotteslästerer, in den günstigsten Fällen vielleicht nur Phantasten oder Angekränkelte, vielfach Irregeleitete.

Überlegt Euch aber selbst, wo ist da ein gesundes Denken, wo strenge Folgerung und wo Gerechtigkeit? Einseitig und krankhaft begrenzt sind diese Anschauungen strenger Gläubigen, wie sie sich gerne selbst bezeichnen. Doch in den meisten Fällen ist es Trägheit ihres Geistes und die daraus immer folgernde menschliche Dünkelhaftigkeit der geistig Schwachen, die Mühe haben, sich wenigstens zum Schein noch an einen einmal erlernten, niemals aber wirklich in sich erlebten Punkt früheren Geschehens krampfhaft anzuklammern, zu einem Fortschreiten ihres Geistes aber überhaupt nicht fähig sind und deshalb alle neuen Offenbarungen ablehnen.”

(Abd-ru-shin, Im Lichte der Wahrheit. Gralsbotschaft. Aus dem Vortrag: Weihnachten. Verlag der Stiftung Gralsbotschaft, Stuttgart)

Dora van Gelder (1904 – 1999) hatte offensichtlich keine Probleme damit, Naturwesen und Christentum miteinander in Einklang zu bringen. In einem Aufsatz mit dem Titel “Das Weihnachtsfest der Engel” schrieb sie über ihre hellsichtigen Wahrnehmungen zur Weihnachtszeit unter anderem:

“Die große Vorbereitungsarbeit der Engel auf Weihnachten beginnt sogar schon vor der Adventszeit und erreicht allmählich ihre höchste Steigerung Ende Dezember. (…) Wir müssen uns vergegenwärtigen, dass die gesamte Erdensphäre erfüllt ist von geistigen Besuchern, Engeln, Erzengeln und himmlischen Wesen, die auf einer höheren Entwicklungsstufe stehen als wir selbst und für die Leitung und Überwachung der mannigfaltigen Prozesse der Natur verantwortlich sind. Es sind deren Gedanken, Gefühle und Aktivitäten, die eine so wichtige Rolle spielen bei der Erzeugung der besonderen Atmosphäre guten Willens, die sich Weihnachten bemerkbar macht. Zu dieser Jahreszeit erbebt die ganze Erde unter den wundervollen Energien, welche Engel ausströmen und unter dem machtvollen Segen von Christus, der als Antwort ihrer Anbetung herabsteigt. Während der gesamten Adventszeit und sogar noch einige Wochen zuvor, werden in den inneren Welten auf unterschiedliche Weise Vorbereitungen für die Feier des großen Festes getroffen; mit jedem Tag werden die Einflüsse stärker und intensiver, bis schließlich (…) der Höhepunkt erreicht ist, und die Welt ihr Herz wie eine Blüte ihre Blätter der Sonne öffnet, in die sich ein machtvoller Strom der Liebe und Kraft ergießt, von Christus selbst ausgehend, als irdischer Inkarnation der zweiten Person der Heiligen Dreifaltigkeit.”

( Aus: Dora van Gelder, Im Reich der Naturgeister. Aquamarin Verlag, 1995, S. 151f. und 157.)

So weit die “Weihnachtsgeschichte”, wie sie sich – wenn man den Berichten Hellsichtiger Glauben schenkt – auch heute noch alljährlich zu dieser Zeit im Jahr wiederholt: Weihnachtsmänner, Weihnachtsengel, Licht in der Erde, Dezember-Feiertage.

Nun lassen Sie uns zur Bescherung schreiten: Zwei Bilder liegen für Sie auf dem Gabentisch.

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Das ist eines meiner Lieblingsbilder. Es stammt von Gustave Doré (1832 – 1883) und ist eine Illustration zu Dantes “Göttlicher Komödie”. Der Titel lautet: Paradiso Canto 31. (Quelle: Wikimedia Commons)

Oder was sagen Sie zu diesem?

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Francesco Botticini (1446 – 1497), ein Maler aus Florenz, hat diesen “offenen Himmel” mit seinen Engelshierarchien dargestellt. Der Titel des Bildes lautet “Mariä Aufnahme in den Himmel” (Quelle: Wikipedia) und passt folglich zum “Großen Frauentag” – s.o.

Möge auch Ihnen der Himmel offenstehen!

Ich wünsche Ihnen ein besinnliches, bewusstes Weihnachtserleben!

Im Dezember 2015                                               Der Elfenfreund

 

Alles Gute kommt von oben!

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Über die begrenzte Haltbarkeit von Neujahrsvorsätzen wird zu dieser Jahreszeit von jeher immer viel gejammert und gewitzelt. Der Jahreswechsel ist für viele ein Anlass, das vergangene Jahr zu überdenken, Einkehr zu halten und einen bewussten Neuanfang ins Auge zu fassen. Damit verbunden ist oftmals das drückende Empfinden, dass nicht alles in der eigenen Lebensgestaltung sich in der richtigen Weise entwickelt, manches davon womöglich sogar einer ernsthaften moralischen Prüfung nicht standhalten würde.

Dieses drückende Empfinden ist die Stimme des Gewissens, die in solchen ernsten Stunden mahnend zu uns Menschen spricht, wenn wir einmal in uns gehen und unser bis dahin gelebtes Leben prüfend betrachten. Die Stimme des Gewissens, die sich als inneres Empfinden äußert, stammt vom unterdrückten Geist, der das “Lebendige” im Menschen ist und als solches mit allem Lebendigen und folglich auch mit den Wesen der Natur in Verbindung steht.

Viel Unglück und viel Leid für alles Lebendige entstehen aus dem herrschenden Materialismus, dem sich heute viele Menschen vorbehaltlos beugen. Dieser hängt zusammen mit einer beispiellosen Überbewertung des Verstandes, der dem Menschen als zwar nützliches Werkzeug auf seinen Erdenweg mitgegeben worden ist, der aber niemals die Stimme des Gewissens übertönen dürfte, wie es im Alltag leider viel zu oft der Fall ist.

Beispielsweise würde so mancher Mensch gern an ein Leben nach dem Tod glauben; doch müssen die meisten ehrlicherweise zugeben, dass sie im Grunde ihres Herzens daran zweifeln. Besser gesagt, es ist der Verstand, der daran zweifelt, weil sich unser “Wissen” und unser “Bewusstsein” nur auf den irdischen Leib beschränken, der nach dem Abscheiden bekanntlich im Grab verfault. Über den Verbleib und die Befindlichkeit der Seele vor, während und nach dem Erdenleben existieren bislang nur Glaubenslehren, aber kein Wissen, ja, es besteht landläufig sogar die Auffassung, dass man prinzipiell gar nichts darüber wissen kann.

Mit Bezug auf den Verstand mag diese Auffassung ja richtig sein, da der Verstand ein Werkzeug zum irdisch-materiellen Erkennen und Begreifen ist und Geistiges nicht zu beurteilen vermag. Da aber das eigentliche Lebendige im Menschen der Geist ist, zu dem wir kaum noch einen bewussten Zugang haben, und nicht der Verstand, der als Produkt des Gehirnes naturgemäß vergänglich ist, braucht man sich nicht wundern, wenn der nur aus dem Verstand agierende, materialistisch geprägte Mensch von heute sich von mahnenden Empfindungen bedrückt fühlt, sobald er ernsthaft einmal in sich Einkehr hält.

Ebenso wird ja auch die Natur von zahllosen feinstofflichen Wesen belebt und bewegt, die sie bewohnen, formen und hüten, und wir Menschen wissen davon so gut wie nichts, obwohl diese Wesen die selbe Welt bewohnen wie auch wir, nur auf einer feineren Ebene. Die spärlichen Einblicke in diese Welt der feinstofflichen Naturwesen (denen dieses Weblog bekanntlich gewidmet ist) verdanken wir den wenigen hellsichtig begabten Menschen, die heute noch, wie zu früheren Zeiten Priester, Medizinmänner und Schamanen, zu Brücken bestimmt und befähigt sind, die aber in materialistisch geprägten Zeiten (wie heutzutage) freilich noch weniger ernst genommen werden als noch vor Jahrtausenden. Ganz abgesehen davon, dass auch hellsichtig begabte Menschen sich selbst noch auf dem Weg ihrer eigenen Entwicklung und Vervollkommnung befinden und das, was sie sehen, in erster Linie für sie selbst Gültigkeit besitzt, sodass allgemeingültige Aussagen daraus tatsächlich erst in zweiter Linie und nur bei aller Sorgfalt abgeleitet werden dürfen. (Wenn dieser Gedanke Sie interessiert, können Sie mehr darüber nachlesen in unseren Artikeln “Wesen und Form” vom März 2014 sowie “Wesen und Wahrnehmung” vom Mai 2014.) -

Ein großer Elf des Meeres, den  Margot Ruis Eliamar nennt und mit dem sie seit Jahren eine Bekanntschaft pflegt, hat schon vor langer Zeit über die menschliche Problematik der einseitigen Hinwendung zum Verstand und damit auch zum Materialismus zu ihr gesprochen. In den Elfenstimmen vom Februar 2013 durften wir seine Worte zitieren. Die ausbeuterische Missherrschaft des Menschen auf diesem Planeten, die immer krasser zum Ausdruck kommt, je mehr der Mensch mit seinen fehlgeleiteten Aktivitäten gegen natürliche Grenzen stößt, und die den von der Ausbeutung besonders betroffenen Wesen in der Natur verständlicher Weise als “gieriges Habenwollen” besonders abstoßend erscheint, hat ihren Ursprung in der menschlichen Überbewertung des Verstandes, die dem Menschen vergängliche materielle Werte als erstrebenswerter erscheinen lässt als ewige geistige Werte – hier noch einmal die Stelle zum Nachlesen:

„Die Gier ist der Moloch der dichten Welten. Sie verschlingt alles, und sie verschlingt euch! Die dichten Welten verleiten zum Habenwollen. Dies ist die Ursache allen Übels und allen Jammers auf dieser Erde.

Die Gier ist die Ursünde, nichts anderes! Da wurde das erste Mal der starke Wille, das ,ich will’, auf etwas gerichtet, um es sich einzuverleiben… ,Ich will das haben’, das heißt zugleich, niemand anderer soll es haben – das erlegte Wild, einen seltenen Stein, ein schönes Fell… eine Frau, Gold, Land… Macht und Einfluß… Länder, Reiche…

Raub und Brand, Sklaverei und Folter, Verleumdung und Verrat − auch an unseren Reichen! − Mord und Totschlag, Krieg und Verwüstung… das alles hat der Mensch in die Welt gebracht, um seine Gier zu stillen. Sie ist nie zu stillen… Der Mensch kann sie nur überwinden, sich über sie erheben.

Der Mensch, der erkennt, wer er in Wahrheit ist, löst sich von der Dichte und damit nach und nach von der Gier. Das ist der Weg. Wir wissen nicht, wie viele Menschen ihn gehen wollen. Wir können nur hoffen, daß es viele sind. Die Erde und ihre Wesen brauchen sie!“ (…)

“Begreift doch, daß ihr Geist seid – Geist, Geist, Geist! Nicht dieser Körper, der alles haben will! Geist will sein, darin liegt seine Glückseligkeit und seine Bestimmung!” (…)

„Überdenkt eure Werte! Ändert eure Werte! Ihr habt falsche Werte. Das Nichtigste ist euch am wichtigsten!

Weckt in euch die Sehnsucht nach dem, was ihr nicht sehen könnt! Ihr habt sie alle in euch! Laßt sie wachsen!

Die Sehnsucht nach dem Ungreifbaren, Unnennbaren, Unsichtbaren − sie ist in euch allen, warum lebt ihr sie nicht?

Es ist so viel Leere in euch, weil ihr nur dem Sichtbaren, Greifbaren lebt! Nie kann dies eure Seelen wirklich glücklich machen!

Wie hängt ihr doch an den äußerlichen Werten! Sie sind das Nichtigste, erkennt es doch!

Ihr seid nicht auf diese Erde gekommen, um möglichst viel Geld zu verdienen, viele Dinge zu kaufen und andere zu beeindrucken! Eure Ziele sind ganz andere, aber ihr habt sie vergessen. Erinnert euch!

Ihr könnt euch nicht von den unsichtbaren Welten trennen, ohne zu leiden. Ihr seid selbst unsichtbare Wesen, die zwar auch einen grobstofflichen Körper tragen − aber der ist nicht euer wahres Sein! Ihr seid nicht euer Körper!

Erkennt, wer ihr in Wahrheit seid, und lebt es! Dann werdet ihr aufhören, in gedankenloser Gier das Antlitz der Erde zu verwüsten. Nicht eher.“

(Eliamar, Großer Elf des Meeres, zitiert nach: Margot Ruis, Naturwesen – Begegnung mit Freunden des Menschen, S. 52 ff. – Das Buch ist in 6. Auflage im Gralsverlag erhältlich, sowie Margot Ruis, Naturwesen und Erdheilung, Gralsverlag 2011, S. 190.)

Dreierlei können wir dieser Stelle entnehmen: Erstens, dass die Natur erfüllt ist von kleineren und größeren Intelligenzen, die uns Menschen und unser Tun beobachten. Zweitens, dass diese Wesen, von deren Existenz wir kaum eine Ahnung haben und von denen wir so gut wie gar nichts wissen, uns Menschen sehr gut kennen, vielleicht sogar besser als wir uns selbst. Und drittens, dass sie unserer Art zu leben und zu denken zwar voller Empathie, aber doch mit großer Sorge und – gelinde gesagt – starken Vorbehalten gegenüberstehen.

Bemerkenswert ist ferner, dass dieser Große Elf des Meeres in diesem Textbeispiel völlig zurecht uns Menschen ethische Vorhaltungen macht, ja, in seiner Haltung dem christlichen Gedanken weit näher steht als die von ihm gerügte Menschheit.

Wie lehrte Jesus Christus in seiner berühmten Bergpredigt:

Vom Schätzesammeln und Sorgen

“Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen.
Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen.
(…) Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.
Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung?
Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie?
Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt?
Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht.
Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.
Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen?
Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden?
Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft.
Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.”

(Mt. 6, 19-33)

Es ist meiner Ansicht nach ein grundlegendes Missverständnis, wenn – wie es manchmal geschieht – diese richtungsweisenden Aussagen Jesu Christi in einer weltfremden Art und Weise interpretiert werden, in dem Sinn, dass materielle Güter und irdischer Wohlstand prinzipiell schlecht und abzulehnen seien – im Gegenteil:

“Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.”

Es ging Jesus nicht um das Propagieren einer selbstgewählten Armut, sondern vielmehr um die Initiative zu einer Veränderung der schon seit Jahrtausenden durch die Menschheit falsch gesetzten Prioritäten. Und diese falschen Prioritäten waren, ebenso wie sie es auch heute noch sind: Zuerst das Irdische, dann erst das Geistige. Also zuerst die durch den Verstand definierten materiellen Notwendigkeiten und Wünsche befriedigen zu wollen und erst dann (vielleicht) auch an das Geistige zu denken, also an Ethik, Moral, Gerechtigkeit, Gleichgewicht, Harmonie und Frieden etc. sowie an die Befindlichkeit der Seele. Wie wir heute deutlich sehen, hat uns diese Einstellung auf allen Ebenen an den Rand des Abgrundes geführt.

Alles Gute kommt von oben!

Was Jesus in seiner Bergpredigt also den Menschen vor 2000 Jahren in damals verständlichen, einfachen Worten und Bildern zu vermitteln suchte: Wenn ein Mensch richtig handelt, indem er bei seinem Tun den “Willen Gottes”, also geistige Gesetzmäßigkeiten beachtet, so wird ihm alles, was er dazu benötigt – auch das Irdische! –  als Geschenk gesetzmäßig zuteil! Wenn er aber ohne Rücksicht auf das “Reich Gottes” nur nach kurzsichtigen irdischen und egoistischen Erwägungen lebt, so wird er keine Harmonie und keinen Frieden erreichen, sondern immer wieder das Zusammenbrechen des von ihm falsch Aufgebauten erleben müssen.

Als vierten Gedanken können wir also zum Zitat von Eliamar oben festhalten, dass die Naturwesen in ihrer Art und Haltung keineswegs im Gegensatz zur christlichen Lehre stehen, wie die Kirchen verunglimpfend jahrhundertelang behauptet haben und (z.B. gegenüber den religiösen Praktiken der indigenen Bevölkerung Südamerikas) teilweise bis heute noch behaupten, sondern dass im Gegenteil Christentum und Naturwesen völlig miteinander in Einklang zu bringen sind. Mehr dazu lesen Sie bitte in unserem Artikel “Saat und Ernte” vom Oktober 2014.

Kehren wir zurück zu unseren Neujahrsvorsätzen. Das Gute an ihnen ist, dass offensichtlich vielen Menschen in der Tiefe ihrer Seele klar ist, dass sie sich in vielem ändern müss(t)en.

Mit dem Sichändern hat es aber so seine Bewandtnis und auch seine Tücken. Sich wirklich tiefgreifend zu ändern gelingt meistens nicht, wenn der Vorsatz nur mit dem Verstand gefasst wird und durchgeführt werden soll. Denn die Änderung betrifft ja wahrscheinlich nicht nur die unserem Tagbewusstsein zugänglichen Persönlichkeitsschichten, sondern zumindest teilweise auch den Geist, also das “innere Wesen” des Menschen. Dieser innere Wesenskern ist aber mit dem Verstand gar nicht zu erreichen. Das ergibt die bereits erwähnte und nur allzu gut bekannte “begrenzte Haltbarkeit” von Neujahrsvorsätzen.

Andererseits hört man immer wieder (wenn auch selten) Berichte von Fällen, in denen Menschen von einem Tag auf den anderen und ohne erkennbare Begleitmaßnahmen etwa das Rauchen oder Trinken aufgegeben haben oder von ihrer Drogensucht geheilt wurden. Wie ist das möglich?

Ich denke, der entscheidende Punkt wird sein, dass der Wunsch nach Änderung nicht nur vom Verstand ausgeht und dementsprechend nur oberflächlich gefasst wurde, sondern dass es sich wirklich um ein tiefgreifendes Wollen handelt, das den geistigen Kern des Menschen mit erfasst. Dem Geist des Menschen ist mit seiner freien Entschlussmöglichkeit ein mächtiges Werkzeug mit auf den Weg gegeben, wie auf diesem Weblog an anderer Stelle bereits ausgeführt worden ist. Wenn ein Mensch wirklich aus tiefster Seele ehrlich etwas Gutes will, so kann er damit Kräfte mobilisieren, die ihn alle Hindernisse mit Leichtigkeit überwinden lassen. Mehr zum Thema “der freie Willen des Menschen” können Sie nachlesen in den Artikeln “Wesen und Geist” vom Juli 2014 sowie “Wesen und Mensch” vom September 2014.

Zu guter Letzt darf schließlich im Rahmen dieses Weblogs nicht unerwähnt bleiben, dass es gerade auch Wesen sind, die den Menschen bei allem guten Streben kraftvoll unterstützen können und nur zu gern auch unterstützen wollen, sobald sie eine dazu bereite Gesinnung vorfinden. Wenn ein Mensch im Gebet innig um Kraft und Beistand bittet, wird seine vertrauensvolle Bitte bestimmt nicht ungehört verhallen! Dafür sorgen geistige Helfer, die immer um uns sind, um uns beizustehen, wenn wir sie brauchen, und Heerscharen von Wesenheiten, die für jeden guten Zweck und jede Entwicklungsmöglichkeit bereitgestellt sind, sobald wir geistig die Hand ernsthaft danach ausstrecken. Da es sich bei diesen Wesenheiten nicht um Naturwesen im engeren Sinne handelt, haben wir bislang auf diesem Weblog erst eine Art davon vorgestellt; lesen Sie das Zitat von Flower A. Newhouse in unserem Artikel “Wesen und Mensch” vom September 2014 und schließen Sie exemplarisch Bekanntschaft mit den von ihr so genannten “Engeln der Anbetung”. Außer diesen hat Flower Newhouse aber auch noch zahlreiche andere Arten von Engeln in ihren unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen beschrieben und betrachtete es als ihre vorrangige Aufgabe, den Menschen diese näherzubringen.

Obwohl Margot Ruis im Gegensatz dazu in ihren Büchern beinahe ausschließlich von Begegnungen mit Naturwesen berichtet, also Wesen, die sich mit der Formung und Erhaltung der Natur beschäftigen und deren Wirkungsfeld die Gesteine, Pflanzen, Tiere, Feuer, Luft und Wasser darstellen, beschreibt auch sie darunter ein Wesen, dessen Aufgabenbereich vorrangig mit menschlicher Inspiration und menschlichem Schaffen zusammenzuhängen scheint:

“Ich habe eine bezaubernde, kleine Freundin in Indien, die zu dieser Kategorie gehört. Sie ist kein Naturwesen im eigentlichen Sinne, sie ist ein Wesen der Musik, eine Genie. (Fußnote: Ge-ni-e, weiblicher Genius) Kennengelernt habe ich sie vor Jahren in einem Ashram in Bombay. Ich meditierte abends auf dem flachen Dach neben einem kleinen Tempel, da hörte ich plötzlich unbeschreiblich schönen Gesang. Eine hohe Frauenstimme, zart und doch voller Leuchtkraft, jubilierte sich durch die kompliziertesten Verzierungen altindischer Gesangskunst, flötete dann sehnsuchtsvoll, um sich schließlich wieder mit blühender Melodik in den Klanghimmel aufzuschwingen. Hinreißend! Die Stimme kam aus der Richtung des großen Mangobaumes neben der Dachterrasse, und da stand auf einem aus dem Stamm ragenden Vorsprung ein weibliches Wesen, etwa ein Meter dreißig groß, in einem goldglänzenden, anliegenden Gewand alten Stiles – und sang. Ich lauschte selig, bis die herrliche Sängerin ihr Lied beendete, und begrüßte sie dann. Daß sie nicht die Deva des Mangobaumes war, schien mir klar, aber wer war sie? Jedenfalls etwas besonders Kostbares! Genauso bezaubernd wie ihr Gesang war auch der Umgang mit ihr. Ein wunderhübsches Gesichtchen, strahlende, fröhliche Augen, ein perlendes Lachen – welch ein Schatz!

Sie war, was nicht überraschte, für Musik zuständig, und hier hielt sie sich auf, weil viel gesungen wurde. Als kurz darauf im großen Tempel unten die Abendandacht begann, bei der immer von Anfang bis Ende gesungen wird, war sie ganz dorthin konzentriert und unterstützte offenbar die Singenden. Später kam Gerhard herauf. „Ich muß dich jemandem vorstellen“, sagte ich. „Ja, was ist denn das Süßes?“, war seine Reaktion, als er die Genie sah. Fasziniert hörte er ihren Gesang. Wir haben sie seither oft getroffen, immer am selben Platz. Bombay war jahrelang unser Ankunfts- und Abflugsort in Indien, und wir pflegten bei dieser Gelegenheit einige Tage in dem Ashram  zu verbringen.

Meine zauberhafte Freundin verriet mir ihren Namen, und den darf ich ruhig veröffentlichen: Shakúntala. Sie ist eben eine Künstlerin, und die haben meist nichts dagegen, wenn ihr Name bekannt wird!

Als ich kurz davorstand, meine zweite CD aufzunehmen, hatte ich die Idee, Shakúntala könnte mich dabei unterstützen. Ich fragte sie, ob Raum, also Entfernung für sie ein Problem wäre. „Musik ist Raum“, war die Antwort – der Raum, in dem sie sich bewegt. Ich könne sie auch von anderswo rufen und um Hilfe bitten. Das habe ich seither mehrmals getan und hatte immer den Eindruck einer guten Verbindung und ihrer Aufmerksamkeit. Da fließt schon etwas herüber …

Shakúntala ist das einzige Wesen dieser Art, dem wir je begegnet sind.”

(Margot Ruis, Naturwesen und Erdheilung, Gralsverlag 2011, S. 166f.)

Margot Ruis ist freilich besonders begnadet mit ihrem seltenen Talent, als moderner Mensch trotzdem auch heute noch hineinblicken zu können in die Welt der Natur- und Elementarwesen, und sozusagen zu wissen, wen sie um Hilfe fragen kann. Doch auch, wer diese Gabe nicht besitzt – die Hilfe und Unterstützung der Wesen ist jedem Menschen gewiss, der in gläubigem Vertrauen darum bittet! Es ist ja im Nachhinein nicht unbedingt entscheidend, zu wissen, wie die Hilfe von “drüben” konkret bewerkstelligt wurde, wenn einem geholfen wurde, und nach meiner Erfahrung bringt es absolut nichts, darüber nachzugrübeln oder ab Lektüre eines einschlägigen Buches mit vorgefertigten Bildern und Meinungen durch das Leben zu gehen und Hilfe genau nur in der Form zu erwarten, wie es der/die eine Hellsichtige XY in diesem einen Buch beschrieben hat. Im Gegenteil: Das wäre eher kontraproduktiv und würde zweifellos mehr schaden, als es nützen könnte, denn das würde bedeuten, die Hilfen von oben mit dem Verstand aufnehmen zu wollen … und das ist, wie bereits ausgeführt, unmöglich.

Zweifellos wäre es schön, wenn alle Menschen mit den Wesen um uns in bewusstem Kontakt stehen würden, denn wir könnten unendlich viel von ihnen lernen. Vielleicht wird ein solches “goldenes Zeitalter” noch kommen. Doch fürchte ich, zuvor müssen wir Menschen aus eigenem Erleben heraus die falsche Richtung unserer Lebensführung erkennen, und vor allem auch ändern – und dazu ist es leider unabdingbar, in aller Schärfe mit den üblen Früchten konfrontiert zu werden, die aus unseren eigenen Gedanken, Worten und Werken gewachsen und reif geworden sind. (Mehr über “Zukunftsprognosen” können Sie nachlesen in unseren Artikeln “Einen Blick in die Kristallkugel…” vom Jänner 2013 sowie “Die Welt im Wandel” vom Jänner 2014!)

Um diesen enormen Herausforderungen standhalten zu können, sie zu bewältigen und nicht daran zu zerbrechen, wird jeder von uns viel Hilfe von oben benötigen!

In seinem Buch “Im Lichte der Wahrheit” hat Abd-ru-shin (Oskar Ernst Bernhardt, 1875 – 1941)  unter vielem anderen genau beschrieben, wie und woher dem Menschen im Gebet Hilfe kommen kann und wie er selbst dazu beschaffen sein muss, um ihrer teilhaftig werden zu können. Jeder und jedem an geistigen Zusammenhängen Interessierten sei daher dieses Werk zur Unterstützung bei der eigenen Suche wärmstens ans Herz gelegt.

In seinem Vortrag “Lichtfäden über Euch” spricht Abd-ru-shin davon, dass der Mensch immer umgeben ist von Hilfen. Es sind dies von ihm so bezeichnete “Lichtfäden”, die von helfenden Wesen ausgestrahlt werden und jederzeit bereit sind, dort ihren segensreichen Einfluss zu entfalten, wo sie in einer Seele geeigneten Boden dazu finden.

“Die Fäden sind so vielseitig, daß es nichts gibt, worin der Erdenmensch und auch die von der Erde schon entfernte Seele nicht Hilfe, Stärkung, Trost und Stütze finden und erhalten könnte in dem Augenblicke, wo sein Sehnen oder Bitten darnach eine ganz bestimmte Stärke in dem wahren Wollen hat. Nicht früher; denn geformte Worte reichen allein niemals dazu aus, um die Verbindung herzustellen. Auch kein flüchtiger Gedanke.

Heißes, echtes, wahres Sehnen oder Wünschen muß es sein, ohne gedankliche Berechnung, ohne Lohnerwartung, ohne irgend etwas Eingelerntes, das doch nie so recht von Herzen oder aus der Seele kommen kann; denn dazu bindet das geformte Erdenwort bereits zu stark. Das Erdenwort kann immer nur die Richtung für das Wollen einer Seele geben, eine Straße bilden für den Weg, den die Empfindung gehen will, es darf jedoch nie alles sein sollen.

Wenn der Mensch beides nicht vereinen kann, das Wort mit seinem Wollen, wenn er zu sehr an rechte Formung seiner Worte denken muß, so ist es besser, nur zu beten und zu danken oder bitten mit Empfindung ohne Worte! Dann ist es sicher ungetrübt! Das festgeformte Wort trübt viel zu leicht und engt jedes Empfinden ein.

Viel schöner ist es und auch stärker, wenn Ihr Eure Worte dabei fallenlassen könnt und Euch an deren Stelle nur ein Bild geistig erstehen laßt, in das Ihr das Empfinden groß und rein ergießen könnt! Ihr müßt versuchen, was Euch leichter ist und was Euch nicht beengt.

Es ist dann Eure Seele, welche spricht, sobald Ihr die irdischen Worte fallenlassen könnt. Die Seele, wie sie sprechen wird, wenn sie von dieser Erde und auch aus allen Ebenen der Grobstofflichkeit abgeschieden ist; denn dann bleibt das geformte Wort zurück.”

(Abd-ru-shin, Im Lichte der Wahrheit. Gralsbotschaft. Verlag der Stiftung Gralsbotschaft, Stuttgart. Aus dem Vortrag: Lichtfäden über euch!)

Viele der alten Völker kannten solche Vermittler helfender Kräfte und verehrten sie als “Göttinnen” und “Götter”. Mit dem Siegeszug der materialistischen geprägten Verstandes-”Aufklärung” ging dieses Wissen aber leider verloren, woran auch der dogmatische und daher falsche Einsatz an sich guter und wertvoller religiöser Lehren nicht unwesentlich beteiligt war – doch handelt es sich hier um einen Prozess, der nicht erst mit der Christianisierung vor anderthalb Jahrtausenden begann (siehe dazu unseren Artikel “Märchen, Mythen, Göttersagen” vom April 2013), sondern die Bindung an den Verstand und damit an bestimmte vorbereitete Riten und Worte setzte bereits wesentlich früher ein.

“Die Fäden sind die Ausstrahlungen vieler wesenhafter Mittler, welche Euch in ihrem Wirken noch nicht recht vertraut geworden sind, die aber schon von alten Völkern gut gekannt wurden. (…)

Sie wurden von den alten Völkern einst als Göttinnen und Götter bezeichnet, weil diese Menschen damals noch nicht weiter schauen konnten und die Mittlerinnen dieser Strahlungen schon als die eigentlichen Ausgangspunkte dachten und sie deshalb für die Höchsten hielten, die es gab (…)

Es sind also ganz verschiedenerlei Arten solcher Fäden. Sie haben ihren Ursprung in der Ausstrahlung der betreffenden Wesen, die die von dem jeweils höher befindlichen Mittler weitergegebene Kraft aufgenommen haben und wieder weitergeben, wobei eine Veränderung in dem Durchströmen sich vollzieht, wodurch die Strahlung der Art angepaßt wird, auf die sie abwärtsführend dann als nächste trifft.

Aus diesen Fäden können Erdenmenschen Stärkungen erhalten für jede Tugend und für jedes gute Wollen! Zu jeder Zeit; denn diese Fäden hängen immer über Euch, bereit und abwartend, daß Ihr Verlangen darnach habt.(…)

Durch sie kann jeder Erdenmensch alles erhalten, wenn er nur in Reinheit sich nach etwas davon sehnt. Die Keuschheit, welche allerdings ganz anders ist, als Menschen sich erdachten, die Treue, Fruchtbarkeit, Wahrhaftigkeit, die Anmut, die Bescheidenheit, den Fleiß (in dem Gesetze der Bewegung schwingend) und vieles mehr. Für jedes einzelne ist eine Mittlerin für alles Weibliche verkörpert, wie es auch Mittler gibt für alles Männliche, zum Beispiel für die Kraft, den Mut, die Unerschrockenheit, Gewandtheit, echtes, reines Herrentum und alles andere, welches zu nennen hier nicht nötig ist, weil ich Euch nur ein ungefähres Bild davon entwickeln will zu besserem Verstehen dessen, was ich heute gebe.

Von jedem dieser Mittler, die durch Spaltungen der Einzelteile nötig wurden, gehen diese Fäden aus, die ich Euch schildere. Und jeder dieser Mittler hat auch wiederum sehr viele Helfer, welche um ihn sind und in den Ausstrahlungen sich betätigen. Es ist ein frohes Wogen, das in allem diesem Wirken liegt!

(Abd-ru-shin, Im Lichte der Wahrheit. Gralsbotschaft. Verlag der Stiftung Gralsbotschaft, Stuttgart. Aus dem Vortrag: Lichtfäden über euch!)

Auf antiken Abbildungen kann man heute noch sehen, wie sich die alten Kulturvölker ihre Götter und Wesen bildhaft vorstellten. Sicherlich wird vieles davon keiner lebendigen Wahrnehmung entspringen, sondern künstlerischer Überlieferung und Konvention. Trotzdem finden wir es beeindruckend, sich die Fülle und Vielfalt an verschiedensten Wesen und personifizierten Naturkräften einmal zu vergegenwärtigen. Sie gehen weit über das hinaus, was landläufig unser Schulwissen unter griechischen und römischen Göttern versteht. Einen schönen Einblick dazu bietet die Webseite http://www.theoi.com.

Lassen Sie sich inspirieren!

Der Elfenfreund                                                                    im Jänner 2015

 

Saat und Ernte

Wann immer ein Samenkorn auf feuchte, fruchtbare Erde fällt, – und wie oft ereignet sich das weltweit jeden Tag! – geschieht ein Wunder, das die Wissenschaft bei aller Klugheit nicht erklären kann: Die Lebenskraft regt sich, das Korn beginnt zu keimen.

Saat und Ernte: Zwischen diesen beiden Begriffen liegt das weite Wirkungsfeld der Wesen, denen dieses Weblog bekanntlich gewidmet ist.

“Beim Energieaustausch zwischen Sonne und Pflanze sowie Erde und Pflanze spielt die Elfe eine entscheidende Rolle. Sie vermag beide Ströme zu beeinflussen, besonders den Energiestrom der Sonne. Sie ist in der Lage, sie zu verzögern und zu beschleunigen und kann dort Energien hinzufügen, wo sie es für notwendig erachtet. Sie versetzt sich zunächst mit der Pflanze in Gleichklang, indem sie ihren Herzrhythmus der Pflanze anpasst. Sie verharrt und beurteilt, was sie zu tun hat. Dann begibt sie sich ans Werk. Sie springt und hüpft um die Pflanze und berührt sie mit ihren Lichtstrahlen, welche aus ihren Händen in die Energieströme der Pflanze fließen. Auf diese Weise trägt sie zum Pflanzenwachstum bei. Obwohl sie vorgenannten Aspekt im Auge behält, liegt ihre Hauptpflicht darin, der Pflanze unter den bestehenden Bedingungen zum größtmöglichen Wohlbefinden zu verhelfen.

Nachdem sie die ihrer Meinung harte Arbeit beendet hat, entfernt sie sich von der Pflanze, schlägt vor lauter Lebensfreude einen oder zwei Saltos in die Luft und vertreibt sich auf angenehme Weise die Zeit. Danach nimmt sie erneut ihre Arbeit auf.

Man mag fragen, ob Pflanzen ohne diese Hilfe wachsen würden. Ganz sicher ja, doch der Eingriff der Elfen (und was das betrifft, die Pflege der Menschen) machen den Unterschied zwischen kümmerlicher und prächtiger Pflanze aus.

Pflanzen wachsen aus innerem Lebens- und Fortpflanzungsdrang, was dem Hauptanliegen der Natur entspricht. Die Unterstützung der Elfen ist so wichtig für die Pflanze wie das Pflügen für das Kornfeld. Warum sollten wir den Erklärungen der Elfen keinen Glauben schenken? Sie weiß, dass ihre Arbeit eine wichtige Aufgabe darstellt und nimmt sie auf ihre Weise ernst. Sie fühlt sich für die Entwicklung der Pflanze verantwortlich und verspürt fast so etwas wie mütterlichen Stolz über ihre Leistung. Außerdem ist sie verpflichtet, Ergebnisse vorzuweisen, welche von einer ihr höher stehenden Elfe beurteilt werden, die in Zeitabständen erscheint, um festzustellen, wie die Dinge sich entwickeln.

Es ist erstaunlich, wie vielseitig diese Arbeit ist. Ich sah sogar in Treibhäusern Elfen, welche sich um die ganz winzigen Pflanzen bemühten. Es handelte sich um eine viel kleinere Art, doch die von ihnen verrichtete Arbeit entspricht der gleichen Ordnung.

(…) Jede Elfe hält sich in der Nähe der Pflanze auf, deren Pflege ihnen obliegt und ist bemüht, jegliches „Unwohlsein“ sofort zu entdecken und Abhilfe zu schaffen, so wie ein Arzt, der nach seinen Patienten schaut. Diese Betreuung erfolgt nicht mit ernster Miene. Elfen umschweben die Blumen, wenn diese gut gedeihen und sie mehr als zufrieden mit ihnen sind. Sie tun ihre Gefühle kund und verweilen oft bei einer Blume, umhegen und pflegen sie, als ob sie ihr Baby wäre und schenken ihnen viel Zuneigung. Es ist bezaubernd, dies anzusehen.”

(Aus: Dora van Gelder, Im Reich der Naturgeister. Aquamarin Verlag, 3. Auflage 1995, S. 43ff. und 80f. Mit freundlicher Genehmigung des Verlages.)

Saat und Ernte: Jetzt ist die Zeit im Jahr, wo in den Gotteshäusern und Tempeln unserer Breiten Erntedank gefeiert wird.

Feiern Sie mit!

Nehmen Sie sich ein wenig Zeit, dekorieren Sie ein Tischchen, ein Fensterbrett oder eine Kommode mit Blättern, Früchten und Gemüse, entzünden Sie eine Kerze, sprechen Sie vielleicht ein paar kurze Worte des Dankes oder singen Sie ein Lied – und lassen Sie, wenn möglich, Kinder mit dabei sein! Sie werden sehen, wie einfach und wie natürlich diese offen sind für derart Rituale, so dass es richtig ansteckt  … und sich zu freuen ist schließlich nicht nur die einfachste, sondern auch die schönste und zugleich beglückendste und tiefste Art, Danke zu sagen!

An dieser Stelle möchte ich mit der werten Leserschaft dieses Weblogs ein paar Worte des Dankes an diejenigen Wesen teilen, die zumindest zeitweise in meinem eigenen kleinen Garten nach dem Rechten sehen, und zu diesem Zweck eine Geschichte erzählen, die ich dort erlebt habe – einen reinen Tatsachenbericht:

Das Pfirsichbaum-”Wunder”

Pfirsich1 klein

Saat und Ernte: Zu Erntedank feiert auch unser kleines “ElfenWirken”-Weblog Geburtstag!

Der erste Artikel ging am 7. Oktober 2012 “on air”, also ans Netz, hinaus in den elektronischen Äther des Internet.

Unser Anliegen ist es, den Gedanken an feinstoffliche Wesenheiten in der Natur – und nicht nur dort! – möglichst sachlich, umfassend und wirklichkeitsnah zu thematisieren, zu entwickeln und zu verbreiten.

Wir wollen dem herrschenden Materialismus in unsrer Gesellschaft ein zeitgemäßes, zukunftsfähiges Weltbild entgegensetzen oder wenigstens dazu beitragen, dass ein solches gefunden werden und sich etablieren kann! Wir glauben, dass die Zeit reif dazu ist.

In Wirklichkeit ist ja das materialistische “wissenschaftliche” Weltbild bei weitem nicht in der Lage, alle Phänomene stimmig zu erklären. Erst dieser Tage ging beispielsweise folgende Meldung durch die Medien: Laut den Berechnungen einiger Wissenschaftler besteht das Universum zu 80 % aus “dunkler Materie”.

Der Begriff der “dunklen Materie” geht auf die 1930er Jahre zurück und bedeutet im Wissenschaftsjargon Materie, die man nicht sehen kann. Mit anderen Worten: Das Universum verhält sich nach den exaktesten und feinsten Beobachtungen, die heute möglich sind, gravitativ in einer Art und Weise, die nicht erklärbar ist, wenn man nur die sichtbare Materie zur Berechnung heranzieht.

Es geht mir mit diesem Hinweis natürlich weder darum, eine neue wissenschaftliche Theorie auf-, noch eine bestehende in Frage zu stellen, denn dazu müsste ich alle diese Berechnungen ja erst einmal verstehen, wozu ich Elfenfreund mich weder in der Lage noch berufen fühle.

Nehmen wir es darum einfach als ein Bild und lassen wir es noch einen Moment auf uns wirken:

80% aller (energetisch wie auch mathematisch) wirksamen Materie ist selbst für feinste Sensoren unsichtbar, sagen heute schon namhafte Wissenschaftler … das ist als Bild genommen genau das, worum es auch auf diesem Weblog geht: um Materie, die man (normalerweise) nicht sehen kann, und die darin wirkenden Kräfte, mit denen man zwar rechnen, aber die man (normalerweise) nicht persönlich von Angesicht zu Angesicht kennenlernen kann, eben die Natur- oder Elementarkräfte.

Derzeit verzeichnet unser kleiner Natur- und Elementarwesen-Blog immerhin bereits an die 7000 Zugriffe im Monat – das ist freilich nur ein Tropfen in Relation zum breiten “Mainstream”, der in andere Richtungen fließt, aber wollen wir doch an die Zukunft glauben … bis jetzt sind die Zahlen Monat für Monat kontinuierlich nach oben gegangen.

Immer mehr Menschen heute geben sich mit der üblichen Beschränkung auf das Materielle nicht mehr zufrieden und sind offen sind für eine Erweiterung des Weltbildes. Wir jedenfalls freuen uns sehr über das rege Interesse und haben daher zum 2. Geburtstag unseres “ElfenWirkens” einen Newsletter eingerichtet. Wenn Sie möchten, melden Sie sich an … Sie werden dann über Neuigkeiten auf unserer Seite regelmäßig informiert. Und wenn Ihnen unser kleiner Weblog gefällt, dann empfehlen Sie ihn doch bitte weiter!

Saat und Ernte - In den vergangenen zwei Jahren haben wir aus verschiedenen Quellen eine Fülle von Informationen über Natur- und Elementarwesen auf diesem Weblog ”ausgesät”. In den ersten Artikeln waren dabei unsere hauptsächlichen Informationsquellen Margot Ruis und ihr Mann Gerhard Kogoj, mit denen zunächst eine Kooperation bestand. Als diese nach 6 Monaten im Mai 2013 von den beiden aufgekündigt wurde, nützten wir die Gelegenheit für eine  Öffnung und eine breitere inhaltliche Ausrichtung, die wir schon von Anfang an angestrebt hatten.

Unser Anliegen ist es ja, den Naturwesen-Gedanken in unsere westlich orientierte Gesellschaft zu tragen, wo er bislang leider nur sehr schwach verankert ist. Nach unserer Überzeugung ist es zu diesem Zweck notwendig, eine breite Palette von Texten anzubieten dabei und nicht nur die östlich geprägte, sondern auch die westliche Denkweise und Weltsicht zu berücksichtigen.

So sind wir beispielsweise der Ansicht, dass der Naturwesen-Gedanke problemlos auch mit dem Christentum vereinbar ist, auch wenn er bislang damit wenig in Verbindung gebracht wird.

Ich Elfenfreund bin ja leider bei weitem nicht so belesen, als dass ich eine erschöpfende Darstellung der gesamten Naturwesen-Literatur in ihrer ganzen Breite und Tiefe geben und die weltanschaulichen Hintergründe der jeweiligen Autorinnen und Autoren einzuordnen wüsste. Denn, wie wir in unseren Artikeln “Wesen und Form” vorm März 2014 sowie auch “Wesen und Wahrnehmung” vom Mai 2014 zu zeigen versuchten, beeinflusst nach unserer Überzeugung in diesen feinen und feinsten Bereichen der menschlichen Wahrnehmung die Art der Sichtweise das Sehen, d.h. der hellsichtige Mensch ist in seiner Wahrnehmung der “jenseitigen” Welt geprägt von seinem eigenen Weltbild und seinen Anschauungen, die er sich im Laufe der Zeit erworben hat.

“Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus”, könnte man mit einem volkstümlichen Sprichwort bildhaft diese Besonderheit in der Wahrnehmung astraler Welten umschreiben, oder man könnte auch hier das Bild von Saat und Ernte bemühen: Je nachdem, auf welche Art und Weise ein Mensch geistig seine Umgebung individuell lebendig strukturiert und gestaltet, je nachdem, wie die “Innenwelt” eines Menschen beschaffen ist, in der wie in einem Garten seine eigenen Gedanken und Einstellungen wachsen und gedeihen, so werden auch die Eindrücke beschaffen sein, die er aus der “Außenwelt” durch seine individuellen Filter hindurch erfahren kann.

Wenn ich also die mir bekannte Literatur über Natur- und Elementarwesen revuepassieren lasse, so scheint es mir, dass ich dabei verschiedene Richtungen bzw. Zugänge zum Thema “Naturwesen” unterscheiden kann. Bestimmt haben alle diese Zugänge ihre Berechtigung und sind für Menschen wertvoll, denen sie helfen, Sinn im Leben zu finden und ihrer Existenz eine Richtung zu geben. Es soll daher mit diesem versuchten Überblick kein Werturteil verbunden und auch kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben sein.

Da wäre einmal die Sichtweise der Anthropologen, die Erfahrungen von Naturvölkern sammeln und sich mit Schamanismus befassen. Wolf-Dieter Storl wäre ein prominenter Vertreter dieser Richtung. Die Beschäftigung mit dem Naturwesenthema auf dieser Stufe hat den Charme unverbrauchter Authentizität, allerdings meist um den Preis einer fehlenden elaborierten Kosmologie, die auch die komplexen Phänomene des menschlichen Zusammenlebens in einer modernen Hochzivilisation erklären könnte.

Das vermögen eher die Religionen der uralten Hochkulturen, vor allem in Asien, die teilweise heute noch, ebenso wie schon vor Jahrtausenden, Naturwesenheiten verehren. Man denke etwa an den Hinduismus und den Buddhismus in ihren vielfältigen Ausprägungen, um nur die bekanntesten zu nennen. Da diese Religionen weniger auf Offenbarung (wie z.B. Christentum, Judentum und Islam) als auf individuelle geistige Erfahrung und Erkenntnis ausgerichtet sind, ist es naheliegend, dass dort das Streben nach Erkenntnis der jenseitigen Welt und eben auch der darin wirkenden “Devas” (leuchtenden Wesen) einen höheren Stellenwert besitzt und verbreiteter ist als  in Europa, wo die Interpretation und Auslegung von Offenbarungsschriften stärker im Vordergrund stand. An den Erfahrungsschatz östlicher Religionen knüpfen viele heutige Naturwesen-Proponenten an, so etwa auch Margot Ruis und Gerhard Kogoj, die ebenfalls durch schamanische Praktiken ihre ersten bewussten Erlebnisse mit der elementaren Welt machten.

Aber natürlich gab es auch in Europa “sehende” und (bis zu einem gewissen Grad) wissende Menschen! Von den Religionen der Griechen und Römer ist manches, von den Kelten und Germanen weniges schriftlich überliefert. Im Gegensatz zu Asien ist hierzulande jedoch nichts davon lebendig geblieben, mit Ausnahme einiger mehr oder weniger stark verunstalteter Bruchstücke im Brauchtum und in der volkstümlichen Überlieferung (Märchen), weil durch die Christianisierung alles das überlagert, verboten und sogar mutwillig zerstört wurde. Über die bedauerlichen Fehler, die bei der Christianisierung und Missionierung gemacht wurden, haben wir ja ausführlich berichtet im Artikel “Märchen, Mythen, Göttersagen” vom April 2013. Auch an die religiösen Vorstellungen von Kelten und Germanen versuchen manche schamanisch und anthropologisch orientierte ProponentInnen heute anzuknüpfen.

Wirklich bemerkenswert in dem Zusammenhang finde ich den Umstand, dass auch in der Zeit der schlimmsten Ächtung und Verfolgung durch die katholische Kirche in Europa immer wieder Personen hervortraten, die den Elementarwesen-Gedanken in aller Deutlichkeit vertraten und ihn sogar schriftlich niederlegten. Man denke etwa an den streitbaren Doktor und genialen Arzt, Alchemisten, Astrologen, Mystiker, Laientheologen und Philosophen Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus (1493 – 1541).

Dass der unkonventionelle Gelehrte die Elementarwesen wirklich selbst wahrgenommen hat, steht für mich außer Frage. Seine wissenschaftliche Abhandlung über sie (Liber de nymphis, sylphis, pygmaeis et salamandris et de caeteris spiritibus) ist aber heute wohl nur noch vor dem Hintergrund seiner Zeit und Gedankenwelt verständlich. Mir ist kein aktueller Naturwesen-Proponent bekannt, der dem von Paracelsus damals beschrittenen Weg heute folgen würde.

Einer, dem ich Elfenfreund es allerdings zutraue, dass er sich mit Paracelsus seriös befasst hat und dass seine Meinung zu diesem genialen Außenseiter fundiert ist, ist der slowenische Land-Art-Künstler und Geomant Marko Pogacnik. In seinem Buch “Elementarwesen – Begegnungen mit der Erdseele” schreibt er über Paracelsus:

“Das erste Buch der abendländischen Kultur, das die verschiedenen Arten von Elementarwesen in ein ganzheitliches System einordnet und von ihren Eigenarten erzählt, heißt “Von den Nymphen, Sylphen, Pygmäen und Salamandern und den übrigen Geistern”. Es wurde von Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus, verfasst und erschien erst 1589, 48 Jahre nach dem Tod des berühmten Arztes, Naturforschers und Theosophs (…)

Paracelsus’ Konzept betrachtet die Elementargeister als eine dem Reich der menschlichen Seele gleichwertige Entwicklungslinie. Er spricht von zwei Urgeschlechtern, von denen das eine, die Menschen, “von Adam stammen, die anderen, die Naturgeister, aber nicht”. Doch betont Paracelsus immer wieder, dass die Elementarwesen deswegen nicht als Dämonen oder als Teufelsgeschlecht anzusehen seien, da sie in der unvorstellbaren Vielfalt der göttlichen Schöpfung ihren Ursprung hätten.

Um die Gleichwertigkeit der Naturgeister mit den Menschen zu belegen und die Elementarwesen von den “Teufelsgeschöpfen” zu unterscheiden, beschreibt der Autor die Elementarwesen in einer stark anthropomorphisierten Gestalt, die ich anhand meiner Beobachtungen nicht nachvollziehen kann, obwohl ich glaube, dass sie wirklich die Fähigkeit haben, solche Gestalt anzunehmen. (…) Paracelsus behauptet sogar, dass “sie Blut, Fleisch und Gebein haben, dass sie Kinder gebären, fruchtbar sind, dass sie reden, essen, trinken und wandern”, alles Dinge, die die als Dämonen bekannten Geistwesen nicht vermögen. Jedoch seien alle diese Eigenschaften der Naturgeister nicht in der Materie manifestiert wie beim Menschen, sondern auf einer feinstofflichen Ebene.

Ich sehe Paracelsus’ Traktat als einen – angesichts der Inquisition tapferen – Versuch, die reiche Überlieferung des Mittelalters zum Thema Elementarwesen auf eine quasi wissenschaftliche Weise vor der verstandesmäßigen Verleugnung durch die Aufklärung zu bewahren. Zudem weiß ich die Systematik zu schätzen, die er mit seinem Werk begründete: Er untergliederte die Naturgeister in vier Bereiche und ordnete sie je einem der vier klassischen Elemente zu. Die Wesenheiten des Wassers nennt er die Nymphen, die der Luft die Sylphen, die Erdgeister Pygmäen (von griechisch pygmaios = eine Spanne hoch; Bezeichnung für ein Heinzelmännchen) und die Geister des Feuers Salamander. Auch in meinen Beobachtungen fand ich die Zugehörigkeit der einzelnen Elementarwesen zu einem der vier Elemente der Naturschöpfung bestätigt.”

(Marko Pogacnik, Elementarwesen – Begegnungen mit der Erdseele. AT Verlag, 2009, S. 54f. Mit freundlicher Genehmigung des Autors.)

Paracelsus, dem es demnach in seiner berühmten, aber dennoch wenig rezipierten, weil unverstandenen Schrift vordringlich darum ging, die Elementarwesen vor den Lehren der Kirche zu rehabilitieren und sie von den Dämonen zu unterscheiden und abzugrenzen, um ihre dogmatische Ächtung durch die Priesterschaft zu bekämpfen, gilt als Vertreter der im späten 15. Jahrhundert (als Gegenbewegung zur Theologie) begründeten abendländisch-christlichen Theosophie. Diese unterscheidet sich von der “trockenen” Theologie dadurch, dass religiöse Erkenntnisse durch individuelle mystische Erfahrung angestrebt werden.

Nicht zu verwechseln mit der abendländsch-christlichen Theosophie ist allerdings die  völlig losgelöst davon auf dem Boden des neuzeitlichen Okkultismus und
Spiritismus entstandene Theosophische Gesellschaft, die den Begriff Theosophie neu definierte und  ihn prinzipiell nur noch für die aus alten östlichen Quellen schöpfenden Lehren der Theosophischen Gesellschaft verwendete. Gegründet wurde die Theosophische Gesellschaft 1875 in New York u.a. von der sehr umstrittenen Okkultistin Helena Petrovna Blavatsky.

“Bei der aus östlichen Quellen schöpfenden Theosophie Blavatskys handele es sich Helmut Zander zufolge um die erste nichtchristliche Religionsgründung nach der Antike in Europa. Gemäß dem Philosophen Ernst Bloch habe diese ‘theosophische Kolportage (…) mit den christlichen Mystikern alter Zeit nicht einen einzigen Punkt ernstlich gemein.’ (…)

Blavatskys Theorien fußen auf ihrer abendländisch geprägten Rezeption der hinduistischen Tradition. Sie bezieht sich in ihren Auslassungen auf weise Lehrmeister und besonders auf das von ihr erfundene Buch des Dzyan. (…) Das letzte Ziel des Menschen müsse die „Selbstvergottung“ sein, das Verschmelzen mit dem „absoluten Bewußtsein“. Dazu duchlaufe die sich entwickelnde Menschheit sieben ”Wurzelrassen” Die Menschen der siebten Wurzelrasse würden zu Göttern werden, die über Planeten regieren. Unser Universum sei nur eines unter unendlich vielen, die zyklisch erschienen um nach Billionen von Jahren wieder zu verschwinden.”

(Quelle: Wikipedia, Stichwort “Theosophie”)

Obwohl es in der Theosohische Geselllschaft infolge zahlreicher Skandale und  Schwindeleien bis hin zu zumindest einem Fall nachgewiesenen schweren Betruges sowie Streitigkeiten um die Besetzung der zu vergebenden Ämter mehrmals zu Spaltungen und Neugründungen von Theosophischen Gesellschaften kam, die sich von den ursprünglichen Zielsetzungen mitunter weit entfernten, übte sie doch einen beträchtlichen Einfluss aus auf nachfolgende esoterische Bewegungen.

Zahlreiche namhafte Künstler, Schriftsteller und Wissenschaftler des ausgehenden 19. Jahrhunderts und beginnenden 20. Jahrhunderts standen in Verbindung mit einer Theosophischen Gesellschaft oder waren Mitglieder, so dass der Theosophischen Bewegung ein bedeutender Anteil an der Entwicklung des Geisteslebens der damaligen Zeit gegeben werden kann. Namhafte Proponenten des Naturwesen-Gedankens, die wir auch auf diesem Weblog immer wieder zitieren und die im Umfeld einer Theosophischen Gesellschaft zu sehen sind oder deren Gedankengut nahestehen, wären etwa Dora van Gelder-Kunz oder auch Erla Stefansdottir.

Auch Rudolf Steiner stand anfangs der Theosophischen Gesellschaft nahe, bis er sich von ihr abwandte und die Anthroposophische Gesellschaft begründete. Auch von Rudolf Steiner und seiner Anthroposophie gingen und gehen im Zusammenhang mit der Naturwesenthematik wesentliche Impulse aus, die bis heute Wirksamkeit zeigen. Vor dem Hintergrund seiner Kosmologie ist etwa die Arbeit heutiger Persönlichkeiten wie Marko Pogacnik, Ursula Burkhard und anderer zu sehen.

Wie ich Elfenfreund an anderer Stelle auf diesem Weblog bereits ausgeführt habe, bin ich selbst als langjähriger Waldorflehrer einigermaßen orientiert über die Lehren Rudolf  Steiners (siehe dazu den Artikel “Elementarwesen und Erdseele” vom Dezember 2013und kann mir auch ein ungefähres Bild machen von der durch die Theosophische Gesellschaft propagierten Kosmologie. Vielleicht wird es möglich sein, im Rahmen dieses Weblogs hier und da einmal ein Streiflicht auf den einen oder anderen Gedanken zu werfen; im Detail werden wohl aber nur diejenigen Randgebiete erörtert werden können, die mit dem Naturwesen-Gedanken im engeren Zusammenhang stehen.

Mir selbst hat sich das weite Feld der Elementar- und Naturwesen aber über keinen der hier in aller Kürze skizzierten Zugänge erschlossen, sondern durch ein Werk, das von allen existierenden Lehrgebäuden und Kosmologien ganz unabhängig zu sehen ist und eine für sich völlig eigenständige Richtung darstellt.

Abd-ru-shin zufolge (Oskar Ernst Bernhardt, 1875 – 1941), der über sich selbst einmal geschrieben hat, dass er mit seinen Schriften “in den Fußstapfen des Gottssohnes” Jesus Christus gehe, also inhaltlich genau an dessen gleichnishafte Erklärungen von vor 2000 Jahren anschließe, nur in einer der heutigen Zeit angepassten Sprache, sind Wesen als die treibende Kraft hinter jeglicher Formbildung zu betrachten. 

Meiner Meinung nach ist schon diese Aussage kennzeichnend für die besondere Bedeutung der Schriften Abd-ru-shins für unser Thema: Er stellt ganz bewusst in den Mittelpunkt seiner Ausführungen nicht so sehr die detaillierte Schilderung der jenseitigen Bereiche, sondern er erklärt die Zusammenhänge und begründet diese mit einer Folgerichtigkeit und einer allumfassenden Weite der Sichtweise und des Wissen, die ich anderswo nirgends finden konnten. Dass die Schriften Abd-ru-shins bis heute so wenig rezipiert werden, halten wir geistesgeschichtlich angesichts der dadurch brach liegenden, ungenützten Entwicklungsimpulse für einen unhaltbaren Mangelzustand, dem unserer Ansicht nach schleunigst abgeholfen werden muss.

So manche/r Leser/in wird sich vielleicht an dieser Stelle daran stoßen, dass hier eine Verbindung vom Naturwesen-Gedanken zu Jesus Christus hergestellt werden soll. Tatsächlich ist ja in der Bibel kein einziger diesbezüglicher Ausspruch Jesu an seine Jünger überliefert.

Man muss sich allerdings die Situation vor 2000 Jahren vergegenwärtigen, als alle Kulturvölker der Erde Naturwesenheiten kannten und sie sogar als “Götter” verehrten!

Alle, mit einer einzigen Ausnahme – des Volkes der Juden!

Damit möchte ich Elfenfreund nicht ausdrücken, dass die Juden keine Naturwesenheiten gekannt hätten. Es gibt mehrere Stellen in der Bibel, die im Gegenteil zeigen, dass auch das jüdische Volk sehr wohl die elementare Welt als von persönlichen Kräften beseelt erlebte – man denke etwa an Psalm 104,4 wo es heißt:

“…der du machst Winde zu deinen Boten und Feuerflammen zu deinen Dienern…”,

abgesehen von den vielen Engelserscheinungen, von denen in der Bibel an verschiedener Stelle explizit berichtet wird.

Doch im Unterschied zu allen anderen Völkern der Erde verehrten die Juden diese Wesen nicht als Götter, sondern sie wussten von einer höheren Macht, die Menschen und auch alle Wesen erschafften hatte: Der EINE, unsichtbare Gott, der nicht in Tempeln wohnte und nicht mit Standbildern dargestellt und verehrt werden konnte, von dem man sich überhaupt kein Bildnis machen durfte. Dieser Gott hatte sich Abraham und Moses geoffenbart, durch den Glauben an diesen Gott wussten bzw. glaubten sich die Juden allen anderen Völkern überlegen … und auf diesen Gott, den er im Gebet revolutionär mit “Abba”, also gewissermaßen “Papa” oder “Vati” ansprach, bezog sich Jesus von Nazareth in seinen Unterweisungen, die er den Jüngern angedeihen ließ: Um den Menschen, die bisher nur einen “gerechten, strengen” Gott gekannt hatten, der die Einhaltung von “Geboten” verlangte und bei Nichteinhaltung durch Moses strenge Strafen eingesetzt hatte, um diesen Menschen nun ein Wissen und ein Verständnis für die Liebe Gottes zu bringen, war Jesus auf Erden überhaupt geboren worden. Sein Hauptanliegen konnte darum nicht darin bestehen, den Jüngern theoretische Belehrungen über elementare Wesenheiten zu erteilen, über die auch andere Völker dieser Zeit hinreichend gut Bescheid wussten.

Dass er selbst selbstverständlich die Natur als persönlich-wesenhaft wahrgenommen und erlebt hat, daran besteht für mich überhaupt kein Zweifel. Wenn man die Bibel genau liest, erkennt man unschwer, dass Jesus seinen Jüngern auch im Zusammenhang mit der elementaren Welt Unterweisungen erteilt hat … wenn er auch nicht theoretisch darüber referiert haben mag:

Die Stillung des Sturms
Und es begab sich an einem der Tage, dass er in ein Boot stieg mit seinen Jüngern; und er sprach zu ihnen: Lasst uns über den See fahren. Und sie stießen vom Land ab.

Und als sie fuhren, schlief er ein. Und es kam ein Windwirbel über den See und die Wellen überfielen sie, und sie waren in großer Gefahr.

Da traten sie zu ihm und weckten ihn auf und sprachen: Meister, Meister, wir kommen um! Da stand er auf und bedrohte den Wind und die Wogen des Wassers, und sie legten sich und es entstand eine Stille.

Er sprach aber zu ihnen: Wo ist euer Glaube? Sie aber fürchteten sich und verwunderten sich und sprachen zueinander: Wer ist dieser? Auch dem Wind und dem Wasser gebietet er und sie sind ihm gehorsam.

(Lukasevangelium, Kapitel 8, Verse 22-25. Aus der Luther-Übersetzung, Ausgabe 1984)

Oder nehmen wir eine andere sehr bekannte Episode, ebenfalls aus dem Lukasevangelium:

Der Fischzug des Petrus
Es begab sich aber, als sich die Menge zu ihm drängte, um das Wort Gottes zu hören, da stand er am See Genezareth

und sah zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze.

Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus.

Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus!

Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen.

Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische und ihre Netze begannen zu reißen.

Und sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie sollten kommen und mit ihnen ziehen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, sodass sie fast sanken.

Als das Simon Petrus sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch.

Denn ein Schrecken hatte ihn erfasst und alle, die bei ihm waren, über diesen Fang, den sie miteinander getan hatten,

ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gefährten. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen.

Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach.

(Lk 5, 1 – 11)

Wasser oder Luft zu “bedrohen”, wie es der Evangelist Lukas überliefert (ganz ähnlich berichten über das Ereignis übrigens auch Matthäus und Markus, letzterem zufolge soll Jesus dabei auch die Worte ‘Schweig und verstumme!’ gesprochen haben) ergibt nur Sinn, wenn man in Wind und Wellen ein intelligentes Wesen wahrnimmt, das “Drohungen” oder Worte verstehen kann. Ebenso wird der Umstand, dass ein Zimmermannssohn über Fischbestände und deren Schwarmzüge im See Genezareth besser Bescheid gewusst haben soll als ein erwerbsmäßiger Fischer, wesentlich plausibler und bleibt gar nicht so ein besonderes Mirakel, wenn man sich vorstellt, dass freundliche Wasserwesen an dieser “Lektion” Jesu an die Menschen mitgewirkt haben könnten.

Es ging Jesus also nicht in erster Linie darum, seinen Jüngern das Wirken der Elementarwesen in der Natur zu erklären. Er hatte eine viel höhere Aufgabe und wusste, dass ihm nicht viel Zeit bleiben würde, um diese zu erfüllen. In den drei Jahren, die Jesus lehrte, bevor seine Lehren den Menschen und namentlich den Priestern so unangenehm wurden, dass sie ihn verleumdeten und dann töten ließen, war für solche “Nebensächlichkeiten” keine Zeit!

Wenn also Jesus mit einer Gebärde den Sturm bezwang oder durch ein Wort zu einem reichen Fang verhalf, so zeigte er damit seinen Jüngern, dass der Gott, von dem er lehrte, über den Wesenheiten der Natur stand, die ihm dienten.

Mit der leicht vorwurfsvolle Frage “Wo ist euer Glaube?” wollte Jesus also meiner Meinung nach nichts anderes ausdrücken, als dass die Jünger Gott, den Jesus ihnen nahebringen wollte, noch nicht richtig kennen gelernt hatten, da wahrhaftige Gottesdiener, denen Gottes Liebe richtig bewusst geworden ist, von den Elementen nichts zu fürchten hätten.

Saat und Ernte!

Seit jeher wird dieser Begriff auch im metaphorischen Sinn gebraucht, als Bild für Ursache und Wirkung.

“Was der Mensch säet, das wird er ernten”,

schreibt etwa im wohl bekanntesten Literaturbeispiel der Apostel Paulus an die Galater, und da er diesem Satz die Worte “Irret euch nicht! Gott lässt sich nicht spotten” vorangesetzt hat, ist klar, dass es ihm dabei nicht vorrangig darum geht, dem Nährstand Nachhilfe in Sachen Anbau von Feldfrüchten zu geben, sondern dass er sich an jedermann/frau richtet und den Begriff von “Schuld und Sühne” damit meint.

In unseren Artikeln “Wesen und Geist” vom Juli 2014 und “Wesen und Mensch” vom September 2014 haben wir uns auf bereits sehr weit fortgeschrittenem Niveau darüber Gedanken gemacht, was der Begriff “Wesen” eigentlich beinhaltet. Wir erwähnten die Wahlmöglichkeit des Menschen und den damit zusammenhängenden “Freien Willen”, den das Wesen nicht besitzt. Schuld und Sühne sind daher ein menschliches Spezifikum, was auch der Volksmund ganz richtig ausdrückt mit der (bereits aus römischer Zeit stammenden) Redensart “Irren ist menschlich”.

Den Vorgang der Aussaat kann man sich im Zusammenhang mit Schuld und Sühne so vorstellen, dass jeder Mensch mit jedem Gedanken, jedem Wort und jeder Handlung energetische Formen oder “Schwingungen” in die astrale Welt aussät, die mit ihm immer verbunden bleiben. Diese Formen sind aber wie Samenkörner, die Lebenskraft enthalten. Von Wesen betreut und gepflegt, nicht anders als Samenkörner in einem Acker oder Garten, keimen sie, wachsen und entwickeln sie sich im Verborgenen, ihren Erzeugern meist gar nicht bewusst, obwohl Energieströme von diesen Formen ständig auf die Urheber zurückfließen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Urheber noch auf der Erde lebt oder schon auf einer Ebene im Jenseits, oder vielleicht schon wieder in einer erneuten Verkörperung auf Erden! Erst die Zeit der Reife bringt dann die Ernte mit sich, indem die Schwingungsformen sich verdichten und manifestieren, wo immer ihr Urheber sich auch zu dem Zeitpunkt aufhalten mag. Fällt diese Zeit der Ernte in ein Erdenleben, so ist klar, dass die Rückwirkung über Kanäle des Erdenkörpers erfolgt wie dessen Sinnesorgane und Nervenleitungen, und dass unter Umständen bereits auch die Umstände der Geburt sowie das familiäre Umfeld, in das sie erfolgt, im Zusammenhang mit den rückläufigen zur Ernte reifen Energieformen gesehen werden können.

“In den Fußstapfen des Gottessohnes” gehend widmete Abd-ru-shin diesem biblischen Gleichnis seinen Vortrag “Verantwortung”. Unter “Zitat des Monats Oktober 2014″ können Sie ihn nachlesen. Dieser Vortrag gehört zu den ersten, die Abd-ru-shin für sein dreibändiges Hauptwerk “Im Lichte der Wahrheit” verfasst hat und ist als Einführung in das Werk gut geeignet.

Lesen Sie dazu aber auch, wenn Sie möchten, unser “Zitat des Monats Oktober 2012″, das wir dem ersten auf diesem Weblog veröffentlichten Artikel beigegeben haben! Die Zitate stammen von weiter “hinten” aus dem genannten Werk und beleuchten dasselbe Thema von einem etwas anderen Standpunkt aus.

Dem speziell und einschlägig interessierten Publikum auf diesem Weblog schließlich haben wir im Oktober 2013 bereits den Vortrag “Die kleinen Wesenhaften” anempfohlen, der aus dem 3. Band des Werkes stammt und folglich vom Autor für ein fortgeschrittenes Publikum verfasst wurde, das den aufeinander aufbauenden Vorträgen der Gralsbotschaft bis dahin gefolgt ist. Bitte bedenken Sie das beim Lesen, falls Ihnen der eine oder andere Gedankengang daraus schwer nachvollziehbar erscheint. Thematisch kreist auch dieser Vortrag wieder um das Thema “Saat und Ernte” bzw. “Verantwortung”, und Sie finden ihn unter “Zitat des Monats Oktober 2013″.

Pflücken und genießen Sie – aber maßvoll! – die herrlichen Früchte, die in den üppigen Gärten der Schöpfung für Sie reif geworden sind!

Der Elfenfreund                                                                            im Oktober 2014

 

Wesen und Geist

In den vergangenen Artikeln haben wir versucht, anhand verschiedener Autoren aufzuzeigen, wie Naturwesen von manchen Menschen wahrgenommen wurden und werden und welchen Aufgaben sie in der Natur nachkommen.

Wir fanden, dass Naturwesen den Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft zugeordnet werden können, ferner sich mit Pflanzen, Tieren, den Gesteinen, Lüften und Gewässern beschäftigen und wichtige Aufgaben in der Natur erfüllen, indem sie als Naturintelligenzen maßgeblich am Werden und Vergehen aller Formen in der Natur mitwirken. Um in der Materie wirksam sein zu können, haben sie Körper, deren materielle Beschaffenheit zum Teil nur geringfügig feiner ist als die Körper, in die wir Menschen auf der Erde inkarniert sind, aber trotzdem zu fein, als dass die Mehrheit der Menschen diese wahrnehmen könnte, so wie man die grobstofflichen Formen der uns umgebenden Materie sinnlich wahrnehmen kann. Somit ist jede Naturwesen-Wahrnehmung, wozu manche Menschen begabt sind, keine Beobachtung im herkömmlichen Sinne, sondern ein intuitiver Aufnahmevorgang, in dessen Schilderung beim Zum-Ausdruck-Bringen die individuelle Weltsicht und die subjektiven Erfahrungen des Mediums mit einfließen.

Außerdem beschäftigten wir uns mit Fragen betreffend das Verhältnis zwischen Naturwesen und Menschen, natürlich immer vom Blickwinkel des Menschen aus betrachtet.

Naturkräfte werden in ihrer wesenhaften Gestalt manchmal als (ehr-)furchteinflößend bis bedrohlich wahrgenommen, manchmal als überirdisch schön und rein. Frühere Völker und Kulturen entwickelten nicht selten Kulte zu ihrer Verehrung und betrachteten sie als “Götter”.  Mit der zunehmenden Entfremdung der Menschheit von der Natur und der immer krasseren Hinwendung zum Materialismus mieden auch die Naturwesen von sich aus immer mehr jeden Kontakt zu den Menschen und hielten sich von ihnen fern.

Diese Fragen werden in der einschlägigen Literatur häufig und gut abgehandelt.

Nicht so leicht zu beantworten jedoch ist eine an sich sehr naheliegende Frage, nämlich, was Naturwesen eigentlich sind, in Relation zum Menschen gesehen.

Oberflächlich betrachtet, könnte man hier natürlich die feinere materielle Beschaffenheit der Naturwesen im Vergleich zum gröberen Erdenkörper der Menschen ins Treffen führen. Naturwesen leben “in” Bäumen, im Inneren der Erde, der Gesteine etc., genauer gesagt, auf der astralen Ebene alles Irdischen. Das tun aber bekanntlich auch diejenigen Menschen, die ihren Erdenkörper bereits verlassen haben und aus irgend einem Grund weiterhin in den erdnahen Regionen des sogenannten “Jenseits” verweilen.

Verstorbene, von der Erde abgeschiedene Menschen werden, sofern sie in Erscheinung treten, als “Geister” bezeichnet. Allerdings nennt die einschlägige Literatur Naturwesen öfters ebenfalls “Naturgeister”, und vom Menschen sagt man, dass er ein “inneres Wesen” hätte, wenn man von seinem Charakter bzw. von seinen seelischen Eigenschaften spricht.

Was ist also eigentlich der Unterschied zwischen Naturwesen und Menschengeistern?

Dora van Gelder schreibt dazu in Kapitel I ihres Buches “The Real Word of Fairies” (was auf deutsch leider mit “Im Reich der Naturgeister” übersetzt wurde – q.e.d.):

“Die Elfen sind tatsächlich Teil einer großen Evolutionslinie, welche parallel zur menschlichen  Evolutionslinie verläuft. Sie beginnt, wie dies auch für die menschliche Evolutionslinie zutrifft, mit einigen sehr primitiven Formen und entwickelt sich zu den Elfen (die sich selbst auf verschiedenen Evolutionsstufen befinden). Ihre höchsten Wesenheiten sind jene, welche traditionsgemäß Engel oder Devas genannt werden. (…)

Die niederen Wesen dieser Evolutionslinie werden “Elementargeister” (engl: elementals, d.E.) genannt. Ihr Leben ist wenig organisiert, und sie verfügen weder über Gefühl noch über Gedanken. Sie sind im allgemeinen klein. Hinsichtlich Größe, Charakter und Aufgaben unterscheiden sie sich sehr von den Elfen. (…) Das Leben der Elementarwesen befindet sich, wie das der Elfen, in enger Beziehung mit dem Leben der Menschen.”

(Dora van Gelder, Im Reich der Naturwesen. 3. Auflage, Aquamarin Verlag 1995, aus dem Kapitel “Das Elfenreich”, S. 19ff.)

Menschen und Naturwesen entstammen demnach also zwei unterschiedlichen “Evolutionslinien”, die zwar beide parallel in dieselbe Richtung – nämlich in Richtung einer gottgewollten stetigen Höherentwicklung – führen, aber dennoch von einander getrennt zu sehen sind. Laut Dora van Gelder beginnt die Evolutionslinie der Naturwesen bei den kleinen und vergleichsweise dichten “Elementargeistern” und führt über die Wesen, die als “Elfen” bekannt sind hin zu Devas und Engeln, die in höheren, lichteren  und feineren Stofflichkeitsbereichen tätig und somit den irdischen Niederungen bereits weiter entrückt sind.

Auch Margot Ruis hat im Kontakt mit Naturwesen wertvolle Erkenntnisse über deren Art und innere Beschaffenheit gewinnen können. In ihrem Buch “Naturwesen – Begegnung mit Freunden des Menschen” (seit 2013 in 6. Auflage im Grals-Verlag wieder erhältlich) übermittelt sie unter anderem sehr eindrucksvolle Botschaften, die sie im inneren Dialog mit Naturwesen diesen zu entlocken vermochte. Versteckte und auch ganz offen geäußerte Kritik über die Art und das Handeln der Menschen klingt aus diesen Botschaften, aber auch das Wissen über ein “Anders-Sein”, das Hand in Hand geht mit einer unterschiedlichen Aufgabe und einem freien Willen der Menschen, den die Naturwesen achten und respektieren sogar trotz aller unangenehmen Auswirkungen auf sie selbst, die die Handlungen der irrenden Menschen bisweilen mit sich bringen.

So spricht etwa eine Wasserfrau des Meeres:

“Unser Bewusstsein ist anders als das menschliche. Wir nehmen uns nicht als etwas von der Welt Getrenntes wahr, wir spüren und leben, dass wir ein Teil von allem und mit allem eins sind. (…) Dennoch sehen wir Euer Bewusstsein als höherstehend an. (…) Unser Bewusstsein ist sehr gleichmäßig, es wächst langsam und stetig seinem Ziel entgegen. Eures kann Sprünge machen, dass es eine Freude ist, zuzusehen – bei manchen Menschen zumindest. Es springt aber auch oft in die Richtung des Nicht-Förderlichen. Das ist etwas, was wir nicht können. Wir können nicht zerstören. (…) Die Fähigkeit der freien Wahl an sich ist es, die wir hoch einschätzen und die uns nicht zu Gebote steht. Ihr habt die Möglichkeit, euch frei für das Förderliche zu entscheiden. Wir können nicht anders, als ihm dienen.”

(Margot Ruis, Naturwesen – Begegnung mit Freunden des Menschen. Anna Pichler Verlag, 1994, S. 47f.)

Die Aussage “Wir können nicht zerstören” dieser Wesenheit des Wassers bezieht sich wohl nicht auf die äußeren Formen, da im Irdischen bekanntlich jede Entwicklung daran gebunden ist, dass Gewordenes auch wieder vergehen muss. Ich würde sie viel eher in Zusammenhang bringen mit dem In-die-Welt-Setzen von Energien, die im Schöpfungsplan überhaupt nicht vorgesehen und daher nicht dem Willen des Schöpfers entsprechend sind, mit der Schöpfungsharmonie nicht im Einklang stehen und daher zerstörerisch wirken im schrecklichsten Sinn des Wortes, die Harmonie zerstören und zersetzen … wie es auf das Wirken des Menschen in der Natur leider zutrifft.

Die Naturwesen sind also von ihrem inneren Wesen her so, dass sie gar nicht die Möglichkeit haben, etwas “Nicht-Förderliches”, also Böses zu tun. Sie erfüllen demnach immer den Willen des Schöpfers und hüten, pflegen, fördern die Natur und das ganze Weltall in seiner Entwicklung gemäß dem Schöpferwillen, von dem wir Menschen in unserem Denken und Handeln oft so weit entfernt stehen.

Der Mensch hingegen hat die freie Wahl und kann sich zum Guten bewusst entscheiden. Die bewusste Entscheidung bringt verstärkte Kraft und damit beschleunigte Entwicklung, die der Mensch den Naturwesen voraus hat … sofern er sich für das “Förderliche” entscheidet. Was offenbar leider oft nicht der Fall ist.

Ich möchte versuchen, einige der angeführten Gedanken anhand eines konkreten Beispiels zu erläutern:

Im Tierreich wird Fortschritt und Entwicklung unter anderem bewirkt durch das Prinzip des Kampfes, das Prinzip des “Fressens und Gefressenwerdens”. Das Prinzip erzwingt ständige Wachsamkeit und Anpassung, wodurch dauernde Bewegung, seelische Regsamkeit und Fortschritt sichergestellt werden.

So effizient und segensreich dieses Naturprinzip im Tierreich auch wirken mag, wird es doch von vielen Menschen, insbesondere den empathiebegabteren unter uns, als grausam empfunden, weil offensichtlich ist, dass etwa das Gnu seinem Gefressenwerden durch die Raubkatze nicht zustimmt, sondern im Angegriffenwerden erbitterte Gegenwehr leistet oder um sein Leben rennt. Erst tiefer geschaut, erkennt man, dass im Tierreich in allem Kampf kein Hass beteiligt ist, sondern dass das ganze Prinzip im Kern nichts anderes bedeutet als die Selbstaufgabe für den anderen bis zur letzten Konsequenz – auch wenn diese Selbstaufgabe erzwungen wird und nicht freiwillig erfolgt.

Umgekehrt existiert im Menschenreich leider kein Mechanismus, der die Entwicklung des Individuums sicherstellt, weil Menschen einen freien Willen besitzen und selbst durch härteste schicksalsmäßige Rückwirkungen zu einer aufstrebenden inneren Entwicklung nicht gezwungen werden können. Welchen Schaden das fehlgeleitete, nicht der aufstrebenden natürlichen Entwicklungstendenz folgende, menschliche Wollen jedoch in der astralen Welt verursacht, ist uns Menschen noch gar nicht richtig zu Bewusstsein gekommen. Eine Ahnung davon bekommt man, wenn man beispielsweise bei Margot Ruis liest, was Naturwesen über uns Menschen sagen:

“Die Gedanken der Menschen reichen bis in die Berge. Auf den höchsten Gipfeln hören wir sie. Sie sind laut und grob. Sie werden immer lauter. Ein dichter Nebel von den Gedanken der Menschen kriecht die Berge herauf. Die Gedanken der Menschen reichen bis auf den Grund der Ozeane. Dich stört das Geräusch der Motoren, und es ist schlimm genug. Aber ich sage dir, nichts ist so durchdringend wie das, was Menschen aussenden: Das Kreischen des Hasses, das Brausen der Gier, das Flirren der chaotischen, ungeformten Gedanken, das Dröhnen des Zorns, das ständige Plärren des Egos.

(Großer Elf der Berge, zitiert nach Margot Ruis, Naturwesen – Begegnung mit Freunden des Menschen. Anna Pichler Verlag, 1994, S. 102f.)

Es leuchtet ein, dass die starken Kräfte, die der Mensch – und nur der Mensch! – durch seine geistige Beschaffenheit mobilisieren kann,  ebenso zerstörend und schädigend wirken, wie sie bei richtiger Benutzung auch den gesunden Aufbau fördern würden.

Somit ist es doch irgendwie bezeichnend für unseren gegenwärtigen Zustand der Entfremdung vom Schöpferwillen, dass wir Menschen das in der Natur allgegenwärtige und nutzbringende Prinzip des “Fressens und Gefressenwerdens” als Grausamkeit erleben, während wir andererseits nichts Schlimmes dabei finden, wenn ein Mensch ganz ohne geistige Ziele (wie z.B. der Sehnsucht nach seelischer Entwicklung) durch die Welt geht und sein ganzes Leben nur dem irdischen Erwerb und dem Vergnügen widmet.

Natürlich wäre es schön, wenn in der Zukunft – vielleicht durch Mithilfe aufbauender Kräfte, die der Mensch zu mobilisieren in der Lage ist! – ein paradiesischer Zustand auch auf der Erde erreicht werden kann, in dem das Prinzip des Kampfes in der Natur als Garant für Fortschritt und Entwicklung nicht mehr nötig ist, wie es nach religiösen Überlieferungen in der Menschheit “Kindertagen” im Garten Eden einst schon gewesen sein soll. Es ist aber meiner Überzeugung nach gegenwärtig müßig, darüber zu spekulieren, solange der Mensch auf der Erde sein Leben nicht anhand grundlegend anderer und aufbauenderer Prinzipien ausrichtet, als dies bisher der Fall gewesen ist.

Während in traditionellen religiösen Lehren der Gedanke an ein “Jüngstes Gericht”, das auch in ihrer geistigen Entwicklung säumigen Menschen eine ganz bestimmte Grenze setzt, meist durchaus vorhanden ist, propagieren moderne, esoterisch geprägte Lehren häufig eher den an sich richtigen Gedanken an die Wiedergeburt und legen nahe, dass ein “zu spät” mit göttlicher Liebe unvereinbar wäre.

Gerade die Natur, die aus dem Schöpferwillen hervorgegangen ist, zeigt uns aber doch, dass von den Geschöpfen Wachsamkeit und Bewegung gefordert wird, was letztlich für diese auch tatsächlich nützlicher ist, weil es der Erschlaffung vorbeugt und gesunde Entwicklung ermöglicht. Auch wenn für den Menschen das Prinzip der Freiwilligkeit höchste Bedeutung hat, würde es mich doch wundern, wenn nicht von Schöpferseite auch dem Geistigen gegenüber bestimmte Forderungen gestellt wären, die zu erkennen und einzuhalten für uns Menschen von höchster Wichtigkeit ist!

In keinem anderen Werk wird das Thema “Wesen und Geist” so detailliert behandelt wie im Buch “Im Lichte der Wahrheit” von Abd-ru-shin (Oskar Ernst Bernhardt, 1875-1941), so detailreich, dass es nicht annähernd möglich ist, im Rahmen dieses Artikels auf alle darin berührten Aspekte einzugehen, sondern nur ein kurzes Streiflicht darauf geworfen werden kann.

Abd-ru-shin trennt darin die beiden Begriffe “Geist” und “Wesen” konsequent von einander und ordnet das Geistige als innere Beschaffenheit dem Menschen zu, das Wesenhafte den Naturwesen und den Tieren.

Von Anfang an tritt er dabei der gebräuchlichen Gleichsetzung der Begriffe “Geist” und “Verstand” entgegen. Verstand ist demnach lediglich ein Produkt des Gehirns, die rein irdische Intelligenz, die uns Menschen als Werkzeug zur Gestaltung unserer materiellen Umwelt als Gabe mit auf den Erdenweg gegeben ist. Geist aber betrifft das “Gemüt” des Menschen, sein innerstes Erleben, sein seelisches Empfinden. Geist ist des Menschen innerste Beschaffenheit.

Zum Thema des heutigen Artikels schreibt Abd-ru-shin im Vortrag “Das Wesenhafte” unter anderem:

“Zwischen den Kreaturen Geist und Wesen ist an sich in der Schöpfung kein Wertunterschied. Ein Unterschied besteht nur in der verschiedenen Art und der dadurch gegebenen andersartigen Notwendigkeit ihres Wirkens! Der Geist (…) kann Wege seiner eigenen Wahl gehen und entsprechend in der Schöpfung wirken. Das Wesen aber steht unmittelbar im Drang des Gotteswillens, hat also keine eigene Entschlußmöglichkeit oder, wie es der Mensch ausdrückt, nicht seinen eigenen, freien Willen.

Die Wesenhaften sind die Erbauer und Verwalter des Hauses Gottes, also der Schöpfung. Die Geister sind die Gäste darin.

Zur Zeit stehen in der Nachschöpfung aber alle Wesen höher als die Menschengeister, weil die Menschengeister sich nicht freiwillig in den Willen Gottes stellten, wohin der normale Entwickelungsgang von selbst geführt haben würde, sondern ihrem eigenen Willen eine andere Richtung gaben und ihn deshalb harmonie- und aufbaustörend dazwischen schoben und andere Wege gingen als die gottgewollten. (…)

Alle Wesen stehen in dem Dienste Gottes, wozu sich Geister erst freiwillig selbst bekennen müssen, wenn sie segenbringend in der Schöpfung wirken wollen. Gehen sie den Weg, der ihnen darin genau vorgezeichnet ist und den sie leicht erkennen können, wenn sie es nur wollen, so ist ihnen ein Weg des Glückes und der Freude vorbehalten; denn sie schwingen dann gemeinsam mit den Wesen, die ihnen die Wege ebnen helfen.

Zu jedem falschen Wege aber müssen sich die Geister zwingen durch einen ganz besonderen Entschluß. Sie wirken damit aber dann nur Unsegen und schaffen sich das Leid, zuletzt den Sturz und das Hinausgestoßenwerdenmüssen aus der Schöpfung, in den Trichter der Zersetzung, als untauglich für die gottgewollte und gesetzmäßig bedingte Fortentwickelung alles bisher Entstandenen.”

(Abd-ru-shin, Im Lichte der Wahrheit. Gralsbotschaft. III. Band. Aus dem Vortrag: Das Wesenhafte)

Als Hilfe zum besseren Verständnis dieses kurzen Auszuges aus einem Vortrag, der im dreibändigen Hauptwerk Abd-ru-shins vom Autor bereits an ziemlich weit fortgeschrittener Stelle angeordnet wurde, sind vielleicht ein paar Anmerkungen angebracht.

Der Ausdruck “Schöpfung” umfasst bei Abd-ru-shin wesentlich mehr als die dem Menschen teilweise sichtbare, stoffliche Welt. Diese dem Kreislauf von Werden und Vergehen unterworfene, materielle Welt, zu der auch unser Heimatplanet “Erde” gehört, wird von Abd-ru-shin lediglich als “Nachschöpfung” bezeichnet und gehört zur untersten und dichtesten Region der gesamten Schöpfung. Das Dies- und auch das Jenseits der Erde, also auch die sogenannte Astralwelt, sind vergänglich, da sie nur zur vorübergehenden Besiedlung durch Menschengeister zu deren Entwicklung vorgesehen sind. Der Kern des Menschen ist Geist, sein Ziel nach erfolgreicher Entwicklung zum Geistmenschen daher der viel “höher” gelegene und lichtere geistige Teil der Schöpfung, der in verschiedenen religiösen Überlieferungen als sogenanntes “Paradies” bekannt ist. Aus der Lektüre des Buches “Im Lichte der Wahrheit” wird daher klar, dass den Menschen bei aller Liebe des Schöpfers zu seinen Geschöpfen von vornherein eine ganz bestimmte Frist zu ihrer Entwicklung gesetzt ist, die sie nicht versäumen dürfen, da sie andernfalls ihre geistige Entwicklung nicht erfolgreich abschließen können und verloren gehen, was ebenfalls in zahlreichen religiösen Überlieferungen – so auch in der Lehre Christi – angedeutet ist.

Wenn Sie sich in diesen bemerkenswerten Vortrag aus dem Buch “Im Lichte der Wahrheit” von Abd-ru-shin noch weiter vertiefen wollen, so finden Sie weitere Auszüge daraus unter “Gralsbotschaft – Juli 2014″.

Wir dagegen kehren nun noch einmal zur weiter oben zitierten Wasserfrau zurück und lauschen weiter ihren Worten, wie sie uns Margot Ruis aufzeichnen und überliefern durfte:

“Wir sind unserem Wesen nach im Einen. Es steht uns nicht zu, zu urteilen und zu werten. Wir müssen aber die Entscheidungen treffen, die für unsere Arbeit nötig sind. Dabei sehen wir immer auf das Ziel – die Förderung der Wesen, die uns anvertraut sind. Was nicht förderlich ist, versuchen wir zu beseitigen, ohne es aber zu verurteilen … wie der Mensch es gerne tut, abgesehen davon, dass sein Ziel oft das Nicht-Förderliche ist…”

(Margot Ruis, Naturwesen – Begegnung mit Freunden des Menschen. Anna Pichler Verlag, 1994, S. 48)

Wenn man bedenkt, wieviel an “nicht-förderlichen” Einflüssen der Mensch den Geschöpfen des Wassers bereits zugefügt hat und täglich immer wieder neu zumutet, an all den Plastikmüll, der schon in den Weltmeeren treibt, die chemische Verschmutzung, den Atommüll, die gnadenlose Überfischung der Gewässer, abgesehen von der Belastung durch unsere fehlgeleiteten Gedankenenergien und alles andere – wird uns da nicht bange werden vor der Frage, wie lange die Natur und ihre Wesen uns Menschen auf der Erde noch werden ertragen können, bevor sie das tun, was diese Wasserfrau da bereits anzukündigen scheint:

“Was nicht förderlich ist, versuchen wir zu beseitigen, ohne es aber zu verurteilen … “

Wenn Sie möchten, lesen Sie dazu unbedingt auch unseren Artikel “Naturwesen und Naturkatastrophen” vom Februar 2013 und folgen Sie dabei nach Möglichkeit auch den Links zu den weiterführenden Texten! -

Wir Menschen betrachten unser Sein auf dieser Erde als selbstverständliche Gegebenheit, ebenso, wie wir es uns angewöhnt haben, uns ohne Gegenleistung aus der Natur zu nehmen, was immer wir nur wollen.

Sind wir nicht bei aller technischen Entwicklung bis heute völlig abhängig von der Natur? Ein Virus, so klein, dass es unter dem Mikroskop kaum zu erkennen ist, würde schon genügen, um uns Menschen zu beweisen, dass alle unsere technischen Errungenschaften ohne die Gnade Gottes nichts sind. Wahrscheinlich wäre dazu nicht einmal unbedingt irgendein besonderer Eingriff erforderlich, sei es nun das Auftreten einer besonders katastrophalen Seuche, ein zerstörerischer Sonnensturm oder ein Impakt mit einem Himmelskörper – ich halte es für möglich, dass die Menschheit auch ohne Zutun von außen buchstäblich an ihrer eigenen Unvernunft scheitern wird, indem bewaffnete Konflikte um die letzten Ressourcen alle bis heute noch mühsam aufrecht erhaltene Ordnung ins Chaos stürzen und somit die Hohlheit alles Menschenwerkes offenkundig wird.

Doch wollen wir lieber auf das Lichte sehen: Immer mehr Menschen scheinen zu erkennen, dass unser Weg, unsere ganze Kultur, in einer Sackgasse enden und dass sich etwas ändern muss. Wenn sie bei diesem “Etwas” hoffentlich nicht nur an die anderen, sondern in erster Linie an sich selber denken und in möglichst vielen Menschen dabei die Sehnsucht erwacht, selbst ein besserer, reiferer und edlerer Mensch zu werden, dann wird der freiwillige Entschluss zum Guten – wenn auch spät gefasst – Kräfte freisetzen, die dem Menschen von Anfang an geschenkt sind und die er nur bisher gar nicht oder leider oft falsch angewendet hat, die bahnbrechend wirken können und dann den Weg zur Hilfe weisen werden.

Sei es nun als Verneigung vor dem wässrigen Element als solches oder auch als Bild für das Geistige, als dessen Symbol das Wasser gilt, oder einfach als Ausdruck einer kindlichen Freude am Sommer in allen seinen Erscheinungsformen: Die Liedermacherin Felicitas Schenk – treuen “Elfenwirken”-LeserInnen bereits bekannt als Autorin des Liedes “Ja, da sind viele kleine Hände” (s. unseren Artikel “Zur Johannisnacht” vom Juni 2013) -sendet uns wieder einen musikalischen Gruß in Form ihres neuen “Sommerregenliedes”, das Sie in dieser Ausgabe unter “Natur-(Wesen-)Lyrik” nachlesen und als mp3 anhören können. Herzlichen Dank an die Autorin!

Wir nützen die Gelegenheit und wünschen allen Leserinnen und Lesern damit einen wunderschönen, erlebnisreichen, besinnlichen, erholsamen, erbaulichen, gut gemischten (und nicht nur verregneten), sondern gesegneten Sommer 2014!

Der Elfenfreund                                                                              am 11. Juli 2014

 

Märchen, Mythen, Göttersagen

Walpurgisnacht!

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Der Name weckt Erinnerungen an volkstümliches Brauchtum wie den Tanz in den Mai, an das Maibaumaufstellen oder den Maibusch für die Liebste und an Maifeuer. Aber auch gedankliche Verbindungen an “Hexenumtriebe” und die Zeit deren grausamer Verfolgung, an Hexensabbat (wie in Goethes “Faust”), an manch düsteres Ritual und an “Magie” werden wach.

- Was hat das mit Naturwesen zu tun? -

Im volkstümlichen Brauchtum erkennen wir die letzten Reste eines kulturellen Erbes aus vorchristlicher Zeit. Der Maibaum, ursprünglich meist eine Birke, symbolisiert z.B. die Fruchtbarkeit und ist Darsteller des Weltenbaumes (Quelle: Wikipedia, Stichwort “Walpurgisnacht”).

Yggdrasil

 

“Der Weltenbaum gehört zur Mythologie vieler Völker und ist ein altes Symbol der kosmischen Ordnung. Er steht als Weltachse (axis mundi) im Zentrum der Welt. Seine Wurzeln reichen tief in die Erde und seine Wipfel berühren oder tragen den Himmel. Somit verbindet er die drei Ebenen Himmel, Erde und Unterwelt.

Im Schamanismus spielt der Weltenbaum eine große Rolle. Zum einen ist er das Zentrum der Welt, zum anderen führt der Weg zu ihm zurück bis an den Beginn der Schöpfung. Damit verbindet er die reale Welt mit der vormaligen Welt im Urzustand, die noch nicht vom Himmel getrennt war. Über den Weltenbaum kann der Schamane mit dem Schöpfungszentrum Verbindung aufnehmen und einen Flug in die Reiche der Geister und Götter antreten. Zuweilen wird diese Verbindung zwischen den Welten auch durch einen Fluss gekennzeichnet. Dann gelangt der Schamane bei seiner Seelenreise in einem Boot über diesen Fluss in die Geisterwelt. Der Weltenbaum dient auch als Ruhestätte verstorbener Schamanen, von der aus die Seele den Körper verlässt, um in das Reich der Geister zu gelangen.”

(Wikipedia, Stichwort “Weltenbaum”)

In der Hexenangst und dem Hexenwahn des ausklingenden Mittelalters, die sich in der beginnenden Neuzeit bis zur Hysterie gesteigert haben und die tragische und bis heute für unser Rechtssystem beschämende Hexenverfolgung nach sich zogen, erkennen wir andererseits Auswirkungen einer bedauerlichen Fehlentwicklung, die mit der Christianisierung der germanischen Völker in Zusammenhang steht.

Um nicht missverstanden zu werden, möchte ich gleich betonen, dass mit dieser Fehlentwicklung nicht die Christianisierung an sich gemeint ist – im Gegenteil: durch den Glauben an Jesus Christus und sein Vorbild wurde in Europa und auf der ganzen Welt viel Gutes bewirkt, nicht nur kulturell, sondern auch moralisch, also in den Herzen der Menschen. Auch ich Elfenfreund betrachte mich als überzeugten Christen. Aber ich glaube auch an das Wirken von feinstofflichen Wesen in der Natur. Meiner Meinung nach besteht zwischen diesen beiden religiösen Anschauungen oder Wahrnehmungsformen kein Widerspruch, sondern beide Sichtweisen ergänzen sich gegenseitig im Sinne einer Stufenleiter. Diesen Gedanken hat Abd-ru-shin (Oskar Ernst Bernhardt, 1875 – 1941), den ich Elfenfreund ja als meinen spirituellen Lehrer betrachte, bereits um 1930 mit Nachdruck vertreten in seinem Vortrag: “Das Gotterkennen”. Einen kurzen Auszug daraus  finden Sie hier als “Zitat des Monats April 2013″.

Dass vor dem Hintergrund der Thematik dieses Weblogs, nämlich den Elementar- und Naturwesen, bei der Christianisierung der nordischen Völker leider auch Schattenseiten nicht unerwähnt bleiben dürfen, liegt nicht am verkündeten Evangelium an sich, sondern an der Art, wie dieses Evangelium im Germanenland vorwiegend von den Missionaren verkündet worden ist.

Diese machten sich nämlich leider vielfach nicht die Mühe, die Weltanschauung dieser Naturvölker erst einmal mit dem gebührenden Respekt zu studieren und sie dann behutsam in die Frohbotschaft einzuweihen, die zu verkünden man gekommen war, sondern das Evangelium Christi wurde politisch missbraucht zur Herrschaftsaneignung und den Menschen sozusagen zwangsweise verordnet und übergestülpt. Deren verehrte Wesenheiten und “Götter” wurden kurzerhand zu Dämonen und Teufeln erklärt und die weitere Verehrung als sündhaft unter Strafe gestellt. Die Herrscher bedienten sich der christlichen Priesterschaft, mit der sie eng zusammenarbeiteten, um die versprengten und vielfach verfeindeten Völkerschaften der germanischen Ureinwohner zu einen und zu kontrollieren. Religiöse Wahrheitssuche stand dabei wohl leider nicht immer im Zentrum der Bestrebungen.

Dass die Natur und die darin als wirkend erahnten oder erschauten Wesenheiten nicht mehr offiziell verehrt werden durften, bewirkte im Laufe der Zeit zweierlei: erstens, dass der Glaube und die Riten infolge der beschnittenen Ausübung natürlich allmählich in Vergessenheit gerieten und zu Märchen und Mythen verblassten. Und andererseits, dass auch die christliche Lehre sich mit den naturreligiösen Vorstellungen, die eines Ventils bedurften, vermischte und somit auch nicht ursprünglich erhalten blieb. So bildete sich ein volkstümlicher Glaube heraus, der dem äußeren Anschein nach zwar christlich geprägt war, in dem jedoch in der Gestalt volkstümlichen Brauchtums die alten Vorstellungen – wenn auch in entstellter Form – zum Teil weiterlebten. Man denke etwa nur an die volkstümliche Verehrung “Mutter Mariens” –  nicht zufällig im Fruchtbarkeitsmonat Mai besonders ausgeprägt -, die aus dem biblischen Evangelium heraus sicher nicht zu rechtfertigen ist, oder an die zahlreichen “Schutzheiligen”, die ja offenkundig mit gewissen Stichtagen im landwirtschaftlichen Jahreskreis in Verbindung gebracht wurden und werden. Hier nahmen notgedrungen Menschen (“Heilige und Märtyrer”) die Rolle der ursprünglichen elementaren Wesenheiten ein.

Welcher Schaden durch diese Vorgangsweise angerichtet wurde, ist nicht schwer nachzuvollziehen: Die Wahrheiten und Weisheiten beider religiöser Systeme, die der Christuslehre und die der nordischen Naturreligionen wurden vermischt, verwässert und dadurch eines großen Teils ihrer Stimmigkeit und Überzeugungskraft beraubt. Die Wahrheitskörnchen, die in beiden Systemen ursprünglich vorhanden waren und sind, konnten vielfach nicht mehr erlebt werden, die Religionsausübung wurde noch mehr als bisher mit streng festgelegtem Ritus Sache der Priester. – Ein von der Obrigkeit vielleicht gar nicht so unerwünschter Nebeneffekt? -

Was wir heute den Kindern als “Märchen” vorlesen, enthält – in verschütteter Form – das Suchen nach der Wahrheit bzw. deren Erkenntnis jener Tage. Nehmen wir das Märchen von Frau Holle: Der Name “Frau Holle” (übersetzt in etwa: die Huldvolle) lässt sich mindestens 1000 Jahre zurückverfolgen, ist aber wahrscheinlich viel älter. Je nach Lesart soll es sich dabei um eine uralte Erdwesenheit oder sogar um Frigg, also die Gattin Odins selbst, Schutzherrin von Ehe und Mutterschaft, handeln. Auch mit der germanischen Totengöttin Hel wird der Name häufig identifiziert (Quelle: Wikipedia, Stichwort “Frau Holle”).

Sofort wird bei dem Namen jedenfalls der übelwollende Einfluss christlichen Missionseifers deutlich, der heidnischen “Götzendienst” sanktionierte – denn aus Frau Holle, der Huldvollen, wurde die Hölle, also der Aufenthaltsort der Dämonen, aller bösen Geister und derjenigen gefallenen Menschenseelen, die an diesem schrecklichen Ort ihre Untaten (und ihren Irrglauben!) sühnen müssen.

Ich Elfenfreund habe dieses Märchen, das von den Gebrüdern Grimm vor ziemlich genau 200 Jahren aufgeschrieben worden ist, natürlich meinen eigenen vier Kindern auch schon viele Male vorgelesen, habe die Bildersprache durcherlebt und freue mich, auf diesem Weblog heute unter “Geschichten (nicht nur) für Kinder” meine Interpretation desselben vorzustellen.

Mit der Symbolik der Märchen beschäftigt sich auch White Eagle im Büchlein “Naturgeister und Engel” (Aquamarin Verlag, 1981), woraus ich mir erlaube, unter “Literatur” einige Gedanken zu zitieren.

Dass Kinder Märchen brauchen, hat in den letzten Jahren die Fachwelt nach jahrelangen Anfeindungen mehrheitlich eingesehen. Trotzdem sind viele Eltern und Pädagogen heute oft unsicher, auf welche Weise Märchen den Kindern zu vermitteln sind. Hier empfehle ich uneingeschränkt das Büchlein mit dem Titel ”Das Märchen und die Bilderwelt des Kindes” (Weißenseifen 1988) von der von mir hochgeschätzten und verehrten Ursula Burkhard, die auf diesem Weblog schon öfters vorgestellt worden ist. Sie befasst sich darin mit Märchen von einem heilpädagogischen Blickwinkel aus. Schade, dass wir hier auf diesem Weblog (unter “Geschichten (nicht nur) für Kinder”) leider nur ein kurzes Zitat daraus bringen können – eigentlich ist jede Seite dieses Büchleins lesenswert.

Faszinierend und auch berührend ist für mich die Tatsache, dass sich auch Naturwesen ihre Mythen und Geschichten erzählen. Margot Ruis, die mit der Fähigkeit begabt ist, vermutlich ähnlich wie eine germanische Priesterin oder Schamanin bewusst Kontakt zur Anderswelt und ihren Wesen aufnehmen zu können, überliefert uns in ihrem Buch “Naturwesen – Begegnung mit Freunden des Menschen” (Anna Pichler Verlag 1994; erscheint demnächst im Grals-Verlag in 6. Auflage) einige dieser Mythen und Geschichten … nicht über Naturwesen, sondern von Naturwesen. Also Märchen, die sich die Naturwesen erzählen! Sie finden einen Auszug daraus als “Leseprobe” dieser aktuellen Ausgabe des ElfenWirkens beigefügt. Und damit schließt sich der Kreis, denn wir sind mit der “Geschichte des  E i n e n  alten Baumes” wieder beim Lebensbaum (s.o.) angelangt.

Margot musiziert für die Wassermädchen

Auf diesem aktuellen Foto sieht man Margot Ruis kürzlich in Spanien beim Trommeln und Singen für die Wassermädchen … letztere leider nicht zu sehen, da für grobstofflich-körperliche Augen (und Kameras!) unsichtbar…!

Aber darüber können sich Besucher dieses Weblogs hinwegtrösten, denn zum Glück gibt’s ja Gerhard Kogojs Elfenbilder! Wir dürfen die Serie fortsetzen mit einem – nach den erklärenden Worten des Malers – leider seltenen Gletscherwesen.

Einen Auszug aus der Walpurgisnacht von Goethes  ”Faust” bringen wir (man könnte scherzhaft sagen: aus Gründen des Jugendschutzes) nicht, dafür aber gern eine Passage aus der berühmten Studierzimmerszene (unter “Natur-(Wesen-)Lyrik”), die ohnehin der Thematik der Naturwesen mehr verbunden ist als der dämonische Hexensabbat.

A propos Hexensabbat: Auch auf die Gefahr hin, dass es als Abschluss vielleicht etwas banal anmuten könnte – am Abend dieser Walpurgisnacht drängt sich schon ein Rückblick auf das Wetter des vergangenen Monats April auf. - Denn hätten Sie heuer zu Frühlingsbeginn geglaubt, dass es noch einmal so völlig und so anhaltend Winter werden würde, so richtig mit tagelangem Schneetreiben und Dauerfrost Anfang April, wie hier im Osten Österreichs? Also, ich hätte das nicht vorhergesehen! Und auch die Zugvögel bzw. deren wesenhafte Führer und Begleiter scheinen es nicht gewusst zu haben, denn sonst wären sie wohl noch nicht zurück gekommen aus ihren Winterquartieren, um dann hier bei uns entweder im Schneetreiben zu verhungern oder noch einmal ein Stück nach Süden zurück ausweichen zu müssen.

Und hätten Sie für möglich gehalten, dass schon 3 Wochen nach tiefstem Winter … Hochsommer sein kann? In Zahlen: Dauerfrost und geschlossene Schneedecke bis in die erste Aprilwoche, dann Tauwetter und schließlich vorzeitiger Beginn des Badebetriebes (!!) in manchen Freibädern am 26. April…

Da ist es schon ein Glück, dass die trüben Zeiten des traurigen Hexenwahnes und der Dämonenangst heute (hoffentlich!) endgültig hinter uns liegen – denn sonst würden angesichts solcher Wetterextreme sofort Gerüchte entstehen, dass hier doch … Hexerei im Spiel sein muss!

 30. April 2013 (Walpurgisnacht)

Der Elfenfreund